Mit Geld die Welt retten: Stefanie Hauer von NatureRe Capital über Impact Investing und Mut
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Stefanie Hauer: Wir haben schon 8 Milliarden Tonnen Plastik im Umlauf gebracht.
Stefanie Hauer: Die Lage ist noch viel schlimmer, als es in der Öffentlichkeit diskutiert wird.
Stefanie Hauer: Also Oil & Gas ist sehr, sehr gut ausstaffiert mit Geld und mit Lobbyisten.
Stefanie Hauer: Und mal ein Beispiel, Siemens Energy, die jetzt wahnsinnige Aufträge haben von
Stefanie Hauer: Gasturbinen, weil sie die AI-Firmen unterstützen.
Stefanie Hauer: Die haben eine Wirkung aufs Klima durch ihre Anlagen auf der Welt.
Stefanie Hauer: Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Bundesrepublik an Emissionen hat.
Stefanie Hauer: Mit stolzgeschwellter Brust sollten wir eigentlich sagen, wir waren doch schon immer Öko.
Stefanie Hauer: Warum sollten wir das jetzt nicht zu unserem ultimativen Wettbewerbsvorteil,
Stefanie Hauer: eigentlich zu unserer Daseinsberechtigung machen in einer Welt,
Stefanie Hauer: die gerade die Karten neu mischt?
Stefanie Hauer: Fighting fire with fire, würde ich da sagen. Da sollten wir auch ein bisschen
Stefanie Hauer: selbstbewusster und großkotziger auftreten und uns wehren und unsere schöne Welt verteidigen.
Thomas Mühlnickel: Du hast gerade eben gesagt, das Problem ist größer als man denkt. Wie groß ist es?
Thomas Mühlnickel: Herzlich willkommen bei Damit die Guten gewinnen, dem Podcast von uns, der Agentur ASK.
Thomas Mühlnickel: Mein Name ist Thomas Mühlnickel und ich spreche hier mit Menschen,
Thomas Mühlnickel: die mit ihrem Einsatz etwas für unsere Gesellschaft tun.
Thomas Mühlnickel: Im Laufe der heutigen Folge kam mir immer wieder ein Gedanke.
Thomas Mühlnickel: Die Menschheit wird nur genau einmal aussterben. Es gibt keinen zweiten Versuch.
Thomas Mühlnickel: Klingt düster, ich weiß. Mein heutiger Gast ist aber alles andere als düster.
Thomas Mühlnickel: Stefanie Hauer hat 20 Jahre als Topmanagerin in Verlagen gearbeitet,
Thomas Mühlnickel: unter anderem bei der Zeit und im Bauer Verlag.
Thomas Mühlnickel: Und dann hat sie noch einmal von vorne angefangen. Heute renaturiert sie ausgelaugtes
Thomas Mühlnickel: Land in Kolumbien und verdient damit Geld.
Thomas Mühlnickel: Genau das ist ihr Punkt. Sie sagt, die Wirtschaft ist keine Gegnerin der Natur.
Thomas Mühlnickel: Sie ist eine Unterabteilung davon. Wer das verwechselt, macht ein paar Jahre
Thomas Mühlnickel: gute Gewinne und verliert danach die Geschäftsgrundlage.
Thomas Mühlnickel: Wir haben gesprochen über Kosten, die wir ständig anderen aufheißen,
Thomas Mühlnickel: über reichte Kipppunkte, die unsere Erde dauerhaft verändern.
Thomas Mühlnickel: Wir reden darüber, warum es beim Umweltschutz nicht nur ums Klima geht,
Thomas Mühlnickel: sondern auch um Artenvielfalt und um Plastik.
Thomas Mühlnickel: Und darüber, was jede und jeder Einzelne tun kann, beim Einkaufen,
Thomas Mühlnickel: beim Geldanlegen oder im eigenen Beruf.
Thomas Mühlnickel: Jetzt geht's los. Viel Freude beim Hören. Stefanie Hauer, schön,
Thomas Mühlnickel: dass du da bist. Ich freue mich sehr, heute mit dir sprechen zu können.
Stefanie Hauer: Thomas, danke für die Einladung.
Thomas Mühlnickel: Unser Podcast heißt ja, damit die Guten gewinnen. Wer sind für dich die Guten?
Stefanie Hauer: Als hätte ich es geahnt, dass du mich das fragst.
Thomas Mühlnickel: Ich mache das ja so selten.
Stefanie Hauer: Die Guten sind die Menschen, die berücksichtigen, dass wir planetare Grenzen haben.
Stefanie Hauer: Dass wir genau einen Planeten haben und damit klarkommen müssen.
Stefanie Hauer: Und dann sind die gut und nicht nur weniger schlecht. Da können wir vielleicht
Stefanie Hauer: auch nochmal über den Unterschied reden später.
Stefanie Hauer: Gut sind Menschen, die berücksichtigen, dass sie,
Stefanie Hauer: das ganze Bild sehen müssen von dem, was sie tun.
Stefanie Hauer: Dass sie also bei dem, was sie konsumieren, so wie sie ihr Geld anlegen und
Stefanie Hauer: vor allen Dingen das, was sie täglich in ihrer Arbeit machen,
Stefanie Hauer: auf ein regeneratives Wirtschaften hin arbeiten.
Stefanie Hauer: Das würde ich jetzt mal kurz so definieren. Und das bedeutet,
Stefanie Hauer: dass du das ganze Bild sehen musst und dich fragst, wo kommt der Krempel her und wo geht er hin?
Stefanie Hauer: Und nicht nur diesen kleinen Ausschnitt, dass du dich verantwortlich fühlst für alles.
Thomas Mühlnickel: Lass uns einmal ganz kurz auf den Begriff planetare Grenzen gehen,
Thomas Mühlnickel: um den einmal gemeinsam zu verstehen, dass wir alle wissen, worüber wir heute reden werden.
Thomas Mühlnickel: Planetare Grenzen heißt ja nicht, da ist eine Stratosphäre und danach kommt
Thomas Mühlnickel: Weltall. Das ist nicht die Grenze, die wir meinen an der Stelle, sondern?
Stefanie Hauer: Es gibt ein Wort, was ich nicht mag, das ist die Klimakrise. Doppelt falsch.
Stefanie Hauer: Klima und Krise. Also Krise würde ja etwas andeuten, was auch mal wieder vorbeigeht,
Stefanie Hauer: so was wie eine Wirtschaftskrise. Da haben wir uns an diese vielen Krisen gewöhnt.
Stefanie Hauer: Und damit kann man das nicht vergleichen.
Stefanie Hauer: Und es ist auch nicht nur das Klima.
Stefanie Hauer: Es gibt wissenschaftlich gesehen neun verschiedene planetare Grenzen.
Stefanie Hauer: Zum Beispiel die Artenvielfalt oder wie viel Plastik wir in Umlauf bringen.
Stefanie Hauer: Wir haben schon acht Milliarden Tonnen Plastik in Umlauf gebracht.
Stefanie Hauer: Wir haben die Übersäuerung der Meere. Wir haben auch das Klima, aber eben nicht nur.
Stefanie Hauer: Wir zündeln an vielen, vielen Stellen und die sind interdependent auch noch.
Stefanie Hauer: Wenn es heißer wird, leiden die Tiere.
Stefanie Hauer: Aber wenn es weniger Wälder gibt, dann hast du auch eine verstärkte Erderhitzung.
Stefanie Hauer: Und so gehört das alles zusammen.
Stefanie Hauer: Das ist leider sehr komplex, aber es ist ja eigentlich das Schöne,
Stefanie Hauer: dass die Natur so viele Wunder hat immer wieder und dass wir da jeden Tag was lernen können.
Thomas Mühlnickel: Die meisten Menschen verschließen die Augen davor, dass es diese Grenzen gibt
Thomas Mühlnickel: und glauben es, so nach dem Kölschen Singen, sagen, es hätte noch immer gut gegangen.
Stefanie Hauer: Ja, viele Menschen denken, die anderen werden sich kümmern.
Stefanie Hauer: Es gibt Menschen, die denken, je mehr ich ein Problem ignoriere,
Stefanie Hauer: umso besser kriege ich es in den Griff, es wird kleiner.
Stefanie Hauer: Je mehr ich es ignoriere, das sind Widersprüche, die wir auflösen werden in Zukunft, müssen.
Thomas Mühlnickel: Das ist ja heute für die ganze Sendung unser großes Thema. Bevor wir da ganz tief einsteigen,
Stefanie Hauer: Gucke ich immer ganz gerne mal.
Thomas Mühlnickel: Wer sind eigentlich unsere Gäste hier, die hier so sitzen. Wie sind die eigentlich
Thomas Mühlnickel: geworden, wie sie heute sind?
Thomas Mühlnickel: Du hast ja einen spektakulären Werdegang hinter dir. Du hast ja lange Zeit in
Thomas Mühlnickel: der Verlagswelt gearbeitet. Du warst auf Vorstandsebene bei der Zeit.
Thomas Mühlnickel: Du warst auf Vorstandsebene beim Bauerverlag zuletzt.
Thomas Mühlnickel: Und dann gab es diesen Punkt, dass du gesagt hast, Ich mache jetzt was anderes.
Thomas Mühlnickel: Ich kümmere mich jetzt darum, dass wir eben irgendwie doch noch die Welt gerettet kriegen.
Thomas Mühlnickel: Und hast die Verlagsbranche verlassen und bist jetzt Impact-Investoren quasi.
Stefanie Hauer: Hä?
Stefanie Hauer: Das ist, wie sagt man so schön, ein Career Pivot. Also ich habe was anderes gemacht und auch nicht.
Stefanie Hauer: Also Sir David Attenborough sagt, saving our planet is now a communications challenge.
Stefanie Hauer: Also am Ende ist es immer die Kommunikation.
Stefanie Hauer: Und so habe ich mal angefangen. Ich habe meine Abi-Arbeit über das Abholzen
Stefanie Hauer: der Regenwälder geschrieben, 1992, und dachte damals, wir haben noch Zeit.
Stefanie Hauer: Es ist klar das Problem und es ist auch erkannt.
Stefanie Hauer: Und es ist noch Zeit.
Stefanie Hauer: Heute wissen wir, was seitdem passiert ist. Wir sind in die völlig falsche Richtung gegangen.
Stefanie Hauer: Nach dem BWL-Studium habe ich dann entschieden, dass ich am besten wirken kann,
Stefanie Hauer: dass ich am besten beitragen kann, indem ich helfe, dass die Menschen aufgeklärt werden.
Stefanie Hauer: Dass ich Medienhäuser groß mache, erfolgreich mache, damit alle lesen können,
Stefanie Hauer: hören können, was richtig ist, was der Planet von ihnen braucht.
Stefanie Hauer: Und dann würden sie es einfach so tun, dachte ich. Das war dann anders.
Stefanie Hauer: Und nach einer Weile wurde ich sehr ungeduldig, weil ich dann auch gemerkt habe,
Stefanie Hauer: wir müssen da anders rangehen.
Stefanie Hauer: Es gab zum Beispiel eine Titelgeschichte, damals auch in der Zeit,
Stefanie Hauer: als ich Verlagsleiterin war, über die Krefeld-Studie.
Stefanie Hauer: Das war die erste Studie, die zeigen konnte, wie sich die Population an Insekten verändert hat.
Stefanie Hauer: Wir haben 80 Prozent der Insekten Bestäuber verloren. Bestäuber sind die,
Stefanie Hauer: die für uns ermöglichen, dass sie was zu essen haben.
Stefanie Hauer: Wenn wir einen Frühstückstisch hätten ohne Bestäuber, dann wäre da nicht mehr viel.
Stefanie Hauer: Und diese Titelgeschichte hat überhaupt keine Resonanz hervorgebracht.
Thomas Mühlnickel: Alles mit der Schulter gezuckt.
Stefanie Hauer: Und dann war ich, wie du sagtest, da war ich weltweit verantwortlich in einem
Stefanie Hauer: großen Zeitschriftenverlag, im größten.
Stefanie Hauer: Und da hatten wir Kollegen in Kalifornien, die riefen an und sagten,
Stefanie Hauer: der Wald brennt, wir können nicht arbeiten.
