„Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen?" – Kristina Lunz über Hass im Netz

Shownotes

In dieser Folge von „Damit die Guten gewinnen" spricht Thomas Mühlnickel mit Kristina Lunz, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Mitgründerin des Centre for Feminist Foreign Policy, über Frauenhass im Netz, organisierte Mobs und die Frage, was jede und jeder Einzelne dagegen tun kann.

Kristina Lunz kommt aus einem Dorf mit 60 Einwohner*innen, studierte in London und Oxford und war die erste in ihrer Familie, die studiert hat. 2014 legte sie sich mit einer Kampagne gegen Sexismus in der Bild-Zeitung mit dem größten Medienkonzern Deutschlands an. 2016 gehörte sie zu den Stimmen, die die Änderung des Sexualstrafrechts nach dem Prinzip „Nein heißt Nein" durchgesetzt haben. Acht Jahre lang baute sie das Centre for Feminist Foreign Policy auf, mit über 60 internationalen Projekten zu Abrüstung, Menschenrechten und Klimagerechtigkeit.

Im Gespräch geht es nicht um abstrakte Debatten über Hass im Netz, sondern um die Mechanik dahinter: Wie aus wenigen Accounts ein scheinbarer Massenprotest wird, warum Extreme belohnt werden und was das mit Frauen macht, die sich öffentlich äußern.

Kristina Lunz beschreibt Frauenverachtung als Glut, die in patriarchalen Gesellschaften ohnehin überall liegt. Es brauche wenig, um daraus ein Feuer zu machen. In ihrem Buch zieht sie gemeinsam mit ihrer Co-Autorin die Parallele zu den Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit — mit dem Unterschied, dass ein Mob heute an einem Nachmittag organisiert ist.

In dieser Folge geht es unter anderem um:
Digitale Gewalt gegen Frauen in Deutschland
Der Unterschied zwischen Shitstorm und orchestriertem Mob
Algorithmic Literacy und wie kleine Accounts Reichweite erzeugen
Aufmerksamkeitsökonomie, Desinformation und moralisches Kapital
Der Silencing-Effekt: Warum sich Frauen aus Politik und Öffentlichkeit zurückziehen
Die Solidaritätsaktion mit über 250 Frauen aus Kultur, Politik und Medien
Zehn Forderungen: Femizid als Straftatbestand, sexualisierte Deepfakes, „Ja heißt Ja"
Feministische Außenpolitik zwischen Koalitionsvertrag 2021 und heutiger Bedeutungslosigkeit
Klassendynamiken in Oxford und die Rolle von Fürsprecher*innen
Rechtsextremismus, Ungleichheit und der Kampf um gesellschaftlichen Zusammenhalt
Hoffnung als Haltung: der Havel-Satz und ein Blick ins Jahr 2050
Kernthese des Gesprächs: Digitale Gewalt gegen Frauen ist kein Nebeneffekt sozialer Medien, sondern ein Anreizsystem. Wer sie eindämmen will, braucht Gesetze, Schutzstrukturen und Menschen, die die Verteidigungslinie halten.

Über Kristina Lunz
Kristina Lunz ist Autorin, Aktivistin und Mitgründerin des Centre for Feminist Foreign Policy. Sie schrieb das erste deutschsprachige Buch zu feministischer Außenpolitik, arbeitete für die Vereinten Nationen in New York und Myanmar sowie als Beraterin im Auswärtigen Amt. Zuletzt erschien ihr gemeinsames Buch „Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen?", entstanden in nur zweieinhalb Monaten nach der Solidaritätsaktion für Coline Fernandes.

Über den Podcast
„Damit die Guten gewinnen" ist der Podcast mit Thomas Mühlnickel über Menschen, Ideen und Entscheidungen, die unsere Zukunft prägen. Es geht um Haltung, Verantwortung, Politik, Wirtschaft, Technologie und die Frage, wie Fortschritt gelingen kann.

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Kapitelmarken
0:00 Wer sind die Guten? Integrität und Beispiel statt Meinung
2:44 Vom Dorf mit 60 Einwohner*innen nach Oxford
8:16 Klassendynamik, Habitus und unfaire Vorteile
10:27 Wie feministische Außenpolitik vom Nischenthema zur Debatte wurde
14:22 Die Kampagne gegen die Bild-Zeitung und der erste Gegenwind
18:24 Drohungen, Rückzug und die Frage, ob es weitergeht
20:48 Warum Trolle sich immer Frauen aussuchen
22:04 Die Glut der Frauenverachtung und die digitalen Hexenjagden
25:18 Ein Wochenende, 250 Frauen, zehn Forderungen
29:09 Shitstorm oder orchestrierter Mob? Die Mechani

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00:00:00: In dieser Gesellschaft in der Frauen so stark verachtet werden, gibt es diese konstante Blut an Frauenverachtung.

00:00:05: Und das braucht so wenig, um daraus Feuer zu entfachen.

00:00:09: In einer Stelle im Buch schreiben wir, dass sich die sogenannten Hexenverfolger und Hexenhäger von damals heute irgendwie neidischem Grab umdrehen würden wenn sie sehen würden wie einfach es heutzutage geht Frauen zu verachten oder zu diffamieren und einfach einen Mob ... gegen sie zu organisieren.

00:00:25: Es ist nicht in Ordnung, dass in Deutschland nur, schätzungsweise ein Prozent aller Vergewaltiger verurteilt wird.

00:00:32: Also in welchen Rechtsstaat kann das in Ordnungen sein?

00:00:34: Und dann kam das alles!

00:00:35: Dann kamen die Vergewältigungsantrugen und die langen E-Mails mit Beschreibung des sexuellen Missbrauchs meiner

00:00:40: Person.".

00:00:54: Warum erleben Frauen immer wieder so viel Hass im Netz?

00:00:57: Herzlich willkommen zu Damit Die Guten Gewinn dem Interview Podcast von ASK.

00:01:02: Ich bin Thomas Mönigel und mein heutiger Gast ist Christina Lundz.

00:01:07: Wir haben nicht nur über den Hass im Netz gesprochen, sondern auch über feministische Außenpolitik – ich wünsche jetzt viel Freude beim Hören!

00:01:30: Aufstrebende Leute sind da aufgetreten.

00:01:32: Du, Diana Kindertin neulicher hier war Kevin Kühner damals noch USO-Chef der SPD Lars Klingbald damals auch Generalsekretär der SPD.

00:01:40: Das ist alles was geworden!

00:01:42: Alle meine Gäste sind groß geworden.

00:01:43: Ist das nicht schön?

00:01:45: Muss an dir liegen.

00:01:46: scheinst so Oder

00:01:48: wenn damals einfach ein guter Riecher für den Abend Kristina, dass heißt ja hier damit die Guten gewinnen.

00:01:54: Wer sind denn für dich die guten?

00:01:56: Für mich die Guten sind Menschen Konstruktiv, produktiv vorangehen, aufbauen gestalten.

00:02:04: Nicht beim Reden stehen bleiben.

00:02:06: Es gibt so ein Zitat ich liebe.

00:02:07: das ist von Paulo Coelhoam, Brasilianischer Schriftsteller hat mal gesagt The world has changed not by your opinion but by you example.

00:02:17: und für mich sind die guten die ja echt so die wie sagt man dir Hemdsärmel hochkrempeln oder irgendwie die Hosenbeine in die Hand nehmen.

00:02:26: Sprich, warte, das ist ja nicht so meine Stärke.

00:02:27: aber ich glaube du weißt was ich meine.

00:02:29: und irgendwie vorangehen und versuchen zu gestalten.

00:02:32: Und gleichzeitig dabei auch dass wir nach außen irgendwie projizieren und sagen wirklich auch zur Leben als Person.

00:02:40: also viel Integrität.

00:02:42: haben wir davon gerade genug Leute im Land?

00:02:45: Also ich kenne einige.

00:02:48: manche von denen sind gut sichtbar und haben was zu sagen, andere wünscht dich hätten mehr zu sagen.

00:02:54: Also es gibt sie auf jeden Fall!

00:02:56: Und jetzt müssen wir sie nur noch an die richtigen Stellen

00:02:58: bekommen.".

00:03:00: Und jetzt kurz eine Werbung in eigener Sache.

00:03:03: Wenn du immer schon einmal bei deinem mit den guten Gewinnen live dabei sein wolltest hast du jetzt die Chance.

00:03:09: Am neunten Oktober wird es abends eine Live-Folge im Rahmen der Zoom Podcast Week in Düsseldorf gehen.

00:03:15: Ich freue mich schon sehr auf diesen Abend mit vielen von euch im Publikum.

00:03:19: Ganz besonders freue ich mich auf meinen Gast.

00:03:21: Es wird kein geringerer sein als Michelle Friedmann!

00:03:25: Ich kenne Michelle Friedman schon viele Jahre und freue mich immer, ihn zu treffen und mit ihm zu sprechen.

00:03:30: Ich bin mir sicher dass das ein sehr spannender Abend wird.

00:03:33: Wenn du Lust hast am neunten Oktober in Düsseldorf dabei zu sein sind Karten ab sofort unter zon-podcast-week.de erhältlich.

00:03:49: Vom Dorf?

