Über Liebe als Gegenkraft zum Hass – Daniel Schreiber
Shownotes
Kann Liebe eine politische Kraft sein? Daniel Schreiber, einer der prägenden Stimmen des literarischen Essays in Deutschland, ist überzeugt davon. Seine Spiegel-Bestseller „Nüchtern", „Zuhause", „Allein" und „Die Zeit der Verluste" haben eine neue Form des persönlichen Essays im deutschsprachigen Raum begründet. In seinem aktuellen Buch „Liebe – ein Aufruf" stellt er eine radikale Frage: Wie können wir in einer Zeit des Hasses und der Ohnmacht die Liebe als Gegenkraft wiederentdecken?
Im Gespräch mit Thomas Mühlnickel erzählt Daniel von seiner Kindheit auf dem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, den prägenden Baseballschlägerjahren der 90er und dem Freiheitsgefühl, das er zum ersten Mal in New York erlebte. Er spricht über seine literarischen Vorbilder Christa Wolf und Joan Didion, über den schmerzhaften Prozess des Schreibens – und darüber, warum ihm irgendwann „die Fähigkeit abhandengekommen war, die Welt zu lieben".
Daniel erklärt, warum Vernunft und gute Argumente allein dem grassierenden Hass nicht beikommen. Warum Solidarität, Fürsorge und Gemeinwohl keine naiven Abstraktionen sind, sondern die Grundpfeiler jeder funktionierenden Gesellschaft. Und warum eine Politik der Liebe konkreter ist, als sie klingt – von innergesellschaftlicher Solidarität über Verantwortung für nachfolgende Generationen bis hin zum leidenschaftlichen Widersprechen, wenn politische Begriffe umgewertet werden
Ein Gespräch über ostdeutsche Identität, politische Ohnmacht, die Bürgergeld-Debatte, fehlende politische Repräsentation – und darüber, warum die Zukunft nicht vorgeschrieben ist.
📌 Themen dieser Folge 00:00:00 – Intro: Warum Liebe eine politische Kraft ist 00:02:13 – „Wer sind die Guten?" – Engagement statt Egoismus 00:04:31 – Aufwachsen in der DDR: Kindheit auf dem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern 00:10:39 – Ostdeutsche Identität und die Fehler der Wiedervereinigung 00:14:37 – New York und Queerness: Zum ersten Mal wirklich frei 00:18:34 – Bestseller schreiben als innere Arbeit: Von „Nüchtern" bis „Liebe" 00:26:42 – „Mir war die Fähigkeit abhandengekommen, die Welt zu lieben" 00:29:24 – Liebe als Gegenkraft zum Hass: Warum Vernunft allein nicht reicht 00:35:08 – Neoliberalismus, Umverteilung und fehlende politische Repräsentation 00:44:09 – Fünf Sätze vervollständigen: Von Luisa Neubauer bis zum Generationenvertrag 00:55:36 – Was bedeutet Freiheit wirklich? Persönliche Definition eines Ostdeutschen 00:58:00 – Raus aus der Ohnmacht: Wie Engagement unser politisches Grundgefühl verändert 01:06:48 – Die Zeitkapsel 2050: Warum Daniel keine Prognosen macht
🔗 Links und weiterführende Infos:
Daniel Schreiber Instagram: https://www.instagram.com/thedanielschreiber
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00:00:00: Zu wissen, dass ganze Landstriche und ganze Dörfer von rechtsextremen Schlägertruppen quasi beherrscht
00:00:09: wurden.
00:00:10: Ich habe die vergangenen Jahre viel darüber nachgedacht, warum ich geglaubt habe, dass das nicht mehr wiederkommt.
00:00:18: Wie einfach es ist Menschen davon zu überzeugen gegen ihre Interessen zu wählen wenn man ihnen bestimmte Feindbilder gibt?
00:00:28: Es ist kein Fan des Satzes, wenn jeder an sich denkt.
00:00:30: Ist man alle gedacht?
00:00:32: Von wem kommt der Satz?
00:00:33: Ich schreib Ihnen mal die FDP zu, wo ich weiß gar nicht ob stimmt!
00:00:37: Ja es natürlich völliger...
00:00:50: Herzlich Willkommen zu Damit Die Guten Gewinn dem Interview Podcast von ASK.
00:00:55: Ich bin Thomas Mönigel und spreche hier mit Menschen, die mit ihrem Engagement etwas Gutes für unsere Gesellschaft tun.
00:01:02: Mein heutiger Gast ist Daniel Schreiber einer der prägenen Stimmen des literarischen Essays in Deutschland.
00:01:09: Seine Bücher nüchtern zu Hause, allein und die Zeit der Verluste standen monatelang auf der Spiegel-Bestzellerliste.