Stefanie Hauer: Und dann Anfang 2020, wenn du dich erinnerst, da waren die Waldbrände in Australien,
Stefanie Hauer: du warst ja neulich da, und da hat der ganze Kontinent gebrannt.
Stefanie Hauer: Und da sagten meine Mitarbeiter, wir können nicht arbeiten.
Stefanie Hauer: Und da dachte ich, verdammt, ich muss nochmal ganz neu über die Dinge nachdenken.
Stefanie Hauer: Und wenn diese Sprache, die wir sprechen, die ich auch versuche zu unterstützen,
Stefanie Hauer: nicht ankommt, wenn die Menschen das so nicht akzeptieren wollen und hören wollen,
Stefanie Hauer: welche Sprache sprechen sie denn?
Stefanie Hauer: Und das ist die Sprache des Geldes.
Stefanie Hauer: Und seitdem habe ich eine Reihe von Investmentthesen, können wir ja gleich mal
Stefanie Hauer: besprechen. Vor allen Dingen ist es, put your money where you want the world to go. Vielen Dank.
Stefanie Hauer: Und wie kriegen wir das hin, dass wir der Natur, den Ökosystemleistungen,
Stefanie Hauer: ein Preisschild umhängen, dass wir das wertschätzen, dass es Teil des Marktes wird,
Stefanie Hauer: dass der, der der Natur schadet, dafür zahlen muss und der, der die Leistung nutzt, dafür zahlt.
Stefanie Hauer: Nur dann können wir das kompatibel machen mit dem Kapitalismus.
Stefanie Hauer: Wir können jetzt nicht den Kapitalismus abschaffen in der Kürze der Zeit.
Stefanie Hauer: Aber wir können das ganze Bild sehen und verstehen, wie hängen wir eigentlich
Stefanie Hauer: ab von der Natur. Ich sage immer, die Wirtschaft ist eine Unterabteilung der
Stefanie Hauer: Natur, nicht umgekehrt.
Stefanie Hauer: Und daran arbeite ich.
Thomas Mühlnickel: Und dann,
Thomas Mühlnickel: wie trifft man so eine Entscheidung? Das war eine Top-Management-Funktion, die du hattest.
Thomas Mühlnickel: Und dann sagst du dir jetzt will ich mal was anderes machen oder machst du das
Thomas Mühlnickel: einfach morgen oder da gehört ja auch eine Menge Mut dazu, weil du auch wirklich
Thomas Mühlnickel: ein großes Netzwerk und eine tolle Tätigkeit einfach hinter dir gelassen hast.
Stefanie Hauer: Ich möchte auch sagen, das ist sehr, sehr anstrengend gewesen,
Stefanie Hauer: viel, viel schwieriger als ich dachte.
Stefanie Hauer: Wenn du etwas gemacht hast jahrelang, wirst du immer damit in Verbindung gebracht.
Stefanie Hauer: Als hätte ich hier so ein Schriftzeichen stehen.
Stefanie Hauer: Das heißt, sie will immer nur im Verlag arbeiten. Warum eigentlich?
Stefanie Hauer: Dem ist lang und die Welt ändert sich ja. Wir werden ja woanders gebraucht über die Jahre.
Stefanie Hauer: Warum wird es einem so schwer gemacht, da einen Neustart hinzulegen?
Stefanie Hauer: Ich habe sehr, sehr viel gelernt. Bin ich Gott sei Dank mit vielen tollen Menschen
Stefanie Hauer: solidarisiert und wieder was Neues aufgebaut.
Thomas Mühlnickel: Du hast dich auch richtig fortgebildet nochmal, ne?
Stefanie Hauer: Mit allen Möglichkeiten. Ich durfte mit Al Gore zusammenarbeiten, was sehr schön war.
Stefanie Hauer: Cambridge, die haben solche Kurse und in St. Gallen habe ich erst mal ganz viel
Stefanie Hauer: akademisch gelernt, weil das auch das ist, wo ich herkomme, wo ich mich wohlfühle.
Stefanie Hauer: Und dann vor allen Dingen über Gespräche mit Menschen, über Konferenzen.
Stefanie Hauer: Und ja, man sagt immer immer, du musst so weit sein, dass du Vorträge halten kannst.
Stefanie Hauer: Ich dachte, wozu soll ich einen Vortrag halten? Ich bin ja kein Wissenschaftler,
Stefanie Hauer: ich bin kein Biologe, ich bin kein Chemiker, ich kann auch zur Nachhaltigkeit nichts sagen.
Stefanie Hauer: Und heute reise ich durch die Welt und halte in dauernd Vorträge.
Stefanie Hauer: Und man muss nicht Chemiker sein oder Biologe, um zu verstehen,
Stefanie Hauer: wie man respektvoll mit den planetaren Grenzen umgeht. Das kann jeder.
Thomas Mühlnickel: Und außerdem, dass dir der Verlagsstempel den Weg ein bisschen schwieriger gemacht
Thomas Mühlnickel: hat, hatte dieser Wechsel noch andere Kosten für dich?
Stefanie Hauer: Kosten?
Stefanie Hauer: Ja, natürlich, wenn du vorher auf so einer Autobahn warst und in einer Branche
Stefanie Hauer: dich hochgearbeitet hast, dann fällt vieles leicht.
Stefanie Hauer: Dann gibt es so fertige Strukturen, da kannst du reinarbeiten.
Stefanie Hauer: Da hast du zumindest schon mal, wenn du ein Unternehmen führst,
Stefanie Hauer: 80, 90 Prozent des Geschäftes ist gesetzt und dann setzt du Akzente über dieses
Stefanie Hauer: Jahr und dann fürs nächste Jahr gibt es auch mal Höhen und Tiefen.
Stefanie Hauer: Aber es ist so eine Verlässlichkeit da, das würden jetzt viele Menschen sofort von sich weisen.
Stefanie Hauer: Aber im Vergleich zu dem, was ich dann gemacht habe, nämlich Menschen dazu zu
Stefanie Hauer: bringen, an die Natur zu glauben und in die Natur als Asset Class,
Stefanie Hauer: als Anlageform zu investieren, das ist.
Stefanie Hauer: Wirklich sehr, sehr, sagen wir mal, gesprächsintensiv. Und bis du da Menschen
Stefanie Hauer: hast, die etwas tun, was du eigentlich selbstverständlich findest.
Stefanie Hauer: Und das bringt mich jetzt inzwischen auch schon wieder zurück in die Welt der
Stefanie Hauer: Kommunikation, der Medien, weil ich feststelle,
Stefanie Hauer: Das, was uns abhält, ist im Gespräch miteinander, beziehungsweise wir haben
Stefanie Hauer: immer schwierigere Gespräche in der Gesellschaft.
Stefanie Hauer: Wir finden nicht den gemeinsamen Nenner.
Stefanie Hauer: Wir haben Glaubenssätze, die sich widersprechen.
Stefanie Hauer: Und insofern ist es vor allen Dingen Überzeugungsarbeit und immer wieder daran
Stefanie Hauer: glauben, aber auch immer wieder zuhören und sich fragen, wieso kann mir der
Stefanie Hauer: andere jetzt nicht folgen?
Stefanie Hauer: Und das wertschätzend machen und auch verstehen, vielleicht noch den letzten
Stefanie Hauer: Satz dazu, wir sind hier alle das erste Mal auf dieser Reise.
Stefanie Hauer: Das ist das erste Mal für uns alle, dass wir versuchen, etwas zu retten,
Stefanie Hauer: was noch bis vor ein paar Jahrzehnten selbstverständlich war.
Thomas Mühlnickel: Viele Leute, die so einen Sprung machen, wechseln ja oft in NGOs oder in Stiftungen.
Thomas Mühlnickel: Solche Leute hatte ich auch schon oft hier im Podcast.
Thomas Mühlnickel: Dieser Weg in so eine Investorentätigkeit, Das ist schon nochmal ein etwas speziellerer Weg.
Stefanie Hauer: Naja, ich komme von der Unternehmensführung und ich bin überzeugt,
Stefanie Hauer: wir können nur gewinnen, wenn wir Geschäftsmodelle machen, die naturpositiv sind.
Stefanie Hauer: Wenn wir es schaffen, Geld zu verdienen, indem wir Natur schützen und weiter ausbauen.
Stefanie Hauer: Ja, nur dann kommen eben auch die Investoren und die Partner,
Stefanie Hauer: die man braucht, die nicht so sehr das Thema Natur im Fokus haben oder sogar belächeln.
Stefanie Hauer: Ja, du musst Geschäftsmodelle entwickeln, die so attraktiv sind nach den klassischen
Stefanie Hauer: Kriterien, dass sie skalieren können und dass sie auf diesen Kipppunkt hinzuarbeiten,
Stefanie Hauer: dass das viele mitmachen,
Stefanie Hauer: viel mehr als wir bisher haben.
Stefanie Hauer: Nicht, weil sie überzeugt wurden von der Notwendigkeit, die Natur zu beschützen,
Stefanie Hauer: sondern ganz einfach, weil es Geld bringt.
Stefanie Hauer: Das ist eine gewisse Form der Resignation.
Stefanie Hauer: Oder sagen wir einfach, wir arbeiten mit dem, was wir haben.
Thomas Mühlnickel: Ich gestehe jetzt, ich habe ein bisschen meines Geldes gespart in bestimmte
Thomas Mühlnickel: ETFs, wie man das heutzutage so macht. Kosten nicht viel Geld,
Thomas Mühlnickel: laufen vor sich hin, man muss nicht viel tun.
Thomas Mühlnickel: Was ist denn außerhalb dessen, wie ich jetzt in so ein ETF Geld spare,
Thomas Mühlnickel: damit ich irgendwie in der Rente vernünftig klarkommen kann?
Thomas Mühlnickel: Was ist denn ein Geschäftsmodell?
Thomas Mühlnickel: Sehen wir mal an, ich komme, ich habe, woher auch immer, ich habe plötzlich eine Million.
Thomas Mühlnickel: Und jetzt komme ich mit dieser Million und wir sitzen hier beide im Podcast
Thomas Mühlnickel: und überlegen, Mensch, lass uns das Geld dahin tun, dass es der Welt etwas Gutes tut.
Stefanie Hauer: Da hätte ich eine Idee oder zwei.
Thomas Mühlnickel: Darüber wollen wir jetzt reden. Das ist genau die Frage für mich.
Thomas Mühlnickel: Was ist ein Geschäftsmodell, das der Natur gut tut
Thomas Mühlnickel: und gleichzeitig mehr offensichtlich auch eine Rendite bringen soll,
Thomas Mühlnickel: damit ich nicht mein Geld weiterhin in irgendwelche komischen Emerging Markets ETFs schmeiße?
Stefanie Hauer: Also wenn du jetzt so viel über diese klassischen Anlageformen sprichst,
Stefanie Hauer: da sind wir ganz weit weg von guten Lösungen.
Stefanie Hauer: Wenn ich meinen normalen Bankberater anrufe, ich sage, ich möchte gern in einen
Stefanie Hauer: Fonds investieren, was haben sie denn da grünes?
Stefanie Hauer: Dann kommt er mit einem Anlageprodukt, wo die ersten zwei Titel Microsoft und
Stefanie Hauer: Nvidia sind. Ja, da würde ich sagen.
Thomas Mühlnickel: Nichts. Very green.
Stefanie Hauer: Nichts verstanden. Und da sind wir wieder bei deinem Begriff gut.
Stefanie Hauer: Was ist denn gut? Gut ist es nur dann, wenn es regenerativ ist,
Stefanie Hauer: wenn es im Kreislauf ist, also einmal der Materialkreislauf oder der Naturkreislauf,
Stefanie Hauer: oder eben der CO2-Kreislauf.
Stefanie Hauer: Nur dann ist das realistisch, sagen wir mal radikal, radikal realistisch,
Stefanie Hauer: wie das funktionieren kann. Nämlich dann nur kann es auf Dauer funktionieren
Stefanie Hauer: und da gibt es viele gute Beispiele.
Stefanie Hauer: Und es reicht nicht, wenn ich etwas tue, was weniger schlecht ist.