00:03:51: Zu mich mal gespannt, wie groß da eins ist.

00:03:55: Das sind mir immer die Liebsten, die mir erzählen sie Cam vom Dorf und dann ist das so eine Kleinstadt.

00:04:00: Es nennt sich Großgemeinde in der Tat aber für mich fühlt es sich an dem Dorf

00:04:04: Sechzig Einwohner.

00:04:05: Sechszig?

00:04:05: Also ein bisschen kleiner, ja

00:04:06: bestimmt.

00:04:07: Ja.

00:04:07: Siebentausende.

00:04:08: Wir hatten meinen Gymnasium damals.

00:04:10: Das war in einem Ort mit sechstausend Einwunner und das war mit dem Schulbus so eine halbe Stunde entfernt.

00:04:16: Und es war für mich die Stadt damals.

00:04:18: Ja, das war die große Welt!

00:04:20: Ich stimm mich auch mit dem Bus immer zur Schule fahren...

00:04:23: Aber innerhalb des Ortes

00:04:24: gab es die Grundschule und zum Gymnasium später musste ich mit dem Bus in die Kreisstadt fahren.

00:04:29: Ach, da hattet ihr wirklich nicht?

00:04:30: In eurem...

00:04:31: Nee, in unserem siebentausend Personen-Cuff gab's tatsächlich keine... Also eine Realschule, Hauptschule gab's aber kein Gymnasiums, deshalb musste ich immer Busfahren.

00:04:38: Ja, große weite Welt!

00:04:41: Und dann kommt die zweite Gemeinsamkeit.

00:04:43: wir waren beide die erste in der Familie studieren durften.

00:04:47: Du hast so schillerne Orten wie Oxford unter anderem studiert.

00:04:52: Wie kommt man da so hin?

00:04:53: Also jetzt nicht rein von der Reise her mit dem Bus oder einem Flugzeug, sondern wie kommt man dann mit dieser Vita hin, dass man es eigentlich einen weiten Weg dahin hatte.

00:05:01: Ja ich hatte ziemlich viele Fürsprecher oder ich unterstütze Unterstützerinnen und Fürsprechern auf meinem Weg.

00:05:10: also ich hatte sehr oft Menschen an unterschiedlichen Punkten die mich wahnsinnig der ermutigt haben, unterstützt haben.

00:05:18: Es waren in der Schule irgendwie so eine zwei-, drei ausgewählte Lehre und ja oder auch schon in der Grundschule.

00:05:25: ich erinnerte mich... Ich wollte unbedingt nach der vierten Klasse auf die Realschule gehen weil meine große Schwester mein Vorbild damals auf die auf die Real-Schule gegangen ist Und dann war das nämlich gleich genau so sein wie sie und da möchte ich hin.

00:05:39: und gleichzeitig war ich die Klassenbeste in der vierte Klasse.

00:05:43: Und es waren dann beispielsweise die Eltern von der Freundin bei der Ärzte, die dann interminiert haben und gesagt haben, manch Christina aber mag sie nicht mehr überlegen vielleicht doch aufs Gymnasium zu gehen.

00:05:53: Aber meine Eltern waren maximal unterstützend und gleichzeitig... Man kann sagen wir haben uns also sehr allen Freiraum gelassen.

00:06:02: und gleichzeitig wenn man bestimmte Erfahrungen selbst nicht macht beinhaltet dieser Freiraumen vielleicht manche Optionen nicht so stark wie andere.

00:06:12: Ja, es gab immer wieder Intervention an den richtigen Stellen oder auch nach ... Auch sehr prägend war mein dameliger Partner.

00:06:20: Wann war das?

00:06:21: Ich hab dann im Bachelor Psychologie studiert und VWL.

00:06:25: Weil ich hatte eins der besten Abiture in meinem Jahrgang.

00:06:28: Und es hieß immer, wenn man das hat, sollte man Psychologie- oder Medizinstudien zulassen für beide bekommen.

00:06:34: Dann meint er meine Mutter mit Kristina, du kannst sogar kein Blut sehen!

00:06:37: Macht das mal nicht mehr der Mediziner, muss halt die Psychologie.

00:06:40: und dann wieder als beste, mitbeste Bachelorstudium abgeschlossen.

00:06:46: Und mein dameliger Partner meinte dann... Ich wusste ich möchte nicht weitermachen, möchte nicht meinen Master in Psychologie machen oder meinte ja aber wenn du doch irgendwie was gesellschaftspolitisches machen möchtest wieso denn nicht in London oder Oxford so einige der besten Unis und ich sag ja noch Leute wie ich da nicht studieren?

00:07:02: und wie soll man das finanzieren?

00:07:04: Wie soll es überhaupt gehen?

00:07:05: und mein Englisch ist nicht gut und überhaupt nichts passt.

00:07:07: Und er war Brite, ich hatte ihn in einem Praktikum kennengelernt.

00:07:14: Mein allererster Aufenthalt im englischsprachigen Raum während meines Bachelor-Praktikums an der Uni dort und er meinte dann nebewippt dich mal!

00:07:23: Das hat dann auch geklappt.

00:07:24: Ich habe einen Master in London gemacht wurde kurz davor Ende meines bachelorstudiums weil ich auch nicht davor davon erfahren hatte in eines der sogenannten politischen begabten Förderungswerke aufgenommen.

00:07:37: Die also die finanzielle Unterstützung war essentiell für mich und auch Für mein masterstudium in london.

00:07:43: ein zinsloses darleden dass ich dann nach dem studium zurückgezahlt habe.

00:07:48: Und dann hab ich noch ein zweites masterstudio im oxford an geschlossen.

00:07:53: Es waren ja viele Viele menschen, die es immer wieder gut gemeint haben mit mir und wege aufgezeigt haben die ich nicht kannte.

00:07:59: Haben diese intervention der immer gefallen oder war das manchmal auch eher so widerstand für

00:08:08: dich?

00:08:08: Ich glaube Ich bin jemand, der sehr gut mit Kritik gegen Rede umgehen kann und auch in Bezug auf meinen Weg.

00:08:18: Wenn Leute mir gesagt haben, Christina, nicht so gute Idee!

00:08:22: Ich hab mich erst mal immer erst hingesetzt und überlegt, statt defensiv zu sein.

00:08:27: Das hat mir sehr geholfen.

00:08:28: Und gleichzeitig aber auch ... ich war schon immer jemand in meinem Dorf damals.

00:08:32: Da dachte ich mal eine Freundin so gesagt, die fragt immer so viel!

00:08:36: Also ich frage sehr viele Menschen auch immer um Hilfe und Unterstützung.

00:08:42: Weil ich auch irgendwie schneller kannte, dass mein Horizont sehr beschränkt ist oder die Dinge, die ich irgendwie sehen kann für mich.

00:08:52: Zum Großteil ist diese Erfahrung immer auf Unterstützung und Offenheit gestoßen.

00:09:00: Barack Obama hat ja mal inhaltlich das nicht wirklich gesagt, es gibt diese Orte die irgendwie so Legende sind.

00:09:07: man glaubt immer die Leute die da sind und Netzwerke die da sowas ganz ganz besonderes und wenn man da reinkommt stellt man fest So viel Besonderes ist da gar nicht drinnen.

00:09:18: in Wahrheit also oft Deutsch die kochen auch nur mit Wasser.

00:09:21: ich habe das auch ganz oft auf meinen Bausteinen.

00:09:24: Gut, mein Abi reichte eher dann so für Lärm oder BWL.

00:09:27: Aber das war was anderes.

00:09:28: Immer wieder auf dem

00:09:29: Weg.

00:09:30: Absolut!

00:09:32: Auf dem Weg auch immer wieder gemerkt da wo man hinkommt Leute kochen wirklich nur mit was.

00:09:36: War das auch deine Erfahrungen in Oxford?

00:09:40: Ich glaube es ist eine Mischung.

00:09:42: also einerseits ist das genau richtig und gleichzeitig konnte ich sehr schnell lernen dass bestimmte Zugänge so in der Folge dort gewesen zu sein, so krass Türen öffnen.

00:09:57: Und das ist auf jeden Fall heftige Vorteile schafft für diejenigen, die dort sind und dann natürlich nochmal abhängig von dem bereits eigenen Möglichkeiten- und Netzwerke mit denen man an so einen Ort geht.

00:10:09: Also ich glaube, die Erfahrung für Menschen vielleicht – und das ist ja der Großteil auch weiterhin in Oxford irgendwie aus der Oberschicht, aus internationalen akademischen Obersticht, die dorthin gehen haben noch mal andere Erfahrungen als ich, die hatte Also ja, es ist richtig.

00:10:24: Koche auch nur mit Wasser und intellektuell war das kein Problem für mich zu halten.

00:10:32: Aber was den Habitus anging, war es ein Thema für mich mitzuhalten oder es hat einiges an Zeit gebraucht und so Orten in bestimmten Kreisen, Netzwerken fällt... schon sehr schnell die Klassendynamik auf.

00:10:50: Und wer wie profitiert und wie auch unfaire Vorteile weitergegeben an Menschen, die den ähnlich sind, die bereits in diesen Kreisen sind?