Stefanie Hauer: Es gibt Firmen, die sich dann vergleichen mit anderen oder wo sie vor fünf Jahren
Stefanie Hauer: waren und sind ganz stolz drauf, dass sie jetzt, weiß nicht,
Stefanie Hauer: zehn Prozent weniger Belastung für den Planeten haben.
Stefanie Hauer: Das reicht nicht. Also da, wo wir jetzt stehen und wir haben diesen Overshoot
Stefanie Hauer: schon, wir sind schon bei mehr als 1,5 Grad Abweichung.
Stefanie Hauer: Da muss alles, was jetzt kommt, was wir skalieren wollen, wo wir wachsen wollen,
Stefanie Hauer: in sich einen geschlossenen Kreislauf darstellen, dass wir also.
Stefanie Hauer: Auch auf Dauer mit den Ressourcen, die wir haben, leben können.
Stefanie Hauer: Das heißt, es geht darum, sie zu managen. Das ist ein schöner Begriff, finde ich, Management.
Stefanie Hauer: So, also jetzt hast du die Frage, wo kann man das Geld anlegen?
Stefanie Hauer: Ich gebe dir mal ein paar Beispiele, wenn wir die durchgehen können.
Stefanie Hauer: Das erste.
Stefanie Hauer: Was ich sehr überzeugend finde, so überzeugend, dass ich da angefangen habe
Stefanie Hauer: zu investieren, das war mein erstes Projekt.
Stefanie Hauer: Wenn du dir die Weltkugel anguckst
Stefanie Hauer: und dich fragst, wo kann ich diese eine Million am besten investieren?
Stefanie Hauer: Und so sollten wir denken als wirtschaftlich denkende Menschen nach dem Pareto-Prinzip.
Stefanie Hauer: Dann wirst du nämlich nicht als erstes überlegen, wie kann ich als Maßnahme
Stefanie Hauer: vielleicht der Oma in Grimmen ihr Auto wegnehmen?
Stefanie Hauer: Sondern wie kann ich mit dem, was ich habe, ganz schnell und im großen Stil
Stefanie Hauer: eine Wirkung entfalten? Ja.
Stefanie Hauer: Das bringt uns, wenn wir zum Beispiel über Renaturierung sprechen,
Stefanie Hauer: eine meiner Lieblingsaufgaben, dann bringt uns das nach Kolumbien.
Stefanie Hauer: Kolumbien ist das Land mit der größten Artenvielfalt und das Land,
Stefanie Hauer: wo die Bäume am schnellsten wachsen.
Stefanie Hauer: Und da bin ich in einer Firma, auch im Verwaltungsrat, die heißt Nature Recapital,
Stefanie Hauer: weil sie Renaturierung macht in dem Land, wo das am dankbarsten ist,
Stefanie Hauer: im Sinne von, du kaufst Land für diese eine Million und nirgendwo sonst auf
Stefanie Hauer: der Welt hast du so eine Wirkung auf Wald.
Stefanie Hauer: Das bedeutet auf Feuchtigkeit, wird gerne unterschätzt. Irgendwo muss der Regen ja herkommen.
Stefanie Hauer: Und auf die Luft und auf Boden und die Artenvielfalt wie dort.
Stefanie Hauer: Also wir kaufen Land, was vorher von der Viehzucht zerstört wurde.
Stefanie Hauer: Viehzucht ist was ganz, ganz Schreckliches, wenn du da stehst und verstehst,
Stefanie Hauer: wegen einer Kuh hat man ein Hektar Land gerodet.
Thomas Mühlnickel: Ein Hektar.
Stefanie Hauer: Ein Hektar Land. Kannst du dir vorstellen, wie viel Tiere und Lebewesen,
Stefanie Hauer: Pflanzen draufgehen, damit diese eine Kuh da kurzzeitig lebt und dann auch nicht
Stefanie Hauer: mehr. Und übrigens, man verdient auch mit der Kuh kein Geld.
Thomas Mühlnickel: Um nach neun Monaten geschlachtet zu werden.
Stefanie Hauer: Es ist, also ausgerechnet dort Viehzucht zu betreiben, ist irre.
Stefanie Hauer: Und das beenden wir und haben eine Methode, um der Natur zu helfen,
Stefanie Hauer: wieder in die Gänge zu kommen.
Stefanie Hauer: Das kann sie nach der Viehzuchtzeit nicht von alleine, da braucht sie uns,
Stefanie Hauer: um zu helfen, aber dann von da an macht sie das sehr selbstständig über Jahrzehnte,
Stefanie Hauer: produziert sie dann, was wir Ökosystemleistungen nennen und die verkaufen wir.
Stefanie Hauer: Es gibt inzwischen einen Markt dafür.
Stefanie Hauer: Vor allem große amerikanische Firmen bisher investieren und das mit den sogenannten
Stefanie Hauer: Carbon Credits kann man das modellieren.
Stefanie Hauer: Wenn da sehr hohe Biodiversitätseffekte sind, kann man dafür hohe Preise erwarten.
Stefanie Hauer: Das heißt, wir nehmen nochmal deine Million, geben das Geld aus für Land,
Stefanie Hauer: was nicht teuer ist und was in der Entwicklung in den nächsten Jahren unfassbare
Stefanie Hauer: Wirkung haben wird auf den Planeten, auf unsere schöne Natur.
Stefanie Hauer: Und du kriegst Jahr für Jahr durch den Verkauf von diesen Ökosystemleistungen
Stefanie Hauer: eine hochattraktive Rendite.
Thomas Mühlnickel: Aber wie viel reden wir da?
Stefanie Hauer: Wir reden da über 10 bis 20 Prozent. Really? Ja, das ist auch unser Anspruch
Stefanie Hauer: bei Nature Recapital, dass wir wettbewerbsfähig sein müssen.
Stefanie Hauer: Denn es geht immer dieses Gerücht rum, was nicht stimmt, dass man entscheiden
Stefanie Hauer: muss, möchte ich weniger schlecht sein oder sogar gut oder möchte ich Geld verdienen.
Stefanie Hauer: Und das ist meine Lebensaufgabe zu beweisen, du musst dich nicht entscheiden,
Stefanie Hauer: du musst nur ein bisschen genauer gucken.
Thomas Mühlnickel: Aber bei so einer hohen Rendite müssten die doch eigentlich alle zu euch laufen,
Thomas Mühlnickel: weil die kriegst du ja sonst kaum irgendwo.
Stefanie Hauer: Sie laufen nicht alle zu uns.
Stefanie Hauer: Weil die Menschen gerne das machen, was sie schon kennen.
Stefanie Hauer: Und das finde ich auch jeden Tag wieder bizarr, dass sie der Natur nicht einfach
Stefanie Hauer: so vertrauen. Die macht das seit Jahr Milliarden.
Stefanie Hauer: Und dann fragen die ganz genau, woher weißt du, dass das in fünf Jahren,
Stefanie Hauer: dass es da nicht regnet oder doch regnet? Und naja, man hat also sehr aufwendige
Stefanie Hauer: Due Diligence Prozesse und nur ein paar führende Firmen trauen sich daran.
Stefanie Hauer: Gott sei Dank. Die machen das schon.
Thomas Mühlnickel: Ist das nur Investment für Firmen oder Privatleute, die sehr viel Geld haben
Thomas Mühlnickel: oder könnte ich jetzt auch mit meinen 3.000 Euro um die Ecke kommen?
Stefanie Hauer: Dieses Projekt ist anders aufgesetzt, das will wirklich groß skalieren,
Stefanie Hauer: aber es gibt genügend in dem Bereich, die Fundraising betreiben im Sinne von,
Stefanie Hauer: kleinen Beträgen, Crowdsourcing.
Thomas Mühlnickel: Okay, und da würde ich auch eine Rendite drauf kriegen?
Stefanie Hauer: Bei manchen Projekten ja. Okay. Also das war ein Beispiel.
Thomas Mühlnickel: Spannend.
Thomas Mühlnickel: Zwei Fragen noch zu dir, bevor wir nochmal weiter ins Thema reindeiven.
Thomas Mühlnickel: Du hast einen eigenen Podcast, Planetary Business.
Thomas Mühlnickel: Ist das für dich Werbung fürs Thema oder schärfen deine eigenen Gedanken? Oder beides?
Stefanie Hauer: Also da habe ich schon echt viel gelernt, Menschen kennengelernt, Methoden und so.
Stefanie Hauer: Das war super. Aber ich mache das seit fünf Jahren und habe deswegen jetzt auch
Stefanie Hauer: einen ganz guten Überblick, auch für neue Investments zum Beispiel.
Stefanie Hauer: Aber das kam damals, weil ich, wie du sagst, ausgestiegen bin aus dem Medienbetrieb,
Stefanie Hauer: und habe mich dann mal umgeguckt, also ganz still nur beobachtet und gelesen und Leute gesprochen,
Stefanie Hauer: außerhalb meiner bisherigen Blase, was ich jedem übrigens mal empfehle,
Stefanie Hauer: wenigstens einmal im Leben rauszugehen und von draußen da wieder hinzugucken. Und da stellst du fest.
Stefanie Hauer: Erstens, die Lage ist noch viel schlimmer, als es in der Öffentlichkeit diskutiert wird.
Stefanie Hauer: Und zweitens, die Antworten und die Lösungen sind viel greifbarer oder sind
Stefanie Hauer: viel vielschichtiger, als ich
Stefanie Hauer: das in den klassischen Medien oder auch auf Social Media erklärt bekomme.
Stefanie Hauer: Aber wir haben ja sowieso ein Bias auch zu dem Negativen hin.
Stefanie Hauer: Oder manche Themen setzen sich immer wieder durch oder denkst,
Stefanie Hauer: das ist doch eigentlich gar nicht so wichtig für unsere Welt und für unsere Zukunft.
Stefanie Hauer: Aber die werden eben sehr gehypt und andere, vor allen Dingen gute Beispiele, kommen zu kurz.
Stefanie Hauer: Und das hat mich wahnsinnig geärgert. Und da dachte ich erstens,
Stefanie Hauer: ich muss solchen Firmen helfen.
Stefanie Hauer: Also ich investiere dort, wo es aus meiner Sicht ganz wichtig ist für die Welt,
Stefanie Hauer: dass was passiert, dass Geschäftsmodelle entwickelt werden, die dann auch groß
Stefanie Hauer: werden können, die aber zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.
Stefanie Hauer: Ja, also zum Beispiel von den SDGs, von den Nachhaltigkeitszielen,
Stefanie Hauer: da siehst du, dass am wenigsten finanzierte Ziele auf der Welt sind die Ozeane.
Stefanie Hauer: Also guck auf die Weltkugel und du weißt, die Ozeane sind riesengroß und die
Stefanie Hauer: kriegen so wenig Geld. Das kann nicht sein.
Thomas Mühlnickel: Weil da niemand so aktiv drauf unterwegs ist, außer Handel zu betreiben.
Thomas Mühlnickel: Es stört mich nicht so sehr. Also nicht besonders Thomas.
Stefanie Hauer: Es ist so eine dunkle Oberfläche und da fühlen wir uns sicher und denken,
Stefanie Hauer: das wird schon alles in Ordnung sein. Aber Spoiler, das ist nicht in Ordnung.
Thomas Mühlnickel: Das Land der Wale und Delfine und Kraken und die können das selber verwalten
Thomas Mühlnickel: und selber mit dem Müll klarkommen, den wir da reingeschmissen haben.
Stefanie Hauer: Ja, denkst du.
Thomas Mühlnickel: Du exponierst dich ja auch ein Stück weit damit. Du hast dieses Podcast,
Thomas Mühlnickel: du hältst Vorträge, wirst auch als Person in diesem Bereich sehr wahrgenommen.
Thomas Mühlnickel: Ich fürchte, du kriegst nicht nur Applaus, oder?
Stefanie Hauer: Für das, was ich da sage? Das ist nicht meine Sorge.
Stefanie Hauer: Da habe ich aber noch nie irgendwas Negatives bekommen.
Stefanie Hauer: Liegt daran, dass wir uns, ich sage mal, wir alle Menschen, die sich sehr engagieren
Stefanie Hauer: für Nachhaltigkeit, wir bleiben in einer Blase.