00:11:02: Du bist in den letzten zehn Jahren sehr bekannt geworden mit etwas was vor zehn Jahren auf dieser Nischenthema wirkte.

00:11:09: Das eine war feministische Aktivismus gepaart mit dem anderen.

00:11:13: Diplomatie aus dem Politik Klang damals irgendwie noch so total schräg, bekam dann aber sehr schnell viel Konjunktur.

00:11:21: Wie bist du zu diesem Thema gekommen?

00:11:26: In London hatte ich schon internationale Politik, Menschenrechte studiert genau und in Oxford da noch mass in Diplomatie gemacht.

00:11:33: Und dadurch für jemanden die im Bachelor das eben nicht studiert hatte, sehr kurze Zeit sehr viel gelernt und sehr schnell sehr viele Fragen mir gestellt.

00:11:43: Also kleine Beispiele, es fing bei den Reading-Lists an also die Dokumentumbücher, Papiere, die wir in Vorbereitung für den Unterricht und für die Vorlesungen lesen sollten.

00:11:54: Die fast ausschließlich von Männern geschrieben wurden aus wahrscheinlich fünf Ländern – UK, US, Italien, Deutschland irgendwie so handvoll!

00:12:05: Und genau das kam mit sehr schnell sehr viele Fragen gestellt und sehr schnell kluge Menschen getroffen.

00:12:11: eine Freundin in Channel Verkaste, die damals ... Sie hatte meinen Master ein paar Jahre vor mir gemacht und hat dann so als Assistenzprofessorinnen der Art auch hierhin damit unterrichtet.

00:12:22: Und sie war in der Zeit damals das allererste Buch zur Gender & Diplomese herausgebracht.

00:12:30: Und dann, auch das war im Jahr den Fall von dem Jahr ist es zu Ende, Mittag bei Mittagessen im College, ein bisschen Harry Potter-Style.

00:12:40: Dass die damalige schwedische Außenministerin eine feministische Außendpolitik einführte in dem Land und wir beide so oder ich noch mehr so was zur Hölle soll das sein?

00:12:51: Und durch mein Interesse dass ab London so stark Zunahmen bezog auch Frauenrechte, Feminismus, internationale Menschenrechte war wurde diese also zum einen so ne Wutgröße der internationalen Zustände beim Thema Gleichberechtigung, wenn ich hiergeweiht gegen Frauen und so weiter.

00:13:13: Und meine inhaltliche Expertise zur Diplomatie und Außenpolitik immer stärker.

00:13:19: So kam dann der Wunsch nach dem Studium irgendwie im Bereich hineinzukommen.

00:13:23: Ich hatte die Freude und Ehre.

00:13:27: Ich wurde bei einem Internationalen Fellowship genommen.

00:13:31: Mark Hathor war das damals um ein Jahr lang mit, er waren glaube ich, fünfundzwanzig Fellows in unterschiedliche internationale Organisationen hineinzuschauen und dort zu arbeiten.

00:13:42: Da war ich erst in Kolumbien, da habe für eine feministische Organisation gearbeitet zur Zeit des Friedensreferentums zwischen der kolumianischen Gerier, der FARC-Regierung und unglaublich viel über Friedensprozesse Frauenrecht, Menschenrechte gelernt.

00:13:57: Und dann bin ich zu dem UN, dem Entwicklungsprogramm nach New York von dort nach Myanmar, auf der Höhe des Genozids, des bumästischen Militärs gegen die muslimische Minderheit der Rohingya und habe dann auch über das Jahr hinaus dort Vertrag bekommen und bin dort geblieben.

00:14:15: Und konnte so ... In derselben Zeit hatte ich irgendwie in den Kampagnen schon eine Kampagne gegen die Bildzeitung gemacht, gegen Sexismus in einer Bildzeitungen oder im Jahr zwanzig sechzehn auch vorne mit dabei, die erfolgreiche Änderung des Sexualstrafrechts hinein zu fordern.

00:14:30: Gleichzeitig hab ich aber in internationaler Politik und Diplomatie gearbeitet und hatte so meine Herzensthemen gefunden, dann entschlossen selbst zu gründen.

00:14:41: Diese Bildkampagne, du hast ja gerade kurz angesprochen.

00:14:44: Die hatte ich ja das erste Mal ein bisschen bekannter auch gemacht schon.

00:14:48: Wie ist es denn, wenn man so relativ frisch aus dem Studium noch kommt?

00:14:52: Noch im Studium!

00:14:53: An diesen diplomatischen Themen arbeitet und sich mit dem härtesten, fiesesten, größten Medienkonzern in Deutschland anlegt.

00:15:02: Was los mit

00:15:03: dir?!

00:15:05: Es haben so einige gefragt, aber ich frage mich auch gestellt selbst.

00:15:10: Ja das war wild!

00:15:11: Das war ganz viel Nachivität die mich dahin gebracht hat.

00:15:14: Überhaupt keine Ahnung gehabt was das auslösen könnte?

00:15:16: Was das bewegen könnte?

00:15:18: Welche Konsequenzen, Stichwort digitale Gewalt, was das alles haben könnte?

00:15:23: Es waren die auf jeden Fall für mich... Die Early Days von Social Media hatte mir gerade einen Twitter-Account geholt.

00:15:29: Instagram hatte ich da noch, also gab es schon bestimmt glaube ich, erwarte ich noch nicht Und haben über Nacht zu meiner ersten Woche in Oxford so few Tubes, so How to Build a Website und mir eine Website zusammengebastelt.

00:15:42: Und war dann sehr schnell sehr überrascht im Bezug auf die Resonanz also positiv und negativ.

00:15:50: Direkt den nächsten Tag irgendwie nach dem offenen Brief, dann kam Change.org auf mich zu das ist eine Petition zu verwandeln direkt die ersten Erstradiointerviews, dann Zeitungs-Interviews.

00:16:01: Erst nationale, also deutsche Presse, wo ich noch in England war und dann aber auch international und gleichzeitig extremer Gegenwind und gleichzeitig auch so ein Gespür für den Charakter des damaligen Chefredakteurs Kai Dijkmann bekommen der sehr hässlich ist und ja so... Und aber weiter entschlossen gewesen dass sich mir auf gar keinen Fall.

00:16:24: Ich bin so überzeugt davon damals und heute, dass es also nicht für eine Sekunde in Ordnung ist wie unterschiedlich über Männern und Frauen in Massen.

00:16:32: Also in den so großen Medien oder generell berichtet wird das genau richtig war das zu tun und das hat meine Entschlossenheit nochmal gestärkt.

00:16:46: Da kommen Leute auf dich zu und wollen was von dir.

00:16:48: Die wollen, dass du mit denen sprichst die wollen, Dass du Interviews gibst.

00:16:52: Die Wollen, dass Du Bücher schreibst, dass Tu Reden hält, dass Dünnen Podcast auftritt.

00:16:56: Und gleichzeitig gibt es Leute, die finden dich genau deshalb.

00:16:59: Teil doof und tun alles was sie können damit du dein Weg nicht schaffen kannst.

00:17:03: Wie fühlt sich das an wenn eigentlich auf zwei Seiten die einen mit Liebe kommen und die anderen mit Shit?

00:17:12: Ich glaube dass ist bis heute so ein persönlicher Aushandlungsprozess.

00:17:15: also natürlich bin ich zwischen ziemlich gestärkt auch weil ich richtig dunkle Phasen durchgemacht habe mit monatelangen Anhalten da extremer digitaler Gewalt und Vermierungen.

00:17:27: Und mir hat bei jemand so ein, ich weiß nicht ob das in der Zeit war, so einen Spruch oder so einen Rat mitgegeben und gesagt diejenigen, die am meisten ein Potenzial erkennen werden, am stärksten gegen mich vorgehen.

00:17:43: Es hat auf jeden Fall gebraucht und es ist immer noch im Prozess zu komplett die Dynamiken zu verstehen und dann auch zu durchdringen wie sie funktionieren dagegen dann nicht nur irgendwie so meine Arbeit zu tun, sondern auch noch solche Dynamiken offenzulegen.

00:17:58: Aber das mache ich ja nicht nur für mich, sondern für richtig viele also wie viele vor allem Frauen öffentlich angegangen werden.

00:18:06: Also man kann eigentlich davon ausgehen dass jede öffentliche Frau die wirksam ist für ein politisches Thema, dass sie heftige Anfeindungen und Diffamilien erlebt Und Dickköpfigkeit bin ich bereit, das zu akzeptieren.

00:18:23: Sogar nicht erst der Gedanke... Ich ziehe mich ins private zurück.

00:18:26: Ihr könnt mich alle mal.

00:18:27: Temporär hatte ich das.

00:18:28: Hätte ich das wiederholt über die Jahre?

00:18:31: Bei der Bildkampagne, über die ich gerade gesprochen habe, mindestens so ein komplettes Wochenende.

00:18:35: Aber ich wusste nicht ... Also es war so viel nach Irrität.

00:18:38: Ich hatte keine Ahnung von digitaler Gewalt und dann kam das alles.

00:18:41: Dann kamen die Vergewaltigungsantrugen, die langen E-Mails mit Beschreibungen des sexuellen Missbrauchs meiner Person.