Stefanie Hauer: Nicht unbedingt, weil wir es wollen.
Stefanie Hauer: Ja, also ich behaupte mal fast, ich kenne alle, die wichtig sind in dem Bereich.
Stefanie Hauer: Es sind leider immer wieder dieselben Pappenheimer.
Stefanie Hauer: Die auch sich gegenseitig erklären, was los ist. Admiring the problem,
Stefanie Hauer: um es ein bisschen gemein zu sagen.
Stefanie Hauer: Aber da gibt es eben noch eine Mehrheit außerhalb dieser Blase,
Stefanie Hauer: die es entweder nicht versteht, da wurde es nicht gut genug erklärt.
Stefanie Hauer: Das ist hauptsächlich meine Arbeitsthese. Wir müssen es besser erklären.
Stefanie Hauer: Und dann gibt es auch noch Menschen, die wollen es nicht wissen.
Thomas Mühlnickel: Ich erlebe es selber hier im Podcast auch immer wieder, dass auf unserem Kanal,
Thomas Mühlnickel: gerade auf YouTube, je nachdem, wie sehr ein Gast ein bestimmtes Publikum stört,
Thomas Mühlnickel: ein sehr radikal rechtes Publikum,
Thomas Mühlnickel: wir auch wirklich schon mit Trollen und Anfeindungen und so immer wieder Probleme
Thomas Mühlnickel: kriegen, die dann immer versuchen, beschäftigen sich dann mit uns.
Thomas Mühlnickel: Es geht dann irgendwie scheinbar an deren Community rum, da ist ganz schlimmer
Thomas Mühlnickel: Gast, ganz schlimme Folge und dann kriegen wir sofort irgendwie da ganz viele
Thomas Mühlnickel: Kommentare, wir löschen das auch alles hart, weil ich will denen auch gar keine Plattform geben.
Thomas Mühlnickel: Ist auch unterschiedlich, manchmal interessiert es die gar nicht und manchmal kommen sie in Scharen.
Thomas Mühlnickel: Da hatte ich jetzt so ein bisschen die Befürchtung, dass die das wahrscheinlich
Thomas Mühlnickel: auch so gehen könnte, weil es ja auch ein Thema ist, das sehr verhetzt worden
Thomas Mühlnickel: ist in den letzten Jahren.
Stefanie Hauer: Ja, also ich persönlich habe das nicht erlebt, aber wir als Gesellschaft erleben das jeden Tag.
Stefanie Hauer: Also die systematische Desorientierung, Desinformation ist himmelschreiend.
Stefanie Hauer: Und das musste ich in den letzten ein, zwei Jahren für mich auch erst mal erarbeiten,
Stefanie Hauer: verstehen, dass Ökologie und Demokratie zwei Seiten einer Medaille sind.
Stefanie Hauer: Du wirst die ökologische Verbesserung nicht hinbekommen ohne Demokratie,
Stefanie Hauer: also nicht in diesem Teil dieser Welt.
Stefanie Hauer: Und die Demokratie wird sehr, sehr leiden, je mehr wir die ökologischen Aspekte vernachlässigen.
Stefanie Hauer: Deshalb, wir brauchen unbedingt eine Form miteinander zu debattieren,
Stefanie Hauer: eine Art über diese Dinge zu reden, die wertschätzend ist und fachlich, sachlich richtig,
Stefanie Hauer: aber eben vieles andere noch berücksichtigt.
Stefanie Hauer: Viele Ängste, die die Menschen haben, Notwendigkeiten, Identitätsthemen,
Stefanie Hauer: und wir brauchen etwas, was systematisch gegen diese noch viel systematischere,
Stefanie Hauer: mit viel Geld ausgestattete Desinformationswelle.
Stefanie Hauer: Ansteckt.
Stefanie Hauer: Und da habe ich als jemand, der früher in den Medien war, große Sorgen und bereite
Stefanie Hauer: gerade mit Kollegen von klimafakten.de, das ist ein ganz kleines Team, aber sind wunderbar,
Stefanie Hauer: die seit vielen Jahren analysieren, was sind die psychologischen Gründe,
Stefanie Hauer: warum Menschen die Realität nicht wahrhaben wollen, warum sie nicht ins Handeln kommen, obwohl es,
Stefanie Hauer: im Sommer fast 50 Grad heiß war an manchen Stellen Europas.
Thomas Mühlnickel: Sind die Desinformationskampagnen wirtschaftlich begründet, ideologisch begründet?
Thomas Mühlnickel: Wen treibt es da rein, das Thema so sehr auf links und falsch zu drehen?
Stefanie Hauer: Also Oil & Gas ist sehr, sehr gut ausstaffiert mit Geld und mit Lobbyisten,
Stefanie Hauer: aber auch alles, was mit Fleisch zu tun hat. Da haben wir,
Stefanie Hauer: eine große Wirkung gegen jegliche Form der Aufklärung.
Stefanie Hauer: Und die ist zum Teil organisiert, zum Teil ist sie tatsächlich in den Menschen auch veranlagt und dann,
Stefanie Hauer: reagieren die positiv auf solche auch von den Algorithmen gesteuerten Falschaussagen.
Stefanie Hauer: Und du hast schon diese algorithmischen Medien, die tendieren dazu,
Stefanie Hauer: das Negative, das Abwertende zu befördern.
Stefanie Hauer: Und weil diese Gespräche über Natur und Klima so sehr deine Identität betreffen,
Stefanie Hauer: deine Überzeugung auch, dass du ja das Richtige getan hast im Leben.
Stefanie Hauer: Es ist ja ein Angriff letztendlich, ein Fragezeichen, hast du bisher richtig gelebt?
Stefanie Hauer: Und da werden die Menschen sehr, sehr emotional.
Thomas Mühlnickel: Ja, ich glaube fast alle kennen das Privatbereich, auch diese Diskussion.
Thomas Mühlnickel: Du willst mir jetzt mein Stück Fleisch wegnehmen, du willst mir jetzt meinen
Thomas Mühlnickel: Flug nach Mallorca einmal im Jahr wegnehmen, du willst mir mein Auto wegnehmen,
Thomas Mühlnickel: meine Heizung, ich soll jetzt frieren im Winter, ich soll kalt duschen,
Thomas Mühlnickel: was da nicht alles immer für Debatten drin sind.
Thomas Mühlnickel: Aber der Kern der ganzen Diskussion, die wir führen, natürlich auch vollkommen
Thomas Mühlnickel: von dem, was ihr treibt, ist ja nicht Verzicht, sondern es ist ja einfach anders wirtschaften. Right?
Stefanie Hauer: Durchaus, durchaus. Und das soll sich nicht widersprechen.
Stefanie Hauer: Ich habe zum Beispiel bei einem Fonds, Planet A heißt der, eine Beteiligung
Stefanie Hauer: in einer Firma, die heißt Makersite.
Stefanie Hauer: Makersite in Deutschland, in
Stefanie Hauer: Stuttgart gegründet, ist die größte Lieferketten-Datenbank auf der Welt.
Stefanie Hauer: Da kannst du sehen für dein Produkt, es kann große Anlage sein oder Flugzeug
Stefanie Hauer: oder sowas, wie kann ich die verschiedenen Teile umsetzen. bewerten.
Stefanie Hauer: Erstmal, welche Teile sind relevant für das Endergebnis? Besonders relevant?
Stefanie Hauer: Fokussieren wir uns darauf.
Stefanie Hauer: Und wie kann ich diese Teile ersetzen oder verändern so,
Stefanie Hauer: dass ich gleichzeitig in der Compliance bin, dass es geopolitische Risiken reduziert,
Stefanie Hauer: dass es ökologisch vertretbar ist oder weniger schlecht als vorher?
Stefanie Hauer: Und jetzt kommt der Clou, dass es auch gleichzeitig günstiger ist.
Stefanie Hauer: Also du sparst Geld, indem du,
Stefanie Hauer: indem du das so veränderst, indem du es grüner machst? Wie kann ich gleichzeitig
Stefanie Hauer: grüner und wirtschaftlicher arbeiten?
Stefanie Hauer: Und diese Firma kann zeigen anhand von 10 Millionen Analysen und bald sind es noch viel mehr.
Stefanie Hauer: Dass es Hand in Hand geht in den allermeisten Fällen. Ist ja eigentlich klar,
Stefanie Hauer: wenn du weniger Energie verbrauchst, wenn du weniger Wasser verbrauchst,
Stefanie Hauer: weniger Materialien sparst, du Geld.
Stefanie Hauer: Es gibt so ein paar Wahrheiten zum Beispiel, dass es billiger ist,
Stefanie Hauer: ein E-Auto zu nutzen auf Dauer als mit Verbrennermotor.
Stefanie Hauer: Das wurde nie gesagt.
Thomas Mühlnickel: Verrückt.
Stefanie Hauer: Ja. Also vielleicht müssen wir auch einen Umweg gehen und nur über Lieferketten,
Stefanie Hauer: Sicherheiten sprechen oder über Kosten in dem Fall.
Stefanie Hauer: Wenn die Menschen so wahnsinnig empfindlich sind in dem Moment,
Stefanie Hauer: wo es um Natur und ökologische Fragen geht.
Thomas Mühlnickel: Was war der beste Rat, den du jemals bekommen hast?
Stefanie Hauer: Wow, Gottes beste Rat.
Stefanie Hauer: Da würden mir jetzt sehr viele Sachen einfallen, aber was ich...
Stefanie Hauer: Was sicher ein guter Spruch ist, wobei das ist von Abraham Lincoln,
Stefanie Hauer: ich kann jetzt nicht behaupten, dass er mir das persönlich umgehängt hat.
Stefanie Hauer: Er hat gesagt, Discipline is choosing between what you want now and what you want most.
Stefanie Hauer: Ich finde das erklärt alles das erklärt wenn wenn unternehmen gewinn für dieses
Stefanie Hauer: jahr maximieren das können sie machen das können,
Stefanie Hauer: weiß ich schokoladenhersteller kann das machen indem er den boden ausbeutet
Stefanie Hauer: und und vertrocknen lässt und so weiter und dann hat er in dem jahr so viel kakao wie nie,
Stefanie Hauer: aber dann hat er eben im nächsten jahr kein kakao mehr also wie können wir uns so disziplinieren,
Stefanie Hauer: dass wir auf Dauer gut leben und immer wieder leben.
Stefanie Hauer: Deswegen finde ich, ist Natur so eine attraktive Investitionsidee,
Stefanie Hauer: weil du ja dann unendlich lange davon leben kannst und nicht nur bis zum 31.12.
Stefanie Hauer: Maximierst und dann guckst du, wie es weitergeht.
Stefanie Hauer: Da haben wir wirklich so einen Denkfehler, indem wir immer nur aufs Ende des
Stefanie Hauer: Jahres gucken und nicht ein großes Unternehmen, vielleicht in Familienhand,
Stefanie Hauer: so anschauen, dass wir überlegen, wie kann das die nächsten 50 Jahre den Gewinn maximieren.
Stefanie Hauer: Und das machen wir, indem wir mit den Ressourcen so umgehen,
Stefanie Hauer: dass wir sie immer wieder verwenden und da nachhaltig im wahrsten Sinne des Wortes mit umgehen.
Thomas Mühlnickel: Ich muss kurz verraten, wir beide haben, ich glaube, vor zwei Wochen eine halbe
Thomas Mühlnickel: Stunde, dreiviertel Stunde miteinander gesprochen und ein bisschen gesprochen,
Thomas Mühlnickel: worüber wir heute reden.
Thomas Mühlnickel: Und seitdem habe ich einen Satz im Kopf.
Stefanie Hauer: Was denn?
Thomas Mühlnickel: Das ist kein guter, leider.
Thomas Mühlnickel: Das ist für mich, die Menschheit steppt nur einmal aus. Das zweites Mal wird sie es nicht schaffen.
Thomas Mühlnickel: Oder eine zweite Chance bekommt sie dafür gar nicht erst. Du hast gerade eben
Thomas Mühlnickel: gesagt, das Problem ist größer als man denkt.
Thomas Mühlnickel: Wie groß ist es?
Stefanie Hauer: Es ist,
Stefanie Hauer: jetzt zitiere ich auch noch Friedrich Merz, obwohl ich das nie wollte.
Stefanie Hauer: Was ist denn los mit dir? Es ist komplex.
Stefanie Hauer: Es ist komplex. Also das darf ich mal für die, die das als Video sehen und die
Stefanie Hauer: anderen müssen sich das vorstellen. Ich habe hier ein Glas Wasser.
Thomas Mühlnickel: Auf YouTube und Spotify können Sie jetzt ja mitgucken.
Stefanie Hauer: Und wenn ich das Glas Wasser an die Kante vom Tisch schiebe und dann geht das hier.
Thomas Mühlnickel: Es fängt an zu kippen.
Stefanie Hauer: Es fängt an zu kippen. Und in dem Moment, wo es anfängt zu kippen und ich es
Stefanie Hauer: natürlich nicht festhalte, fällt es runter.
Stefanie Hauer: Und das war es dann. Das war es dann.
Stefanie Hauer: Und es gibt diese neun planetaren Grenzen, sieben haben wir überschritten.
Stefanie Hauer: Und die sind in Verbindung zu sehen mit Kipppunkten, zum Beispiel Amazonasbecken
Stefanie Hauer: oder die nördlichen Wälder.
Stefanie Hauer: Natürlich die Eisschilde, die schmelzen oder Korallenriffe, wie zum Beispiel vor Australien.
Stefanie Hauer: Das sind Ökosysteme, die einen Punkt haben, wo sie kippen.
Stefanie Hauer: Ich habe dazu einen ganz, ganz tollen Podcast gemacht von Planetary Business
Stefanie Hauer: mit Thoralf Staudt, der das tatsächlich erste populärwissenschaftliche Buch
Stefanie Hauer: überhaupt über Kipppunkte geschrieben hat im letzten Sommer.
Stefanie Hauer: Da hat er das veröffentlicht.
Stefanie Hauer: Und da steuern wir gerade massiv drauf hin, wo am Ende alles mit allem verbunden ist.
Stefanie Hauer: Da kannst du nicht sagen, oh Mensch, jetzt wird es mir ein bisschen warm,
Stefanie Hauer: jetzt lass uns das mal wieder runterdrehen oder an irgendeiner Stellschraube das verändern.
Stefanie Hauer: Dann sind das sich selbst beschleunigende Prozesse. Und da sind wir in Teilen schon angekommen.
Stefanie Hauer: Also das Great Barrier Reef gilt seit Ende letzten Jahres als verloren.
Stefanie Hauer: Was an Tragik, also da finde ich gar keine Worte dafür.
Stefanie Hauer: Andere Bereiche sind vielleicht noch rettbar, aber dann sollten wir auch verstehen,
Stefanie Hauer: was zu tun ist und uns daran halten.
Thomas Mühlnickel: Und gekippt und irreversibel heißt, wir kriegen es nicht in ein paar Jahren
Thomas Mühlnickel: und schon gar nicht in unserer eigenen Lebensspanne zurückgedreht oder wiederhergestellt,
Thomas Mühlnickel: sondern es ist mindestens auf eine sehr lange Zeit anders.
Stefanie Hauer: Also, das ist dann alles anders. Das dauert ein bisschen länger.
Stefanie Hauer: Es ist jetzt nicht so, dass es in unserer Lebenszeit an allen Stellen kippen wird.
Stefanie Hauer: Aber wir in unserer Lebenszeit werden die Dinge so oder so entscheiden für alle
Stefanie Hauer: Generationen, die kommen.
Stefanie Hauer: Und das ist eine Verantwortung die nicht so ausgesprochen wird das kennen wir
Stefanie Hauer: auch gar nicht ich bin für meine Kinder verantwortlich für meinen Job und so aber dass ich für die,
Stefanie Hauer: Menschheit verantwortlich bin und übrigens für Arten die wir alle gar nicht
Stefanie Hauer: kennen wir wissen nicht mal wie viele Arten es auf der Welt gibt,
Stefanie Hauer: das ist so überwältigend dass es verdrängt wird.
Stefanie Hauer: Obwohl die Lösung ganz nah ist. Wir haben sie übrigens auch schon beschlossen.
Stefanie Hauer: Vor vier Jahren gab es eine UNO-Konferenz,
Stefanie Hauer: Montreal, die hat beschlossen, dass wir bis 2030 30 Prozent der Natur wiederherstellen
Stefanie Hauer: und unter Schutz stellen.
Stefanie Hauer: Wohlgemerkt Land und Meer. Im Moment ist es im Meer 9% und Land sind so 16%.
Stefanie Hauer: Seitdem ist quasi nichts passiert. Also die Weltengemeinschaft hat schon die
Stefanie Hauer: Lösung gehabt und eine Roadmap dafür,
Stefanie Hauer: denn Natur kann man wiederherstellen und Natur regeneriert sich eigentlich ganz
Stefanie Hauer: gut und recht schnell, wenn du ihr die Chance gibst.
Stefanie Hauer: Und die Erderhitzung, die eskaliert im Moment so dermaßen, weil wir so viel Natur zerstören.
Stefanie Hauer: Also die Natur, vor allen Dingen die Meere, nehmen nämlich CO2 auf,
Stefanie Hauer: haben das seit Jahrzehnten gemacht und können es jetzt nicht mehr,
Stefanie Hauer: weil sie so geschwächt wurden durch uns.
Stefanie Hauer: Und wenn wir sie wieder stärken würden, würden wir das auch wieder hinkriegen.
Stefanie Hauer: Und die Pariser Menschen.
Stefanie Hauer: Die Vereinbarung sagt, dass wir bis 2050 nicht nur klimaneutral sein sollen,
Stefanie Hauer: das ist gerne ein Irrglaube, sondern dass wir ab 2050 netto negativ sein müssen.
Stefanie Hauer: Das bedeutet, wir müssen jetzt schon anfangen, ins Negative zu gehen.
Stefanie Hauer: Wir haben einen Overshoot und dann einen Undershoot, so heißt das.
Stefanie Hauer: Ich bin im Vorstand vom Deutschen Verband für negative Emissionen.
Stefanie Hauer: Wir haben in Deutschland, behaupte ich jetzt mal.
Stefanie Hauer: Die besten Talente für alle Methoden der CO2-Entfernung. Es ist alles da.
Thomas Mühlnickel: Negative Emissionen heißt mehr CO2 aus der Atmosphäre rausholen, als wir reinstecken.
Stefanie Hauer: Negative Emissionen sind Methoden, um CO2 zu entfernen.
Stefanie Hauer: Das ganz einfache Beispiel ist ein Baum bis hin zu Direct Air Capture und sehr
Stefanie Hauer: viele Methoden dazwischen, die Naturprozesse beschleunigen können.
Stefanie Hauer: Da sind wir weltweit führend mit einer Reihe von tollen Startups,
Stefanie Hauer: aber auch großen Firmen, die das machen. Und, und jetzt halte ich fest.
Stefanie Hauer: Die Zusammenarbeit hat das ermöglicht, dass die Bundesregierung jetzt ein Budget
Stefanie Hauer: zur Verfügung stellt, 500 Millionen über die nächsten drei Jahre,
Stefanie Hauer: um diese Methoden nachzufragen, also als staatlicher Nachfrage aufzutreten,
Stefanie Hauer: was dem Ganzen eine tolle Möglichkeit gibt, überhaupt zu skalieren.
Stefanie Hauer: Wenn du einen Nachfrager hast und der KfW geht da mit rein und so weiter,
Stefanie Hauer: dann fühlen sich andere Investoren in Sicherheit. Und das ist die einzige Regierung
Stefanie Hauer: auf der Welt, die das bisher macht. Kanada wird folgen.
Stefanie Hauer: Also das war mein Punkt vorhin. Es gibt so viel Gutes und wir haben wenig Gelegenheit,
Stefanie Hauer: das zu erklären und gucken viel zu wenig dahin.
Stefanie Hauer: Und dann würden wir auch wahrscheinlich in so einen positiven Aufschwung kommen,
Stefanie Hauer: wenn wir uns immer gegenseitig erzählen würden, was alles tatsächlich jetzt möglich ist.
Stefanie Hauer: Also du fragtest, wie schlimm es ist. Ich würde sagen, wenn wir das nutzen,
Stefanie Hauer: was wir jetzt schon haben, ist es nicht so schlimm.
Stefanie Hauer: Wenn wir weiterhin das ignorieren, dass wir dringend, dringend,
Stefanie Hauer: dringend gebraucht werden.
Stefanie Hauer: Für heute, für uns und für alle Menschen und alle Arten, die jetzt kommen.
Stefanie Hauer: Ja, dann wird es eng.
Thomas Mühlnickel: Das wollte ich gerade einmal verstanden haben, bevor wir auf ein paar Lösungen noch gehen.
Thomas Mühlnickel: Wenn wir so weitermachen wie bislang, ziehen wir uns selber den Teppich unter den Füßen weg.
Thomas Mühlnickel: Und dann wird es für viele Arten, für die Umwelt, wie sie da ist,
Thomas Mühlnickel: für den Menschen irgendwann eng.
Stefanie Hauer: Was heißt hier irgendwann? Also in diesem Sommer hatten wir Bedingungen.
Stefanie Hauer: Frankreich hat 1,5 Millionen Masken ausgeben müssen.
Stefanie Hauer: Die Menschen durften das Haus nicht verlassen. Kanada und die USA,
Stefanie Hauer: ähnliche, wirklich apokalyptische Verhältnisse.
Stefanie Hauer: Und wir haben uns ja eingerichtet in so einer Welt, wo wir immer nur unsere
Stefanie Hauer: vier Wände sehen und Gott sei Dank nicht mitbekommen, was wir vorne und hinten
Stefanie Hauer: in der Lieferkette verursachen.
Stefanie Hauer: Aber das sind schon sehr, sehr viele Menschen, die bereits leiden.
Stefanie Hauer: Und ich finde, wenn man einen großen Teil der Wälder abgeholzt hat und der Meere
Stefanie Hauer: zerstört hat, wir haben jetzt 73 Prozent der Wildtierpopulation zerstört,
Stefanie Hauer: solange ich lebe, und sagt, ja,
Stefanie Hauer: wann wird es eng?
Stefanie Hauer: Ich würde sagen, das ist schon eng.
Stefanie Hauer: Das ist schon lange eng. Dass wir hier an dieser Stelle noch gut leben,
Stefanie Hauer: ist im Grunde diese Absurdität, diese kognitive Dissonanz.
Stefanie Hauer: Ich sitze da gemütlich an der Alster, du bist auch in Hamburg,
Stefanie Hauer: und denke, das Leben ist schön und in Wirklichkeit brennt Europa.
Thomas Mühlnickel: Das ist ja genau der Punkt. Ich glaube, man redet sich zu schnell immer wieder
Thomas Mühlnickel: irgendwie noch erträglich. Dann ist halt mal ein Wochenende in Hamburg wärmer.
Thomas Mühlnickel: Dann sind die Sommer in Hamburg halt wärmer. Das ist doch eigentlich ganz schön.
Thomas Mühlnickel: Dann brennt halt irgendwo mal ein Wald. Das hat er ja immer schon getan.
Thomas Mühlnickel: Jetzt übertreibt doch mal nicht so, dann regnet es hier mal,
Thomas Mühlnickel: dann säuft halt mal das Ahrtal ab, was auch immer.
Thomas Mühlnickel: Aber das sind ja immer mal so kurze Ereignisse, die mich ja bislang bis auf
Thomas Mühlnickel: ein bisschen Hitze nie so richtig betroffen haben und damit kann ich schon umgehen.
Thomas Mühlnickel: Das ist doch das, wie wir es uns immer wieder schönreden, oder?
Stefanie Hauer: Ich bin auch gespannt, was noch passieren muss. Also als das passiert ist mit
Stefanie Hauer: den Masken in Frankreich, wo waren die Menschen, die damals gegen die Masken
Stefanie Hauer: von Corona sich auf sich widersetzt haben und gesagt haben, ich will meine Freiheit.
Stefanie Hauer: Und das sollte auch jedem klar sein, dass die Freiheit neu zu definieren ist.