00:18:48: Drohungen gegen meine Familie, mit der Öffentlichung des Dorfes, wo ich herkomme und so geballt in so kurzer Zeit.

00:18:55: Da habe ich dann eine Woche durchgeweiht und war mir sicher, dass ich nicht weitermache.

00:19:01: Und auch da für mich ist immer wieder mein ... Ein wichtiger Coping-Mechanismus, für mich ist so eine Intellektualisierung von dem was passiert.

00:19:11: Ich muss dann ganz viel lesen und verstehen warum das irgendwie passiert und kann das dann wiederum auch irgendwie weitergeben an andere.

00:19:19: Und ja oder ich hatte auch ne andere Phase wo ich über ein paar Monate mich komplett zurückgezogen hab.

00:19:26: Und genau, nee es ist nicht immer ein genauso weiter sondern manchmal zurückziehen und sammeln und eruieren ob's weitergeht, wie es so weiter geht.

00:19:38: Was bleibt und was nicht mehr bleiben kann?

00:19:40: Wer hat dir da geholfen in der Zeit?

00:19:44: Also zuletzt beispielsweise als es mir gar nicht gut ging... Vor allem Familie zum einen, mein Mann, meine besten Freundinnen aber auch andere Frauen die sehr ähnliche Erfahrungen gemacht haben also z.B.

00:20:02: eine Düsen-Tickheil ist ganz, ganz wichtig für mich als Freundin aber auch als Wegbegleiterin.

00:20:08: Als irgendwie Mitkämpferin, aber auch eine Annalena Baerbock die ihr dann zum richtigen Zeitpunkt das richtige Nachricht schreibt oder auch Austausch mit vor allem jetzt immer noch mit Frauen wie in der Frau Gebrusges Gerstor von der Mayergüppel.

00:20:27: und es ist so, dass es einer der größten Schätze und Bereicherung in meinem Leben solche Frauen zu kennen und mit denen gemeinsam, wenn auch immer anders erlebt ist aber Gemeinsamkeiten in bestimmten Dynamiken irgendwie sich darüber austauschen zu können.

00:20:45: Du kennst dich da besser aus!

00:20:46: So kannst du es mir noch viel besser erklären auf unseren Hörerinnen und Hörern was da passiert?

00:20:50: Aber wenn wir mal bei uns in unsere Folgen zurückschauen Natascha Strobel Mo Asumang Diana Kinnert ganz sicher auch unserer Folge heute sind immer die wo am meisten Bambule im Nachhinein auf YouTube und auf den Social Media Kanälen ist.

00:21:06: Wir sind da relativ hart, gehen auch hart gegen an weil wir niemandem dann eine Reichweite bieten wollen mit unserem Kanal.

00:21:12: aber es sind genau diese Folgen.

00:21:14: ich habe selber mal erlebt die zwei Jahre lang Nancy Faeser begleiten dürfen oder beraten dürfen in dieser Phase wo sie im Jahr hier in dem Jahr- und Zwanzig öffentlich besonders niedergemacht wurde.

00:21:25: warum suchen sich diese Menschen, diese Trolle organisierten Fabriken.

00:21:33: Warum suchen die sich immer die Frauen aus?

00:21:36: Zum einen, vor kurzem ist ein Buch von Dysen und Mir Erstehen und in einem Kapitel schreiben wir über die Parallelen der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit und diesen digitalen Herzjagden von Frauen von heute.

00:21:54: Und damals wie auch heute ... Wir haben in unserem patriarchalen Gesellschaften Ich würde das beschreiben, wie so ein leicht warbandes oder lodandes Feuer an Mysogonie.

00:22:10: Oder wie nennt es Glut?

00:22:12: Einfach überall so ne Glut und Mysognie, also die Frauenfeindlichkeit, die Frauenverachtung in der Gesellschaft, die diese Zeit zwischen drei- und sechstausend Jahren patriarchal geprägt ist, in der Frauen seit dem Unterdrück zu Kleingehalten verachtet jeden fast jeden Tag in Deutschland eine Frau... Femizid an ihr begangen wird, fast jede Frau schlimmerer männliche Gewalt erlebt hat.

00:22:36: In dieser Gesellschaft in der Frauen so stark verachtet werden gibt es diese konstante Glut an Frauenverachtung und das braucht so wenig um daraus Feuer zu entfachen.

00:22:46: Und inzwischen vor allem in Zeiten von Social Media in einer Stelle im Buch schreiben wir dass sich die sogenannten Hexenverfolger, Hexenhäger von damals heute irgendwie neidisch im Grab umdrehen würden, wenn sie sehen würden wie einfach es heutzutage geht Frauen zu verachten und zu diffamieren.

00:23:06: Und einfach Mop gegen sie zu organisieren.

00:23:11: Genau aus dieser Glut kann so schnell ein Feuer werden weil auch dann Zeiten von Aufmerksamkeitsökonomie wo Likes, Shares Verachtung Hass Desinformationen Es gibt sechs mal mehr Desinformation als Fakten auf Social Media belohnt werden ist es ein Riesenanreizsystem, am meisten gegen die vorzugehen, wo eben diese Glut schon da ist.

00:23:35: Und das ist ganz stark dass Frau sein.

00:23:40: Es sind auch andere Merkmale.

00:23:41: Es kann eine Nationalität, eine Religion, eine Sexualität sein und aber in der, gegen die größte Gruppe ist das auf jeden Fall, dass Frau seien.

00:23:52: Frauen, die nicht bereit sind

00:23:54: sich zu fügen?

00:23:55: Ja anherzugehen ja

00:23:57: genau

00:23:58: Abend zu kochen für den Mann, ihm die Pontoffeln hinzulegen wie man es in den Fünfzigern angeblich immer gemacht hat.

00:24:03: Ja und

00:24:05: einfach zu respektieren welche Gesetze es gibt welche Machtverhältnisse und jede einzelne Frau die dagegen anspricht ist so ja digitales Freiwild.

00:24:15: und deswegen auch gut als du gerade gesagt hast dass ihr da auch entschieden dass sie das analysiert und erkannt hat, dieses Muster.

00:24:23: Weil wenn es diese Schutzstrukturen in dieser Invention nicht gibt wird es einfach für Stück für Stück gefährlicher für Frauen weit in ihre Stimme zu erheben.

00:24:34: Und wir sehen ja eh schon so einen silencing Effekt.

00:24:36: und Frauen die sich zurückziehen vor allem auch an der Politik, Politikerinnen.

00:24:40: Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe diesen Schutz zu bieten.

00:24:44: Ich kann ja hier kein Podcast machen, der heißt damit die guten Gewinnen.

00:24:46: Und ich lasse meine Gäste in online auf unseren Kanälen fertigmachen.

00:24:49: Das wäre auch noch schöner wenn wir uns zu viel bieten lassen würden.

00:24:53: Euer Buch hat einen mega guten Titel, auch wenn es das Buch eigentlich nicht brauchen dürfte.

00:24:57: wer hat euch erlaubt Frauen so zu hassen?

00:25:00: Der ist hart gewählt und der ist auch wirklich in die Fresse.

00:25:05: Warum habt ihr es geschrieben?

00:25:07: Als... ist man nicht geplant?

00:25:11: als Ende In dem März, Colleen Fernandez ihre Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann öffentlich gemacht hat.

00:25:17: Wir alle wussten nicht davon und es war einem Donnerstag und wir lesen das jede für sich glaube ich in ihrem Büro und haben dann uns aber sehr schnell zusammengeschrieben weil es war ja sowieso eine Zeit wo wir gerade noch über die Apps gesprochen haben über den Pelikoprozess und dann kam auch noch das an dem Abend, donnerstagabend oder freitagfrüh düsen und ich sind sowieso ständig im Austausch.

00:25:44: Und auch sehr viel mit Ricada.

00:25:45: lang wird uns zusammengeschrieben gesagt wir müssen irgendwas machen.

00:25:49: es kann nicht schon wieder sein dass wieder ein Vorfallmedial soviel Aufmerksamkeit zurecht bekommt und dann nach zwei Wochen Reels und Aufmerksamkeitsökonomie wieder verschwindet.

00:26:01: das braucht strukturelle Änderung.

00:26:04: Wir alle drei haben da sehr viel Erfahrung darin, wie man diese gestalten kann und auch ein starkes Netzwerk.

00:26:08: Deswegen haben wir gesagt, okay, es ist jetzt Freitag-Nachmittag bis Montag muss irgendetwas

00:26:13: stehen.".

00:26:14: Und dann haben wir innerhalb eines Wochenendes über zweihundertfünfzig bekannte berühmte Frauen aus Kultur-, Politik-, Medien mobilisiert die sich also von Ikimel über Caroline Kebekus, Bärbel Basz, Natalia Werner, Veronica Feres ganz andere Politikerinnen und andere Schauspielerinnen, ganz großartige Frauen.

00:26:35: Um eine Solidaritätsaktion mit Kulieren voneinander zu machen und so sagen ... Pass auf, wir ... We got your back!

00:26:41: Wir stehen hinter dir.