Stefanie Hauer: Also Freiheit war früher, ich kann einfach mal nach Mallorca fliegen, wenn ich lustig bin.
Stefanie Hauer: Heute ist Freiheit, ich kann da leben bleiben, wo ich zu Hause bin.
Stefanie Hauer: Und die Freiheit des Einzelnen tangiert eben nicht nur die Freiheit der anderen
Stefanie Hauer: heute, hier und jetzt, sondern auch die Freiheit der zukünftigen Lebewesen.
Stefanie Hauer: Das gibt inzwischen Gott sei Dank eine Reihe von Entscheidungen der europäischen
Stefanie Hauer: Gerichte, auch zum Teil weltweit, die das mehr und mehr berücksichtigen.
Stefanie Hauer: Also vielleicht kommt es auch dahin, dass wir, wenn die Wirtschaft sehr zögerlich
Stefanie Hauer: ist hier und da, wenn die Politik meint, die anderen müssen das Problem lösen,
Stefanie Hauer: dann haben wir noch die Gerichte, auf die ich setze.
Stefanie Hauer: Im letzten Jahr hat es der Internationale Gerichtshof entschieden,
Stefanie Hauer: dass die 1,5 Grad jetzt gerissen sind, hat das also bestätigt.
Stefanie Hauer: Und damit ist es jetzt möglich, Prozesse zu führen, die Unternehmen nicht nur
Stefanie Hauer: zwingen, ein bisschen weniger schlecht zu sein und ein bisschen zu reduzieren,
Stefanie Hauer: sondern tatsächlich ihren Krempel der letzten Jahrzehnte wieder aus der Atmosphäre rauszuholen.
Stefanie Hauer: Und das meinte ich vorhin mit, du musst deine ganze Verantwortung sehen.
Stefanie Hauer: Du musst gucken, was habe ich bisher, bleiben wir bei dem CO2-Thema,
Stefanie Hauer: was habe ich bisher emittiert,
Stefanie Hauer: und wie viel Anspruch habe ich auf dieser Welt zu emittieren als einzelnes Unternehmen,
Stefanie Hauer: als einzelner Akteur und bis wir auf 1,5 Grad kommen oder gekommen sind in dem Fall schon.
Stefanie Hauer: Und das muss sich jeder vorhalten lassen, dass jeder hier nur ein Carbon Budget
Stefanie Hauer: hat und in diesem Bereich aktiv sein darf. Und danach muss er gucken,
Stefanie Hauer: wer den Krempel wieder rauskriegt. Und wie gesagt, dafür gibt es längst Methoden.
Thomas Mühlnickel: Da sind wir ein Stück weit bei diesen externalisierten Kosten.
Thomas Mühlnickel: Ich lebe ja ein Industrie-Staats-Kind-Leben.
Thomas Mühlnickel: Wie das dann halt so ist, man hat seinen Fernseher, am besten noch einen zweiten,
Thomas Mühlnickel: einen Wagen, am besten noch einen zweiten oder einen dritten,
Thomas Mühlnickel: vielleicht noch ein Motorrad zum Spaß und man fliegt irgendwie drei,
Thomas Mühlnickel: vier Mal im Jahr irgendwo hin, entweder beruflich oder in Urlaub,
Thomas Mühlnickel: kauft sich ständig neue Klamotten, ist zweimal die Woche Steak.
Thomas Mühlnickel: Also ich kann tausend Beispiele finden, die irgendwie so in Ländern wie Deutschland
Thomas Mühlnickel: total zum Standard eigentlich gehören, die aber anderen Menschen auf der Welt
Thomas Mühlnickel: oder eben auch der Natur Kosten aufhelfen, die wir in Wahrheit mit dem,
Thomas Mühlnickel: was wir dafür bezahlen, gar nicht bezahlen.
Thomas Mühlnickel: Warum ist dieses System so unfair?
Stefanie Hauer: Weil wir noch ein System haben, was aus einer Situation kommt,
Stefanie Hauer: wo wir drei, vier Milliarden Menschen hatten und noch nicht so viel Raubbau
Stefanie Hauer: betrieben haben. Da war das auch nicht nötig.
Stefanie Hauer: Da konnte man sich so durchwurschteln.
Stefanie Hauer: Und das bewerten wir jetzt neu. Also es gibt ja längst auf der ganzen Welt Ansätze dafür.
Stefanie Hauer: Sie sind noch nicht so stark in der Umsetzung oder sie sind noch nicht so hochpreisig,
Stefanie Hauer: dass sie wirklich genug verändern.
Stefanie Hauer: Und da hilft es übrigens auch nicht, wenn die Gesetzgeber immer hin und her schwanken.
Stefanie Hauer: Ja, diese Diskussion um den ETS zum Beispiel oder die Diskussion im vorangegangenen Jahr hatten wir.
Stefanie Hauer: Eine Entscheidung von Brüssel, dass Unternehmen berichten müssen,
Stefanie Hauer: wo sie in Nachhaltigkeit investieren. Das wurde sehr stark zurückgefahren.
Stefanie Hauer: Dann musst du dir vorstellen, es gibt viele Unternehmen, die wollen ja,
Stefanie Hauer: über ökologische Themen nachdenken und in den Bereich investieren,
Stefanie Hauer: aber die sagen, bis ich das hier entschieden habe, sind zehn Jahre rum bei großen
Stefanie Hauer: Anlagen und dann muss das Ding 30 Jahre laufen.
Stefanie Hauer: Und wenn ich hier alle zwei Jahre eine Veränderung in der Gesetzgebung habe, da drehe ich ja durch.
Stefanie Hauer: Also mehr als ihr denkt, würde ich sagen, haben sich Unternehmen längst auf den Weg gemacht.
Stefanie Hauer: Beispiel im Stahlbereich, Salzgitter. Die haben einen Businessplan,
Stefanie Hauer: der davon ausgeht, dass wir die externalisierten Kosten so bepreisen und dass,
Stefanie Hauer: das System sie belohnen wird dafür, dass sie nicht den Wettbewerb verzerren,
Stefanie Hauer: indem sie alles nehmen und den anderen Freiheitsgrade einschränken.
Stefanie Hauer: Also wir brauchen hier eine Gleichförmigkeit oder einen Rückgrat in der Politik.
Thomas Mühlnickel: Stefanie, würdest du mir kurz fünf Sätze vervollständigen?
Stefanie Hauer: Ja.
Thomas Mühlnickel: In der Öffentlichkeit beeindruckt mich derzeit.
Stefanie Hauer: Luisa Neubauer.
Thomas Mühlnickel: Über Deutschland denke ich.
Stefanie Hauer: Dass wir das Beste noch vor uns haben.
Thomas Mühlnickel: Wir sollten mehr Wert legen auf.
Stefanie Hauer: Wertschätzen den Umgang miteinander und mit unseren Lebensgrundlagen.
Thomas Mühlnickel: Der nachfolgenden Generation rate ich.
Stefanie Hauer: Ach Gott, meine Kinder würden sagen, nicht noch ein Rat.
Stefanie Hauer: Jeden Tag rate ich denen irgendwas. Carpe that fucking diem.
Thomas Mühlnickel: Morgen wird besser als heute, weil...
Stefanie Hauer: Weil wir so denken müssen, weil wir uns einfach überraschen lassen können.
Stefanie Hauer: Und natürlich sind bestimmte traurige Entwicklungen wahrscheinlich,
Stefanie Hauer: aber großartige, überraschende, positive Veränderungen sind möglich.
Stefanie Hauer: Und deswegen glaube ich an das Mögliche.
Thomas Mühlnickel: Sehr gut, danke dir. Du hattest eben am Anfang einmal kurz beschrieben,
Thomas Mühlnickel: man kann was tun über seinen Konsum, über seine Investitionen oder eben auch
Thomas Mühlnickel: über seine berufliche Tätigkeit.
Thomas Mühlnickel: Das ist ja die Frage, die wir hier im Podcast auch so gerne besprechen.
Thomas Mühlnickel: Was kann jeder Einzelne eigentlich beitragen und tun?
Thomas Mühlnickel: Können wir diese drei Punkte einmal kurz durchgehen?
Thomas Mühlnickel: Was kann ich in meinem Konsum tun?
Stefanie Hauer: Weniger Fleisch essen.
Thomas Mühlnickel: Ist es alles Fleisch? Sind die Hühner Wurst oder sind die Hühner auch ein Problem?
Stefanie Hauer: Also natürlich sind alle schützenswert und es hilft uns auch nicht,
Stefanie Hauer: wenn du dir... Sind die Hühner Wurst?
Thomas Mühlnickel: Das war ein schöner Satz.
Stefanie Hauer: Wenn du überlegst, wenn du jetzt alle alle,
Stefanie Hauer: alle Säugetiere auf eine Waage tust, die Menschen, die Nutztiere und die Wildtiere.
Stefanie Hauer: Wie viel Prozent des Gewichtes sind die Wildtiere?
Thomas Mühlnickel: Fünf.
Stefanie Hauer: Nicht schlecht, vier Prozent. Also vier Prozent, fast alles auf der Welt,
Stefanie Hauer: sind Nutztiere, die unter den bekannten Bedingungen leben.
Stefanie Hauer: Aber wenn du dir jetzt die Bilanz anguckst, dann würde ich sagen,
Stefanie Hauer: fang einfach damit an, gar kein Rindfleisch mehr zu essen. Dann hast du schon ziemlich gute Wirkung.
Thomas Mühlnickel: Klamotten? Ist das ein Riesenthema? Fast Fashion?
Stefanie Hauer: Ja.
Thomas Mühlnickel: Weil zu viel Wasserverbrauch?
Stefanie Hauer: Weil alles.
Stefanie Hauer: Ich hatte für meinen Podcast lange gesucht nach einer Firma,
Stefanie Hauer: die damit gut umgeht, die Kleidung herstellt oder herstellen lässt und das vertretbar
Stefanie Hauer: macht und kam dann tatsächlich auf Chibo.
Thomas Mühlnickel: Chibo?
Stefanie Hauer: Chibo, ja. Chibo ist ganz weit vorne.
Thomas Mühlnickel: Da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen.
Stefanie Hauer: Ja, Chibo hat damals das, was wir heute als Lieferkettengesetz in Deutschland
Stefanie Hauer: kennen, hat Chibo damals angefangen und den Bangladescher Court gemacht,
Stefanie Hauer: hier geht es auch um soziale Aspekte,
Stefanie Hauer: wo die Näherinnen mehr Sicherheiten haben und Betriebsschutz und sowas.
Stefanie Hauer: Zusammen mit großen anderen Firmen wie Inditex, kennt man von Sarah oder Tommy Hilfiger.
Stefanie Hauer: Aber Jibo war im Lead. Jibo hat die weltweite Textilindustrie auf Qualitäts-
Stefanie Hauer: und Sicherheitsstandards gebracht.
Thomas Mühlnickel: Wow.
Stefanie Hauer: Ja.
Thomas Mühlnickel: Was kann ich machen?
Stefanie Hauer: Sag mir irgendwas. Und ich habe immer ein paar Beispiele, die das können und
Stefanie Hauer: die übrigens dabei auch nie untergegangen sind oder Geld verloren haben mehr als andere.
Stefanie Hauer: Also das ist immer so ein Reflex.
Stefanie Hauer: Aber es stimmt nicht. Es gibt sehr gute Firmen, die das vorbildlich machen.
Thomas Mühlnickel: Was mache ich mit meinem Flugkonsum?
Stefanie Hauer: Das ist nicht gut.
Thomas Mühlnickel: Das ist ja tatsächlich einfach pro Kilometer, so war ein riesiger Ausstoß einfach pro Person.
Stefanie Hauer: Ich habe mit meinen Kindern so ein Interrail-Programm gemacht durch ganz Europa.
Stefanie Hauer: Sensationell, kann ich nur empfehlen.
Stefanie Hauer: Ja, gute Idee. Wenn du da von Paris nach London fährst im Zug,
Stefanie Hauer: ist es einfach ein Glück.
Thomas Mühlnickel: Wir sprachen heute Morgen noch, eben noch über unsere heutigen Trips von Hamburg
Thomas Mühlnickel: nach Berlin, die nicht ganz so einfach mit der Bahn sind.