00:26:43: Und gleichzeitig wollten wir es noch da nicht belassen damit sondern haben direkt zehn Forderungen in der Zeit formuliert unterstützt dann auch in der rechtlichen Bewertung von Hate-Aid und anderen Juristinnen.

00:26:52: also ist immer am Ende ein kleines Dorf.

00:26:56: Und diese Forderung umfassten Dinge wie unbedingt die dringende Kriminalisierung von der Herstellung und Verbreitung von sexualisierten Deepfakes, aber genauso dass es endlich ja heißt sie haben Schrafgesetzbuch geben muss als Prinzip dann Femizid als eigene Straftatbestand.

00:27:14: Eine nationale Strategie gegen männliche Gewalt und genau also insgesamt zehn Forderungen.

00:27:19: Hier haben wir an dem Montag noch veröffentlicht mit diesen zweieinundfünfzig Frauen.

00:27:23: Es wurde medial weit aufgegriffen, es haben.

00:27:26: Kampakt hat sich dann gemeldet und gesagt können wir das in der Petition verwandeln?

00:27:28: Wir haben gesagt unbedingt bitte!

00:27:29: Das haben bis heute über drehundertdreihundertsieben und dreißig tausend Menschen unterschrieben eine der größten Petitions auf der Plattform von Kampak bislang.

00:27:39: Und ... und dann kam Verlage auf uns zu... und wir dachten erst kriegen wir nicht hin und dann dachten, wir müssen er aber.

00:27:50: Und dann war uns auch wichtig dass es sehr schnell gehen muss.

00:27:53: Wir wollten unbedingt vor der Sommerpause das dieses Buch entsteht.

00:27:57: Das hat bedeutet, dass es innerhalb von zweieinhalb Monaten komplett der ganze Prozess funktionieren muss und davon drei vier Wochen Schreibarbeit.

00:28:05: und der Verlag hat mitgezogen Heine ganz großartig shout out!

00:28:10: Und so kam das weil es einfach nicht... Weil es einfach ist darf einfach nicht so bleiben.

00:28:19: Das war irre, das war wirklich irre.

00:28:22: Davor hat zwei Bücher geschrieben.

00:28:23: also es ist ein ganz anderer Prozess gewesen.

00:28:26: Der Verlag meinte auch so haben sie noch nie gemacht Sie sind bereit haben hier das Team zusammengestellt Krasseste Unterstützung von diesem Verlag gehabt.

00:28:34: Die haben auch gesagt, pass auf!

00:28:35: Ihr kriegt die schnellste und beste Lektorin dann irgendwie noch eine externe Lekturin, die geholfen hat.

00:28:40: Dann das juristische Lektorit hat parallel zum anderen Lekturat gearbeitet also Prozesse, die so eigentlich im Buchprozess nicht funktionieren.

00:28:49: Vielleicht kannst du es mir erklären?

00:28:50: Also nehmen wir mal diesen Fall Colin Fernandez.

00:28:54: Die ersten Stunden und Tage danach waren ja sehr eindeutig.

00:28:58: was ist ihr schlimmes Wiederfahren?

00:29:00: Was ist das für ein Typ?

00:29:02: kann das passieren?

00:29:03: und sowas in der Ehe passiert.

00:29:07: Und dann dauerte das zwei Wochen, drei Wochen?

00:29:10: Dann ging es so richtig los dass da eine Gegenwelle hart ins Laufen kam wo man eher versuchte ihr die Schulden in die Schuhe zu schieben oder das alles so infrage zu stellen.

00:29:19: ist das überhaupt richtig?

00:29:20: stimmt das überhaupt?

00:29:21: und was da nicht alles kam.

00:29:24: Ist das nur eine breite Masse von Leuten die komisch verurteilig sind und ihre Vorurteile unbedingt los werden wollen oder Frauenfeindlich sind und das loswerden?

00:29:32: Oder gibt es dahinter irgendwo ein Steuerungsmechanismus, der das alles in Gang setzt?

00:29:38: Ich habe jetzt nicht den konkreten Fall Colin Fernandez analysiert.

00:29:41: Ich hab trotzdem glaube ich ein gutes Verständnis für die Dynamiken.

00:29:45: Tolle Analyse-Buchsen, ich glaub sie wollen anders genannt werden bei Polis IV hier in Berlin zum Beispiel.

00:29:52: Die machen ja so wichtige Analysen beispielsweise im Fall von Frau Gebrusius Gerstoff hatten Sie's gemacht und auch zu anderen Fällen.

00:30:00: Das zeigt sich immer wieder und da gibt es auch ganz großartige Forschung.

00:30:04: Und das schaut auch zu Katja Munoz von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, die genau das analysiert hat.

00:30:12: Und zwar Influences capability to mobilize people.

00:30:18: Da braucht es nicht... Unter Influencer müssen keine Accounts mit hunderttausend von Followern sein.

00:30:23: Es reichen manchmal Mikro-Kleineaccounts mit ein paar Tausende oder Zehntausend Follorne.

00:30:29: Was es braucht ist Algorithmic Literacy, also ein Verständnis davon wie Algorithmen funktionieren.

00:30:34: Und dann reicht beispielsweise irgendwie eine WhatsApp-Signalgruppe wo gesagt wird pass auf ich habe jetzt gepostet.

00:30:39: könnt ihr bitte alle gleichzeitig teilen um den Algorithmus entsprechend zu aktivieren?

00:30:45: und durch kleine Kniffe kann ein ja künstlicher Mob... Also meine Mobs sind immer künstlich sind immer irgendwie geschaffen.

00:30:56: Aber eben, das ist der Unterschied zu Shitstorms.

00:30:59: Wenn wir von Shitstorm sprechen ... Die Definition davon ist dass irgendwie gleichzeitig ganz viele unterschiedliche Leute in unterschiedlichen Orten die sich nicht kennen irgendeine Sache doof finden.

00:31:10: Blödes Kleid, dumme Aussage.

00:31:12: Wieso hat Erne Leimmutter einen Anspruch genommen?

00:31:15: I don't know!

00:31:16: Und dann gibt's aber orchestrierte Sachen eben über diese algorithmischen Verständnisse.

00:31:22: Und da reicht es, reicht das kleine Gruppen die dann sehr schnell dadurch einen Eindruck erwecken können dass es irgendwie eine große Gruppe oder vielleicht keine Mehrheit ist und durch unterschiedliche psychologische Effekte auch wie dass die meisten Menschen Herdentiere sind und sich irgendwie der Meinung anschließen wollen.

00:31:40: und wenn dann irgendwie unter einem Post ganz viele Kommentare in eine Richtung gehen dann lässt man sich oder lassen sich sehr viele Menschen vor allem davon sehr schnell beeinflussen.

00:31:48: Und dann, noch ein Schautout.

00:31:51: Ein ganz tolles Buch hat geschrieben Philipp Hübel?

00:31:57: Ja richtig!

00:31:58: Oh Gott ist das so richtig genau.

00:31:59: Ich glaube schon Moralspektakel und er hat so ein kluges Buch darüber geschrieben wie vor allem auch in ja ich nennen sie mal eher gesättigten Gesellschaften vielleicht auch die deutsche wo finanzielles Kapital vielleicht in bestimmten Bubbles oder Gruppen nicht mehr das Distinktionsmerkmal ist.

00:32:19: Und dann Sozialkapital war es, oder ist es auch noch irgendwie?

00:32:27: Die letzte Entwicklung eben das moralische Kapital.

00:32:29: Also die Moralität auf seiner eigenen Seite zu haben, in Zeiten digitale Aufmerksamkeitsökonomie und durch die Incentivierung von Likes by Reals and by Posts gibt es eben diese starke Tendenz dazu, sich bestimmten Bewegungen dann anzuschließen weil es entsprechend auch wieder Likes und Unterstützung gibt.

00:32:53: Und ja in dem Fall von Colleen Fernandes der extrem viel Öffentlichkeit bekommen hat vielleicht ist das am Ende eine Mischung.

00:33:03: also ich glaube dass sehr viele Menschen und auch wenn wir als wir vor einem guten Monat die Petitionen Bundestag übergeben haben Riccardo Düsohn Collin Fernandez dabei waren und in irgendwie allen Posts auch von unseren, wo Collina Fernandez dann stattfindet.

00:33:20: Also diese Hass gegen diese Frau vor allem von wie es wirkt männlichen Account ist so extrem dass also es genau es wirk wie eine Mischung von einfach dieser weitverbreitete Glut die dann wo?

00:33:35: jetzt ist es okay gegen diese frau vorzugehen und sie entsprechend darzustellen?

00:33:41: An der Lüseorganisation zeigen immer wieder, dass in so Fällen vor allem natürlich auch bei Frau Gebrusius-Gerstoff das nochmal anders gelagert sehr, sehr extrem viele Trolls dabei sind.

00:33:54: Und dann aber auch orchestriert Fall von Brusius Gerstoff war das ganz stark so und so kann sehr schnell eine ganz, ganz gefährliche Mischung zusammenkommen die vor allem Frauen die Karriere zerstört verhindert umleiten lässt In den Rückzug zwingt dazu zwingend schussigere Westen auf Demonstration anziehen zu müssen, es zu bereuen.

00:34:19: Dass sie ihre Wahrheit ausgesprochen haben.

00:34:21: und ja das ist richtig gefährlich.

00:34:26: Wir kommen immer wieder zu dem Punkt dass die sozialen Medien so der Verstärker sind um aus irgendeiner Art von Populismus Meinung massen zu machen.

00:34:36: Sind die für uns verloren?

00:34:37: oder haben wir noch eine Chance mit den sozialen Medien zu arbeiten?

00:34:43: gute Zeit drin zu haben und sie eben nicht mehr so zusammen Dauer, Vehikel der irren Verrückten und Hassenden zu kriegen.

00:34:52: Ich weiß es nicht ich habe da noch keine abgeschlossene Meinung dazu weil natürlich auch irgendwie im Zuge unserer Solidaritätsaktion in den zehn Forderungen war auch Social-Media ein richtig wichtiges Werkzeug.

00:35:04: Es hat uns auch um den Thema viel Aufmerksamkeit bekommen, ich für mich würde sagen dass ich auf jeden Fall meinen eigenen Verhaltenskodex habe und niemals gegen Menschen hetzen würde online also niemals und finde es absolut verachtenswert irgendeine Person die irgendwie dazu beiträgt mobs gegen irgendjemanden zu schüren.

00:35:23: und deswegen ja auch ist das für die guten sachen nützlich in Der Masse, die werden wir davon absehen von eigenen Vorteilen.

00:35:37: Das war dann ein eigener Vorteil den wir genutzt haben um für die Sache was zu bewirken und wenn wir davon abstehen sind die gesellschaftliche Implikation in der Summe eher negativ.

00:35:51: Es zeigt sich natürlich daran wie viel mehr Desinformation es gibt als Faktum.

00:35:55: Es zeigt sich an den stets also seit Jahren zunehmender digitale Gewalt Und aber auch, und ich finde das hat die großartige Autorin Applebaum.

00:36:07: Die hat das im letzten September in New York bei einer Konferenz so toll gesagt, sie hat gemeint ... Das müssen wir uns immer vor Augen halten, dass wir zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte erleben, dass die das Hauptmediale oder der Hauptsächel-Medienkonsum in die Extreme geht.

00:36:31: Weil zum ersten Mal erleben wir, dass es eben komplett neu durch die Digitalisierung der Massenkommunikation das Extreme belohnt werden.

00:36:39: Das gab's davor noch nicht.

00:36:40: und ich glaube, dass die gesellschaftliche Awareness das Bewusstsein dafür was für Individuen bedeutet, für unsere Gesellschaft nicht ausreichend stark sich weiterentwickelt hat wie die technologischen Prozesse.

00:36:56: Dass wir eben keine resiliente Informationsgesellschaft sind, die es schafft.

00:37:01: Also eigentlich müssen wir jeden Post angucken und fragen kann das sein?

00:37:05: Kann das stimmen?

00:37:06: Wo ist die Quelle?

00:37:07: Das glaube ich machen die allerbenigsten.

00:37:09: Und es gibt auch... Ich liebe Bücher!

00:37:13: Ich muss damit leben dass ich ständig in mich bin.

00:37:15: Man hört das ganz leicht raus.

00:37:16: Das war das Buch Don't Burn Anyone At The Stake Today.

00:37:22: Also verbrenne heute bitte niemanden auf den Schalterhaufen von... Oh nein, jetzt blanke ich!

00:37:28: Von der großartigen Autorin vom Buch THE POWER.

00:37:32: Ah, das machen wir nächstes Mal.

00:37:33: Da machen wir Autorinnenraten.

00:37:35: Das ist super.

00:37:37: Genau, eine große Empfehlung DON'T BURN ANYONE AT THE STAKE TODAY.

00:37:39: und sie hat im vergangenen Jahr dieses Buch ausgebracht wo sie eben rückblickt zu diesen großen einschneidenden Momenten in bei uns als Kommunikationsgesellschaft.

00:37:52: Irgendwann Buchdruck und generell technologische Entwicklungen, also Buchdrucks, aber dann auch Industrialisierung und Digitalisierungen der Massenkommunikation und wie das jeder dieser Brüche oder Umbrüche zu sehr starken gesellschaftlichen Verunsicherungen Möglichkeiten aber auch Verunsicherung geführt hat.

00:38:10: Und dass aber diese Digitalisierung der Massenkommunication das alles und dann nochmal AI alles komplett in den Schatten stellt, was sie bislang hatten.

00:38:19: Und ja dass die unsere Gesellschaft ist noch nicht weit genug um entsprechend damit umgehen zu können wird aber da reingeschmissen diese Situation das ihr das tun muss wir es noch nicht geschafft haben damit so halten und weshalb sich die negativen Effekte wie der Scheiterhaufen die digitale Gewalt die Desinformationen so stark zeigen.

00:38:41: Ich geb dir mal ganz kurz gelingert ganz kurze Luft zu holen.

00:38:44: magst du mir fünf Sätze vervollständigen?

00:38:46: Okay super

00:38:47: In der Öffentlichkeit beeindruckt mich derzeit.

00:38:53: Nein, dann nicht Riccardo Lang und diesen Tikal!

00:38:55: Wie bei Deutschland denke ich?

00:38:58: Dass so viel besser ist als wir entsprechend darüber sprechen.

00:39:04: Und ich wünschte dass es mehr Konstruktivität in diesem Land gibt.

00:39:11: Wir sollten mehr Wert legen auf

00:39:15: Integrität und wirklich dem zwischenmenschlichen Umgang denen dann auch komplette Politik oder digitale Kommunikation passiert.

00:39:25: Der Nachfolgengeneration rate ich?

00:39:30: Ich wünsche Ihnen mehr Touching Gras und weniger Social Media, und ich rate Ihnen die richtigen Vorbilder irgendwie zu haben und wünsche zu haben für die eigene Zukunft die Gestaltung und das Mitwirken statt... Dauerwerbesendungen, in Form von Influencern vielleicht als Vorbild zu haben.

00:39:56: Morgen wird besser als heute.

00:39:57: weil?

00:39:59: Weil jeden Tag so viele gute aufstehen und ich so viele von denen kennen und dir eben wirklich die Schnürsenkel in die Hand nehmen oder mich noch immer.

00:40:10: Ich muss gestehen, ich habe mir drei-viermal im Leben nur Riccardo lang begegnet Weil ich ja eigentlich auch eher bei einer anderen Partei wieder in der Beratung unterwegs bin, dementsprechend.

00:40:20: Trifft man sich da gar nicht so oft?

00:40:22: Wenn Leute sagen, kennt du Friedrich Merz, dann sag ich, es stand zwei Mal vor dir und ich kenn den nicht weil ... Ich hab mit dem mal nix zu tun.

00:40:28: Mit Riccana hattest du hier auch ne echt gute Zeit!

00:40:29: Ja exakt,

00:40:30: also Riccada muss irgendwann mal herkommen, weil ich habe mich damals wie die Schlagade hier in diese Frau verliebt.

00:40:35: Die ist

00:40:35: so cool, die isst so witzig... Die ist smart, die ist schnell.

00:40:40: Sie ist einfach so klug so empathisch und jetzt auch die letzten Monate.

00:40:45: Und sie ist so, was ist das Wort?

00:40:49: So uneitel auch also als wir haben zu dritt diese Aktion gemacht dann war diese Möglichkeit und diese Bitte angeboten.

00:40:59: wie auch immer nach diesem Buch Und für Ricarda war es in dieser Zeit, in diesem Moment nicht möglich mitzuschreiben.

00:41:06: Ja natürlich macht ihr beide das dann.

00:41:08: und trotzdem saß sie bei uns hier im Berlin bei der Buchpremiere mit auf der Bühne.

00:41:12: Das sitzt auch im September bei unserer nächsten Lesung in Berlin mit auf die Bühnen.

00:41:16: Sie ist so eine Frauensfrau girls girl und ja ich liebe dir auch abgetisch.

00:41:24: Weiß

00:41:24: ich schon mal was ich demnächst...

00:41:25: Noch ne Gemeinsamkeit!

00:41:26: Genau noch ne GemeInsamkeit.

00:41:29: Was war?

00:41:30: Der beste Rad, den du jemals bekommen hast.

00:41:34: Ich hab so ein paar persönliche Memeleitfeten, würde ich sie mal nennen in meinem Kopf oder vielleicht auch Toilettenkabinensprüche die mich so bisschen leiten.

00:41:47: Also einer auf jeden Fall was ich vorhin schon sagte Diejenigen der meisten deine Macht und eine Kraft und eine Wirklichkeit erkennen werden am stärksten gegen dich vorgehen Weil es sowas umtretend, auch so eine Täter-Opferumkehr tret das.

00:42:01: Und genau das finde ich sehr empowernd.

00:42:04: Aber auch gibt es einen Spruch, das war glaube ich mal einfach Meme aus Social Media mit einer Freundin mal geschickt und der heißt unterstand underestimate me that'll be fun.

00:42:14: Das habe ich sehr viel erlebt in meinem Leben und daran irgendwie festzuhalten.

00:42:19: So okay here we go again nimmt mich immer nicht ernst aber lass mich mal machen.

00:42:26: Wie wichtig war Annalena Baerbock für deinen?