Stefanie Hauer: Ja, ich sage, deswegen musst du außerhalb Deutschlands im Zug ran.
Thomas Mühlnickel: Das ist eine gute Idee. Machen wir ab jetzt. Was mache ich beruflich?
Stefanie Hauer: Ja, beruflich solltest du in Unternehmen gehen,
Stefanie Hauer: die sind alle nicht perfekt, aber es gibt schon welche, die haben eine Überzeugung,
Stefanie Hauer: und die haben schon gezeigt, dass sie Kompromisse eingehen werden immer wieder, aber nur bedingt.
Stefanie Hauer: Die haben irgendein etwas, was sie noch davon abhält, immer nur zu denken, nach mir, die sind Flut.
Stefanie Hauer: Die gibt es. Oder gehe in ein Unternehmen, das da noch nicht so weit ist und
Stefanie Hauer: versuche, die Menschen zu bekehren. Schwieriger Job.
Stefanie Hauer: Hohe Burnout-Rate. Also vielleicht sucht man sich vor allen Dingen Mitstreiter,
Stefanie Hauer: innerhalb einer Firma oder innerhalb einer Organisation und macht das als konzertierte
Stefanie Hauer: Aktion, dann wird das besser. Also sucht euch Verbündete.
Thomas Mühlnickel: Kommen wir nochmal zum dritten Punkt, nochmal zum Investieren zurück. Ich bin Kleinsparer.
Thomas Mühlnickel: Kann ich da irgendwie klüger, also irgendwie ja, kann ich richtig klug investieren als Kleinsparer?
Stefanie Hauer: Es gibt ein paar Banken, die das wirklich ordentlich machen. Beispiel GLS Bank.
Thomas Mühlnickel: Lustigerweise, Eisen aus Mann-Hunu war gerade erst hier bei mir,
Thomas Mühlnickel: die Vorstandsvorsitzende.
Stefanie Hauer: Ja, die kenne ich auch. Genau, da muss ich das ja nicht erklären.
Stefanie Hauer: Natürlich hast du da nicht diese Sprünge, wie wenn du jetzt in AI und in Rüstung
Stefanie Hauer: investierst. Aber vielleicht machst du es einfach, weil du dran glaubst.
Thomas Mühlnickel: Man kann ja auch immer noch mischen. Die Frage ist, gehe ich jetzt mit allem
Thomas Mühlnickel: anders? Kann ich meinen kompletten Konsum ändern? Kann ich meine kompletten
Thomas Mühlnickel: Investitionen ändern? Kann ich meinen Beruf ändern? Ich glaube,
Thomas Mühlnickel: die wenigsten Leute würden jetzt einfach mal so sagen, jawohl,
Thomas Mühlnickel: kann ich, mache ich morgen. Alles drei sofort anders.
Thomas Mühlnickel: Aber wir sollten uns schon alle auf den Weg machen, gell?
Stefanie Hauer: Naja, wir müssen nicht alles ändern, das wäre nicht wirtschaftlich.
Stefanie Hauer: Du überlegst dir, wo habe ich die größte Wirkung und das ist meistens nicht,
Stefanie Hauer: bei der Glühbirne, die du auswechselst in deiner Wohnung.
Stefanie Hauer: Ich hatte mal vor einer Weile einen Vortrag gehalten bei Axel Springer.
Stefanie Hauer: Und da fragte mich danach eine Redakteurin, ob sie ihren Gartenspringer noch anmachen darf.
Stefanie Hauer: Und da habe ich ihr erklärt, dass ihr Gartenspringer wirklich nicht relevant ist.
Stefanie Hauer: Was sie kann in diesem Job, ist Hunderttausende oder Millionen Menschen aufklären.
Stefanie Hauer: Und jeder hat Macht. Jeder ist Vorbild. Immer.
Stefanie Hauer: Du musst nicht viel Geld haben, du musst auch noch nicht mal an einer wahnsinnig
Stefanie Hauer: wichtigen Stelle innerhalb einer Organisation sein, um Vorbild zu sein.
Stefanie Hauer: Und wenn du durch die Straße läufst und sagst, guck mal, ich esse kein Fleisch
Stefanie Hauer: mehr und seitdem habe ich eine viel bessere Gesundheit oder ich bin schlank
Stefanie Hauer: oder ich sehe toll aus, das sehen die anderen.
Stefanie Hauer: Das registrieren sie.
Thomas Mühlnickel: Vorbild sein. Das ist was für alle.
Thomas Mühlnickel: Du hast gerade im Nebensatz AI gesagt. AI ist energetisch ein Riesenproblem.
Thomas Mühlnickel: Kann es auch ein Teil der Lösung sein zum Erkennen neuer Wege,
Thomas Mühlnickel: zum Finden noch besserer, schnellerer Lösungen?
Stefanie Hauer: Ja, auch das, also es ist ja, AI ist, was du daraus machst.
Stefanie Hauer: Wenn du das benutzt,
Stefanie Hauer: um Klarheit zu haben darüber, wie,
Stefanie Hauer: Ökosysteme funktionieren, ist es was Wunderbares, das passiert ja auch.
Stefanie Hauer: Wenn du das machst, um Lieferketten zu verbessern oder um Wassernutzung im Kreislauf möglich zu machen.
Stefanie Hauer: Super Sache. Dann sollte es aber auch die Aufgabe von jeglicher AI-Investition
Stefanie Hauer: sein und das ist es definitiv noch nicht.
Stefanie Hauer: Das sehe ich nicht es ist kann auch hier wieder alles da alles möglich es ist unsere wahl.
Thomas Mühlnickel: Ist das ein trend der sich noch aufhalten ist dass diese riesigen factories
Thomas Mühlnickel: der firmen immer gerade so massiv aufgebaut werden immer mehr werden weil es scheint ja ein
Thomas Mühlnickel: absolut Gegenwarts- und Zukunftstechnologie zu sein.
Thomas Mühlnickel: Die Frage ist ja für mich dann, wenn es sowieso kommt. Ich halte es gerade nicht
Thomas Mühlnickel: mehr für in irgendeiner Form aufhaltbar, in Teilen vielleicht regulierbar.
Thomas Mühlnickel: Vielleicht gibt es auch manche Hypes und Trends darin, die die Leute irgendwann
Thomas Mühlnickel: nicht mehr mitmachen. Da wird die eine Firma untergehen, die andere wird größer werden.
Thomas Mühlnickel: Aber wir müssen uns dann ja das, was da kommt, dann irgendwie auch nutzbar machen
Thomas Mühlnickel: oder zumindest managebar machen, oder?
Stefanie Hauer: Also ich nutze AI sehr gerne. Ich finde das großartig. Aber es beschäftigt uns.
Stefanie Hauer: Es ist im Moment das Talk of the Town und die Firmen überlegen,
Stefanie Hauer: wie kann ich damit umgehen und so.
Stefanie Hauer: Und noch vor zwei Jahren dachten wir in der Nachhaltigkeits-Community,
Stefanie Hauer: jetzt ist endlich die Natur dran.
Stefanie Hauer: Ja, jetzt haben wir auch regulatorisch das so auf den Weg gebracht. Jetzt geht's los.
Stefanie Hauer: Und dann kam jetzt plötzlich AI. Also weltweit haben im letzten Jahr die VCs
Stefanie Hauer: 80 Prozent ihres Geldes in AI-Firmen investiert.
Stefanie Hauer: Hätten sie das Geld investiert in Firmen, die der Welt beibringen,
Stefanie Hauer: wie Kreislaufwirtschaft funktioniert und wie man regenerative Wirtschaft hat,
Stefanie Hauer: dann wären wir jetzt deutlich weiter also du hast halt immer diese Ausreden,
Stefanie Hauer: und Ablenkungen von dem, was,
Stefanie Hauer: so vor uns steht, also das springt dich ja förmlich an,
Stefanie Hauer: in diesem Jahr mehr denn je und wir suchen uns immer so Nebenkriegsschauplätze,
Stefanie Hauer: die für sich genommen wirklich berechtigt sind. Also ich finde das auch faszinierend, was da passiert.
Stefanie Hauer: Aber ist es gerade das Allerwichtigste, wenn der Planet kurz vorm Kollaps ist?
Thomas Mühlnickel: Da sind wir wieder bei der Kommunikation und dem Verstehen, die Wirtschaft ist
Thomas Mühlnickel: die Unterabteilung der Natur.
Thomas Mühlnickel: Was ist
Thomas Mühlnickel: Wer ist es? Politik, Medien, Wirtschaft? Was kann man da besser kommunizieren?
Thomas Mühlnickel: Wie kriegt man es besser kommuniziert, dass es uns allen so viel klarer wird?
Stefanie Hauer: Da werden wirklich große Fehler gemacht. Zum Beispiel die Geschichte,
Stefanie Hauer: die ich auch in hervorragenden Medien immer wieder höre.
Stefanie Hauer: Deutschland hätte nur 1,5 Prozent Anteil an den Emissionen weltweit und dann bringt das ja nichts.
Stefanie Hauer: Also diese Zahl bezieht sich auf die Emissionen der Deutschen aus Deutschland heraus.
Stefanie Hauer: Da ist nicht dein Kaffee dabei, der kommt irgendwo her, dein Kakao ist da nicht
Stefanie Hauer: dabei, dein Leder, dein Holz, was du konsumierst, was du verwendest, alles nicht dabei.
Stefanie Hauer: Also die Lieferkette ist einfach mal ausgeblendet in einem Land,
Stefanie Hauer: das 80 Prozent der Rohstoffe, die dann verwendet werden, importiert.
Stefanie Hauer: Und in die andere Richtung, jeder BMW, der da draußen rumfährt in der Welt,
Stefanie Hauer: wird ja von uns konzipiert.
Stefanie Hauer: Und mal ein Beispiel, Siemens Energy, die jetzt wahnsinnige Aufträge haben von
Stefanie Hauer: Gasturbinen, weil sie die AI-Firmen unterstützen, unglaublich durch die Decke
Stefanie Hauer: gehen, keine allzu gute Nachricht an der Stelle.
Stefanie Hauer: Die haben ein Scope 3, also eine Wirkung aufs Klima durch ihre Anlagen auf der Welt.
Stefanie Hauer: Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Bundesrepublik an Emissionen hat.
Stefanie Hauer: Heißt im Negativen, dass wir viel schlechter sind, als wir denken.
Stefanie Hauer: Im Positiven heißt das, wir haben eine unglaubliche Macht.
Stefanie Hauer: Wenn wir zeigen, wie es geht, wenn wir zeigen, wie andere Länder,
Stefanie Hauer: andere Firmen auf der Welt oder Organisationen mehr Rücksicht nehmen können auf das, was ist.
Stefanie Hauer: Wenn wir dabei erfolgreich sind, dann gucken alle zu.
Stefanie Hauer: Und auch sowas wie das European Trading System zum Beispiel,
Stefanie Hauer: was in diesem Jahr sehr kritisiert wird, europaweit, das wird von den Chinesen
Stefanie Hauer: nachgemacht. Die finden das toll.
Stefanie Hauer: Also mit stolzgeschwellter Brust sollten wir eigentlich sagen,
Stefanie Hauer: wir waren doch schon immer Öko.
Stefanie Hauer: Warum sollten wir das jetzt nicht zu unserem ultimativen Wettbewerbsvorteil,
Stefanie Hauer: eigentlich zu unserer Daseinsberechtigung machen in einer Welt,
Stefanie Hauer: die gerade die Karten neu mischt?
Stefanie Hauer: Und ich komme nochmal zu dem Beispiel Carbon Removal, wo wir in Deutschland
Stefanie Hauer: schon so gut sind und noch mehr Mitstreiter und Aufmerksamkeit und Geld und
Stefanie Hauer: Regulatorik brauchen. Warum sollte das nicht sein?
Stefanie Hauer: Der Exportschlager Nummer eins werden? Warum sollten wir uns damit nicht reich und berühmt machen?