00:42:29: berufliches Leben?

00:42:32: Da ist so eine gute Frage, die wurde mir noch nie gestellt.

00:42:37: Also das war ich würde sagen natürlich ein absolut glücklicher Konstellation in der Zeit, also wir Nieder, meine Mitgründerin und ich hatten im Jahr zwanzig achtzehnt das Center for Feminist from Policy gegründet und nach drei Jahren von Ja, Advocacy-Arbeit mit Versuch der Zusammenarbeit mit allen demokratischen Bundestagsparteien.

00:43:04: Erklärung des Konzepts feministischer Außenpolitik und Rumgerödel.

00:43:08: in einem Jahr oder im ersten Jahr war ich auch dann als Beraterin im Auswärtigen Amt für damals Heiko Maas Netzwerk zu Frauenrechtern Internationales aufgebaut.

00:43:18: und drei Jahre von dieser... Werbearbeit für den Feminismus in Außenpolitik kam dann diese Ankündigung Koalitionsvertrag, zwanzig-einundzwanzig das feministische Außenpolitik umgesetzt werden sollte.

00:43:35: Wir sind auch alle vom Hocker gefallen hat keiner von uns mitgerechnet und dann in dem Moment eine Außenministerin die erste Außenministerin der Bundesrepublik zu haben, die zusätzlich so stark sich für Menschenrechte, für Frauenrechte menschliche Ansätzen, feministischen Ansätze in Außenpolitik einsetzt und auch das Konzept für sich so angenommen hat.

00:43:59: Das war natürlich für ein riesenglücklicher Bestandsaufnahme Zufall zusammenkommen.

00:44:06: Das heißt für das Konzept und die Ideen und damit auch für eine zunehmende Akzeptanz gegen Wind – aber auch akzeptanz!

00:44:16: Auch für unsere Arbeit waren das also absolut wirklich gute Wechselwirkungen und auch in der persönlichen Ebene finde ich sie ganz großartig.

00:44:26: Und gleichzeitig haben wir ja seit, spätestens seit der Pandemie, aber werden vorher schon den Brexit, werden vorhin Donald Trump schon mal da, der ist ja schon so, man isst er ja gar nicht mehr.

00:44:35: Haben wir diese Sicherheitsdebatten?

00:44:36: Wir haben die Aufrüstung!

00:44:37: Wir haben diesen weltweiten Raunentonen, wir haben den Vormarsch des Rechten... Das spielt ja der feministischen Außenpolitik nicht sonderlich in die Karten.

00:44:49: Momentan keine Relevanz eigentlich.

00:44:51: Wie geht's mit ihr weiter?

00:44:52: Mit der Feministischen Außenpolitik, ich glaube momentan kaum.

00:44:56: Das ist irgendwie ... Ich glaub' ich sag das teilweise mit Resignation und gleichzeitig mit Pragmatismus für eine andere liebe Bekannte hat mal bei, wir haben ein paar Jahre lang auch

00:45:12: einen

00:45:13: ein sehr besonderes Dinner bei der Menschen- und Sicherheitskonferenz mit organisiertes Feminist Women's Dinner, wo wir Staatspräsidentinnen, Premierministerinnen, Außenministerinnen eingeladen haben zu einem ganz tollen Abend.

00:45:26: oder Nobelpreisträgerin.

00:45:28: Eine liebebekannte Beatrice Finn, Friedensnobelpreisträgerin Direktoren der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons, die den Friedenstenberg-Preis bekommen haben.

00:45:40: Also die ganze Organisation für den Atomwaffenverbotsvertrag.

00:45:45: Sie meinte in einer Keynote, die sie bei unserem Dinner hielt, meinte sie so im Bezug auf Hoffnung dass sie das so wie es Surfen sieht.

00:45:54: So manchmal wartest du und siehst hier ist eine richtig gute Welle und dann versuchst du alles darauf zu kommen um die Welle mitzureiten.

00:46:00: und soweit die Welli zureiten.

00:46:02: also soweites geht die guten, die Menschenrechts-Themen.

00:46:07: Die Sicherheitsthemen, menschliche Sicherheitsthemen zu pushen.

00:46:10: Manchmal kommt keine Welle und wartest.

00:46:12: Und du hast aber so ein Verständnis davon, dass es wieder anders sein wird.

00:46:16: Aber momentan muss man vielleicht warten.

00:46:19: Es ist nicht nur ein Warten, ich würde sagen aktuell im Bezug auf ... Das ist weiterhin viel Verteidigungsarbeit.

00:46:26: Auch wenn wir Gesetzesänderungen auf nationaler Ebene fordern beispielsweise.

00:46:31: Es is ja kein passives Warten.

00:46:34: Beim manchen Themen ist aber so extrem viel Widerstand, dass der Einsatz dafür so viel Energie kosten würde.

00:46:42: Dass es vielleicht an bestimmten Punkten diese zumindest öffentliche Einsätze nicht wert ist und die, weiß ich nicht, das Zusammenkommen strategisch im Hintergrund mit den richtigen Akteuren, das bessere Vorgehen ist.

00:46:58: Und auch wir mit dem Center for Feminist Rome Policy.

00:47:02: Wir haben das acht Jahre lang aufgebaut, geleitet.

00:47:06: Ein Team von übern Dutzend großartigen Menschen angestellten gehabt und... Das was wir gemacht haben also diese sechzig- übersächsig internationalen Projekte die wir umgesetzt haben ziemlich genau so viele Publikationen die wir veröffentlicht haben zu Themen wie Abrüstung Menschrechtsverteidigung Klimagerechtigkeit Und und und!

00:47:28: Das ist alles da mein Buch jemals erste zu feministische Außenpolitik auch auf Englisch übersetzt.

00:47:36: Das ist da, so wie ich in meiner Arbeit und mit meinem Buch die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch – das jetzt auch schon vier Jahre altes – aufbauen konnte auf der Vorarbeit von echten Riesinnen, die beispielsweise ... Während des Ersten Weltkrieges, über tausendzweihundert Frauen zu fragetten vor allem in den Haken zusammen kamen um nicht nur ein Ende des ersten Weltkriges zu fordern sondern auch zwanzig Resolutionen verabschiedet haben für neues internationales System für neue internationale Ordnung.

00:48:08: Wir hatten unsere Arbeit, ich hatte meine Arbeit nicht machen können ohne diese Vorreiterin und die wir jahrzehnte vorgepusht haben bis zu Magdewaldsrumm.

00:48:15: Bis zur Frauenrechtskonvention, bis zur UN-Sicherheitsratagenda Frauenfriedensicherheit.

00:48:21: Und so haben wir auch, bin ich überzeugt den Berg auch wieder ein bisschen höher gemacht, sodass die nach uns kommen noch weiter blicken können.

00:48:32: einsetzt dann für genau dieses Thema und das genaue weiter drauf aufbauen, auf dem bestehenden Berg stattfindet.

00:48:40: Das wird sich zeigen.

00:48:44: Es schiften sich manchmal Prioritäten abhängig von.

00:48:49: welchen Kampf möchte man gerade führen?

00:48:51: Christina du bist mit der Dreißig nach uns kommt klingt so... Tinkt an der Stelle sehr, sehr depressiv.

00:48:59: Oh Gott ja!

00:49:00: Jetzt wurde es Angst.

00:49:01: Stimmt.

00:49:03: Ich glaub wenn die nächste Welle kommt bist du schon noch dabei?

00:49:05: Ja das stimmt.

00:49:06: Wahrscheinlich auch ganz vorne dran und oben drauf.

00:49:08: Stimmte, ja ich sehe noch ein bisschen was zu tun auch in meinem Leben.

00:49:13: Es ist noch nicht erledigt.

00:49:14: Das ist ja nie erledigend bis es erledigen wird.

00:49:18: Wir stellen uns hier ganz auf die Frage bei uns im Podcast Was kann jeder und jede einzelne von uns eigentlich tun damit es gelingt.

00:49:28: Was können wir jetzt, auch wenn du gerade so einen praktisch defensiven Blick drauf gegeben hast?

00:49:33: Was kann eigentlich jeder und jede Einzelne jetzt gerade tun, damit's doch

00:49:36: gelingt?".

00:49:37: Und dieser Blick war ja ganz spezifisch für das Thema jetzt feministischer Unsinnpolitik zum Beispiel.

00:49:42: Gleichzeitig passiert ja viel anderes krasses.

00:49:45: also dass wir irgendwie diese zehn Forderungen, dass sie von knapp drei Hundertvierzichttausend Menschen unterschrieben.

00:49:51: Das ist das Buch So ein Hardcore feministisches Manifest am Ende.

00:49:55: Im Bestzeller wurde das ... Also, ich würde sagen es ist Strandlektüre aber ich verstehe auch mit anderen Leuten was anderes vom Strand lesen und dass... Auch wenn wir davor schon viele irgendwie starke, reichweiten stark berühmte Frauen mobilisiert hatten noch nie so viele.

00:50:17: Also es passieren ja ständig weiteren Dinge die nochmal besser sind als davor weil sich noch mehr die Guten irgendwie zusammentonen und sagen stopp und so nicht weiter.

00:50:29: oder auch ich meine wir auch wenn wir uns oder ich mir noch mehr aktives Handeln von der aktuellen Justizministerin wünschen würde.

00:50:39: das ist gleichzeitig wichtig dass sie eben sagt Sie möchte das Ja heißt ja kommen, sie möchte das Femizide als für sie eher als Unterkategorie bei Mord in das Strafgesetzbuch kommt.

00:50:52: Und es gibt diese wichtigen und richtigen Zeichen.

00:50:57: und was kann jeder jede Einzelne tun?

00:51:01: Je nachdem was so eigene Verständnis davon irgendwie oder... Wohl für Lage ist, wie man leben möchte und wie viel Kampf man führen möchte.

00:51:11: In jedem Fall die Verteidigungslinie halten also sagen wenn irgendwo Blöde Sprüche kommen Wenn es Abwertungen gibt einem selbst gegenüber beim Einschreiten bei anderen würde ich sagen das vielleicht oft ein bisschen leichter sagen ne geht nicht und fertig.

00:51:25: Und dass wir auf keinen fall zulassen dass das was so viele vor Kämpferinnen und Vorkämpfer über Jahrzehnte erreicht haben dass wir da kein Schritt keinen Meter, kein Zentimeter verlieren und einfach nur sagen nee das ist nicht in Ordnung sondern genau es brauchen wir.

00:51:41: Es ist nicht die Ordnung dass in Deutschland nur schatzungsweise ein Prozent aller Vergewaltiger verurteilt wird?

00:51:49: also in welchen Rechtsstaat kann das in Ordnungen sein?

00:51:52: Und genau Verteidigungsdienste halten?

00:51:55: Wir sehen ja auch wenn die Redsextremen nach vorne kommen sind es Migranten sind es Queere sind Frauen Und das hört dann noch lange nicht auf.

00:52:05: Wir haben gerade auch Michelle Friedmann in Bayreuth erlebt, hast du irgendeine Interpretation dafür?

00:52:12: Warum so viele Leute bereit sind, dass alles über die Wuppa gehen zu lassen und so viele Menschen auszugrenzen, Menschen auf eine andere Stufe zu stellen, Menschen herabzuwürdigen einfach nur um mal was anderes zu bekommen?

00:52:31: Natürlich wird es so... klügere und analysenstärkere Antwort irgendwie von einer Expertin so Rechtsextremismus bekommen.

00:52:41: Und es gibt natürlich viele unterschiedliche Kategorien an Menschen, die dann auch eine rechtsextreme Partei wählen, Menschen die eine tiefe Überzeugung und sich wirklich Anhänger sind andere aus Frust heraus.

00:52:57: ich kann nur hoffen dass der Kampf gegen Rechtseextremismus in diesem Land von den demokratischen Parteien unbedingt einen deutlichen Kampf gegen Ungleichheiten.

00:53:08: Ob das zwischen Ost und West, ob das zwischen denen die viel haben und diejenigen, die ganz wenig haben – dass es das noch stärker einschließt.

00:53:19: Ich fand es zum Beispiel so wichtig und richtig, dass Jens Spahn zurückgetreten ist, weil es darf einfach nicht sein, dass irgendwie auch nur annähernd das Gefühl in diesem Land ... zunehmend weiterhin ein bisschen, wie auch immer, aufkommt das für manche Menschen andere Regeln gelten und so eine Politikverdrossenheit eben geschürt wird.

00:53:42: Wenn die Moment wo Menschen glauben sie können nichts ausrichten und die da oben irgendwie machen was sie wollen und wieder unten sind abgehängt passieren ja es diese Abhalt- weiß nicht ob Wut?

00:53:56: Eine ungesunde Wut, eine Apatie heraus böse Sachen.

00:54:01: Und da gilt es, diese Differenz in diesen Ungerechtigkeiten so weitest geht und schacht zu halten.

00:54:09: Wir wollen immer auch gute Ausblick hergeben im Podcast?

00:54:12: Was macht dir Mut?

00:54:16: Mir macht Mut... Es gibt so viel Grund zur Hoffnung!

00:54:22: Ich bin fest überzeugt des Hoffnungen.

00:54:26: Jetzt komme ich mir lange... Ich würde gerne wieder jemanden zitieren.

00:54:28: Na gut, einen noch.

00:54:32: Lange Show-Notes die ich mal.

00:54:34: Es gibt so viele Menschen, die mich inspirieren.

00:54:38: Die machen mir Mut.

00:54:39: und ein Zitat ist von Vaclav Havel, ehemaliger Staatspräsident, der einmal gesagt hat, Hoffnung ist nicht die Überzeugung dass etwas gut ausgeht sondern die Gewissheit, dass es in jedem Fall trotzdem Sinn ergibt.

00:54:57: Und diese Haltung ist eine riesige Bereicherung für mein eigenes Leben.

00:55:03: überhaupt keine Ahnung, egal was ich mache.

00:55:07: Als ich das in der Bildzeit ging, ob das mit Nein heißt nein oder damals im Jahr zweizigsechzehn das mit feministischer Außenpläte.

00:55:13: Egal jetzt sitze ich an einer Gründung von dem Unternehmen, überhaupt gar keine Ahnungen.

00:55:18: Irgendwas davon klappt zu jedem Zeitpunkt als ich das gemacht habe und immer mehr Menschen als weniger haben mir gesagt, warum das Quatsch ist, warum ich das mache?

00:55:25: Dass sich das mache.

00:55:27: Aber diese Havel-Satz geitet also leidet mich da wirklich Und gleichzeitig immer wieder Beispiele von beachtlichen Dingen.

00:55:37: Anfang diesen Jahres beispielsweise hat die Kampagne My Voice My Choice auf europäischer Ebene angeleitet, von einer ganz lieben Bekannten Nika Kovac einen Meilenstein in Bezug auf Abtreibungsrechte auf EU-Ebene geschafft.

00:55:52: über eine Million Stimmen EUweit gesammelt dafür dass es ein Mechanismus geben soll und wird.

00:56:00: Europäische Parlament hat zugestimmt.

00:56:02: Die Kommission, dass Frauen, die in einem Land in Europa leben wie Malta, wo faktisch in keinem Fall eine Abtreibung zulässig ist und die finanziellen Möglichkeiten haben im Land zu reißen, wo es eben möglich ist.

00:56:15: Und wenn wir hinkucken, wenn wir uns unseren Fokus auf die guten Richter und diejenigen, die bauen und gestalten und vorangehen gibt das jeden Tag ganz schön viel Glück!

00:56:27: Ganz schön viele Gründer, Verhoffnung war richtig viel Gutes passiert.

00:56:31: Der Havelsatz ist richtig gut.

00:56:32: Da ist es gut.

00:56:33: Na, ich liebe den.

00:56:36: Wir fliegen ins Jahr zwei Tausend Fünfzig mit einer Zeitmaschine.

00:56:39: Wir landen am Brandenburger Tor und steigen wieder aus.

00:56:43: Was für ein Land sehen wir?

00:56:46: dass grün und freundlich ist, also Grün im Sinne von.

00:56:52: es blüht überall.

00:56:54: Und das regieren demokratische Parteien.

00:56:59: ein Land, das über die letzten fünfzehn, zwanzig Jahre richtig viel angestellt hat um das Leben für so viele Menschen gerechter zu machen Und an den Bedürfnissen von viel mehr Menschen auszurichten, als es bislang geklappt hat.

00:57:17: Wir sehen Land das richtig viel Zuversicht hat, dass in der internationalen Staatengemeinschaft lebt, in der nicht mehr das Recht des Stärkeren gilt sondern das Völkerrecht und vielleicht eine internationale Staatengemeinschaft die das Volkerrecht erweitert hat und so dass das auch gerecht dazu geht und nicht mehr irgendwie nach Hand voll fünf Staaten irgendwie die große Vetopower haben mit Kapitel für sich sehr ... nicht nachvollziehbaren Interessen und Machtgefügen.

00:57:48: Wir leben in einem Land, in dem es sich irgendwie lohnt aufzustehen und zu arbeiten!

00:57:55: Und Leute da richtig Bock drauf haben mitzugestalten, weil sie wissen, dass ihre Stimme gehört wird.

00:58:02: Ja so...

00:58:04: Gutes Land?

00:58:05: Oder?

00:58:07: Christina das hat relativ viel Spaß gemacht.

00:58:11: Super auch so klare, ehrliche Antworten von dir zu kriegen.

00:58:15: Ich hab dich heute selber nochmal ganz anders kennengelernt.

00:58:18: Ganz viel Neues dabei.

00:58:19: Nicht schön!

00:58:20: Das Land braucht Leute wie dich.

00:58:24: also bitte mach auf jeden Fall weiter.

00:58:27: Danke dir vielmals für dein Besuch.

00:58:29: Danke sehr und danke für die Einladung.

00:58:35: Hast du Feedback, Fragen oder Themenwünsche?

00:58:45: Dann melde dich gerne bei uns.

00:58:46: Alle Infos und Kontaktmöglichkeiten findest Du in den Show-Notes.

00:58:50: Danke fürs Einschalten!

00:58:51: Bis bald damit die Guten gewinnen.

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