Stefanie Hauer: Warum haben wir da so wenig Fantasie? Also wir sind schon einen sehr großen
Stefanie Hauer: Schritt vorangekommen und was wir in der Wirtschaft immer wollen,
Stefanie Hauer: auch in der Gesellschaft im Allgemeinen, das ist Sicherheit,
Stefanie Hauer: Gewissheit. Die gibt es nun nicht mehr, haben wir verstanden.
Stefanie Hauer: Aber an manchen Stellen gibt es sie eben doch. Also es ist total sicher, wenn du mich fragst,
Stefanie Hauer: dass wir mit der Erderhitzung ein Problem haben werden, alle miteinander und es schon haben.
Stefanie Hauer: Finden eine Lösung dafür. Es ist total sicher, dass wir kaum mehr Rohstoffe
Stefanie Hauer: haben, dass immer weniger Möglichkeiten haben werden, die zu sourcen oder auch
Stefanie Hauer: abhängiger werden von den Ländern, die das bieten.
Stefanie Hauer: Das ist auch gesetzt.
Stefanie Hauer: Also es gibt so viele Dinge, worauf du ich verlassen kannst.
Stefanie Hauer: Ich verlasse mich drauf, dass
Stefanie Hauer: Wald immer wertvoll sein wird und Luft zum Atmen immer nötig sein wird.
Thomas Mühlnickel: Wir haben noch ein Problem, das damit sogar korrespondiert. Deutschland verliert
Thomas Mühlnickel: gerade Monat für Monat 15.000 Arbeitsplätze in der Industrie,
Thomas Mühlnickel: auf die wir uns immer so viel eingebildet haben und die ja auch wirklich der
Thomas Mühlnickel: absolute Motor dieses Landes war, warum wir so eine Exportnation sind.
Thomas Mühlnickel: Und da gehen jedes Jahr 180.000 Arbeitsplätze gerade verloren.
Thomas Mühlnickel: Das ist doch genau das, wo man jetzt genau diese Jobs schaffen könnte.
Stefanie Hauer: Da müsstest du vielleicht ein bisschen visionärer sein in diesem Land und auch
Stefanie Hauer: positiv denken und dass wir uns was zutrauen und sagen, alle mir nach.
Stefanie Hauer: Und wir haben das schon oft genug gemacht. Es gibt diese Kipppunkte.
Stefanie Hauer: Sie gab es zuletzt nicht mehr hier.
Stefanie Hauer: Ja, also es gab zum Beispiel mal einen Mann, der hat in Klausthal studiert und
Stefanie Hauer: hat dann bei Audi gearbeitet.
Stefanie Hauer: Und weil er selbst aus China stammte, durfte er dort die chinesischen Delegationen
Stefanie Hauer: rumführen. Und irgendwann hat er begriffen, Mensch, die Deutschen,
Stefanie Hauer: die sind so gut im Verbrenner.
Stefanie Hauer: Das werden wir Chinesen nie schaffen.
Stefanie Hauer: Aber beim E-Auto, da sind sie noch nicht so weit. Und der Mann ist zurückgegangen
Stefanie Hauer: nach China und er wurde dort der Wissenschaftsminister von China.
Thomas Mühlnickel: Ach was.
Stefanie Hauer: Ja, und hat dreimal fünf Jahre die Planung gemacht für die Wirtschaft und wir
Stefanie Hauer: wissen, wo das hingeführt hat.
Stefanie Hauer: Also,
Stefanie Hauer: die Fantasie, dass alles noch viel besser wird, die fehlt uns.
Thomas Mühlnickel: Stattdessen verteidigen wir das gestern.
Stefanie Hauer: Ja, also beim Stichwort Verbrenner ist das schon wirklich erschütternd.
Thomas Mühlnickel: So, jetzt wollen wir aber kurz vorm Schluss nicht deprimiert hier rausmarschieren.
Thomas Mühlnickel: Gibt es zwei, drei richtig gute, positive Projekte, Beispiele,
Thomas Mühlnickel: die du die letzten Jahre gesehen hast, wo du sagst, okay, da haben Leute angepackt,
Thomas Mühlnickel: da haben Leute was gemacht und wir sehen erste Ergebnisse, dass das funktioniert, was die tun?
Stefanie Hauer: Wo soll ich denn da anfangen?
Stefanie Hauer: Ich,
Stefanie Hauer: habe zum Beispiel ein Unternehmen, das heißt Inversa Leathers,
Stefanie Hauer: das möchte ich mal zitieren, weil das komplett jenseits der Wahrnehmung ist,
Stefanie Hauer: das Problem der invasiven Arten.
Stefanie Hauer: Letztendlich war Corona eine invasive Art, da wissen wir, wie schlimm das war
Stefanie Hauer: und die Natur hat jeden Tag Corona.
Stefanie Hauer: Da kommen andauernd Tiere, die ja nicht hingehören oder Pflanzen auch.
Stefanie Hauer: Und Inversa Leathers ist eine Firma, die die invasiven Arten rauspickt aus dem Ökosystem.
Stefanie Hauer: Zum Beispiel die Pythonschlange, die hat sich in den Everglades breit gemacht.
Stefanie Hauer: Absolute Katastrophe. Die Pythonschlange wird nicht als Feind erkannt und hat
Stefanie Hauer: dort keine Feinde und hat stellenweise
Stefanie Hauer: schon 60 Prozent der Einheimischen Wildtierpopulation zerstört.
Stefanie Hauer: So, und diese Firma geht hin und nimmt die raus, bezahlt dafür Jäger und macht
Stefanie Hauer: aus der Haut von den Python Schlangen hochwertige Handtaschen und Schuhe.
Stefanie Hauer: Also du bezahlst dafür, das sind Luxuslabels, mit denen die zusammenarbeiten,
Stefanie Hauer: du bezahlst dafür, dass die die Ökosysteme bereinigen um die invasiven Arten.
Stefanie Hauer: Je mehr du kaufst, umso besser ist es zum Beispiel für die Everglades.
Stefanie Hauer: Das ist so ein Beispiel. Ich finde das ganz süß, weil das zeigt, dass alles möglich ist.
Thomas Mühlnickel: Ein Werbeblock für Python-Leder hatte ich heute nicht gerechnet, aber interessant.
Stefanie Hauer: Ja, ja. Dann...
Stefanie Hauer: Wann haben wir denn noch? Es gibt etwas, das heißt Enhanced Rock Weathering,
Stefanie Hauer: also das ist die Verwitterung des Gesteins, die es schon immer gab übrigens.
Stefanie Hauer: Also es gibt einen CO2-Kreislauf, der Baum kippt um und verwittert,
Stefanie Hauer: das ist bekannt oder verbrennt.
Stefanie Hauer: Das heißt, er nimmt CO2 auf und gibt es wieder ab.
Stefanie Hauer: Die Natur ist der größte Emittent immer gewesen aber die weiß halt wie man den
Stefanie Hauer: Krempel wieder reinholt,
Stefanie Hauer: und es gibt einen Kreislauf da speit ein Vulkan CO2 aus und die Steine nehmen,
Stefanie Hauer: die Partikel wieder auf machen sie schon immer, hast du nur nicht mitbekommen,
Stefanie Hauer: es dauert auch wirklich lang Hunderttausende von Jahren und Millionen Jahre,
Stefanie Hauer: und es gibt eine Möglichkeit das zu beschleunigen,
Stefanie Hauer: Du beschleunigst die Verwitterung und damit die Aufnahme von CO2 durch Steine.
Stefanie Hauer: Wir haben es gesehen, wir machen mit dem Verband, wo ich tätig bin,
Stefanie Hauer: so Rundreisen für Interessierte, für Bundestagsabgeordnete und Wirtschaftsleute
Stefanie Hauer: und zeigen denen in Deutschland, wo das alles längst passiert.
Stefanie Hauer: Da waren wir zum Beispiel in einem Labor, wo analysiert wird,
Stefanie Hauer: welche Bodenarten, welche Gesteinsarten und welche Bewässerung brauchst du,
Stefanie Hauer: um diesen Prozess maximal zu beschleunigen, sodass man sich dann angucken kann,
Stefanie Hauer: wo auf der Welt investieren wir in Land und nutzen das, um die CO2-Aufnahme
Stefanie Hauer: so zu ermöglichen und zu beschleunigen.
Thomas Mühlnickel: Wahnsinn.
Stefanie Hauer: Also alles da, was wir natürlich dafür brauchen, das ist eine Nachfrageseite
Stefanie Hauer: und die wird so richtig in die Gänge kommen, erst wenn die Regulatorik da stärker
Stefanie Hauer: ist. Aber da tut sich auch was, da hat die EU auch schon einiges vorgelegt,
Stefanie Hauer: muss ich fairerweise sagen.
Stefanie Hauer: Es dauert alles, it's too little too late, aber es passiert was und wahrscheinlich
Stefanie Hauer: werden wir auch wegen der Umstände hier auch eine Beschleunigung sehen.
Stefanie Hauer: Auf Seiten des Gesetzgebers, das würde mich nicht wundern, darauf hoffe ich.
Thomas Mühlnickel: Stefanie, was macht dir Mut?
Stefanie Hauer: Jeden Tag immer wieder. Ich habe tolle Menschen mit Ideen und...
Stefanie Hauer: Was macht mir Mut? Meine Kinder machen mir Mut.
Stefanie Hauer: Ich habe gar keine Wahl, nicht Mut zu haben.
Thomas Mühlnickel: Wir beide steigen jetzt an der Zeitmaschine. Wir fliegen ins Jahr 2050 und steigen
Thomas Mühlnickel: am Brandenburger Tor wieder aus.
Stefanie Hauer: Am Brandenburger Tor gibt es das, oder?
Thomas Mühlnickel: Das ist jetzt die Frage. Was für ein Land werden wir sehen?
Stefanie Hauer: Es gibt von Toral Staud das Buch Deutschland 2050. Da gehst du durch das Buch
Stefanie Hauer: und verstehst, in welchem Zustand dieses Land ist, wenn es immer heißer wird.
Stefanie Hauer: Ich glaube, wir hatten das jetzt im vergangenen Sommer schon.
Stefanie Hauer: Das wäre natürlich die Dystopie. Aber die Utopie ist, dass wir in Berlin sind,
Stefanie Hauer: und uns sehr freuen, dass wir die Wirtschaftsmacht Nummer eins geworden sind
Stefanie Hauer: darüber, dass wir Methoden haben, Materialien haben,
Stefanie Hauer: Technologie und auch Investitionsmodelle,
Stefanie Hauer: um das anzubieten, was berücksichtigt, dass die planetaren Grenzen sind.
Stefanie Hauer: So sind, wie sie sind und drehen das ganze Ding um.
Thomas Mühlnickel: Stefanie, das war ein sehr aufrüttelndes, aufweckendes und hochgradig spannendes
Thomas Mühlnickel: Gespräch. Ich danke dir vielmals für den Besuch.
Stefanie Hauer: Danke dir fürs Zuhören. Danke für die Einladung. Und wir müssen jetzt was draus machen.
Stefanie Hauer: Ich kann immer nur reden und versuchen, Verbündete zu finden.
Stefanie Hauer: Ich suche dringend noch Menschen, die mit mir dieses Thema Klimakommunikation angehen.
Stefanie Hauer: Ja, wir können uns das nicht bieten lassen, dass ein paar amerikanische oder
Stefanie Hauer: chinesische Tech-Konzerne diese Falschaussagen verbreiten und übrigens auch
Stefanie Hauer: noch unsere Kinder krank machen, aber das ist sicher ein anderes Thema.
Stefanie Hauer: Da sollten wir, fighting fire with fire, würde ich da sagen,
Stefanie Hauer: da sollten wir auch ein bisschen selbstbewusster und großkotziger auftreten
Stefanie Hauer: und uns wehren und unsere schöne Welt verteidigen.
Thomas Mühlnickel: Packen wir es an.
Stefanie Hauer: Ja.
Thomas Mühlnickel: Das war damit die guten Gewinnen. Wenn dir die Folge gefallen hat,
Thomas Mühlnickel: abonniere unseren Kanal gerne auf YouTube oder auf der Podcast-Plattform deiner Wahl.
Thomas Mühlnickel: Ich würde mich sehr freuen, wenn du demnächst wieder reinhörst. Bis bald.
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