00:01:15: Und haben eine neue Form des persönlichen Essays im deutschsprachigen Raum begründet.
00:01:21: Daniel wurde neunzehntundsebbenzig in Mecklenburg-Vorpommern geboren hat sechs Jahre New York gelebt und lebt heute in Berlin In seinem neuestem Buch Liebe.
00:01:29: Ein Aufruf stellte eine radikale Frage Wie können wir in einer Zeit das Hasses und der Ohnmacht Die Liebe als politische Kraft wiederentdecken?
00:01:39: Ich habe mich in der Vorbereitung gefragt, wie Daniel auch ganz privat mit dem Aufstieg der Rechten umgeht und wie ihn dabei seine ostdeutsche Biografie prägt.
00:01:47: Die Antworten waren überraschend klar und deutlich!
00:01:51: Was ich im Gespräch gelernt habe?
00:01:52: Daniel ist auch ein Mann der Zwischentöne.
00:01:55: Es lohnt sich sehr genau hin zu hören.
00:01:57: Ich wünsche dir dabei viel Freude beim Hören damit die Guten gewinnen!
00:02:09: Klassische erste Frage, wer sind eigentlich für dich die Guten?
00:02:13: Für mich sind die guten all die Leute in ihren Gemeinschaften an ihren Ortschaften was bewegen.
00:02:21: Also alle Leute versuchen die Welt so ein bisschen besser zu machen und das Zusammenleben für uns ein bisschen schöner zu gestalten.
00:02:29: All die Leute, die versuchen andere Menschen in Gemeinschaften einzubeziehen ohne auszugrenzen ohne Menschen zu demonisieren, ohne sie zu erhöhen.
00:02:43: Also ist Wertschätzung eine gemeinsame Ebene finden der entscheidende Punkt dafür?
00:02:49: Ich glaube vor allem das Engagement in der Gemeinschaft und ich glaube es ist etwas was ja was immer mehr aus dem Fokus geraten ist und dass sind.
00:02:59: also kann sein dass man sich in seiner Nachbarschaft engagiert das können sein dass mal keine Ahnung Ein Frühstück für seine Freundin und Freunde macht regelmäßig.
00:03:11: Es kann sein, dass man sich in städtischen oder dörflichen Gemeinschaften engagiert.
00:03:16: Ich glaube also diese Idee das man wirklich in die Gemeinschäft geht und versucht das Leben vor Ort nicht nur für sich sondern auch für andere Menschen besser zu machen.
00:03:28: ich glaube das ist etwas was uns wirklich weiterhelfen würde.
00:03:33: Du bist kein Fan des Satzes.
00:03:34: wenn jeder an sich denkt?
00:03:35: Ist dann alle gedacht
00:03:37: Von wem kommt der Satz?
00:03:38: Ich schreibe Ihnen mal der FDP zu, ich weiß gar nicht ob stimmt.
00:03:42: Aber es wäre interessant.
00:03:43: so wissen, wann wir immer kommen.
00:03:45: Ja ist natürlich völliger Quatsch und die gesamte armen ländische Philosophie würde dem widersprechen und auch jede ehrliche Wirtschaftstheorie und die Gesamte Soziologie alles eigentlich also Wir sind auf unsere Sozialität angewiesen sind darauf angewesen dass wir Aneinander anerkennen, dass wir aufeinander zugehen.
00:04:07: Gemeinschaften und Gesellschaften und vor allem demokratische Gesellschaften funktionieren nicht wenn man Konkurrenz- und Wettbewerb und auch einen wirtschaftlichen Egoismus sich allein darauf beruft.
00:04:23: Daniel, wir fliegen bei uns immer im ersten Teil des Podcasts ein bisschen biografisch ein.
00:04:27: Die paar Hörerinnen und Hörern die ich noch kurz mal geschaut, was dich eigentlich geprägt hat.
00:04:34: Du bist auf dem Land in der DDR aufgewachsen?
00:04:38: Mecklenburg-Vorpommern.
00:04:40: Waren.
00:04:41: warst du nicht so geboren?
00:04:43: Nein, bin ich geboren aber ich bin ja nicht aufgewachsen.
00:04:45: Das ist schon eine kleinere Stadtwaren und ich bin wirklich auf einem Dorf aufgewacht ein paar Kilometer voll entfernt.
00:04:52: Ja, ich arbeite zurzeit im MV Kenne ich auch diese großen Weiten, die es da gibt.
00:04:57: Das ist schon riesig!
00:04:58: Was machst du da?
00:05:00: Aktuelle Wahlkampfberatung für Manuela Schwesek.
00:05:03: Hier sind sie, die versuchen die AfD von der Machtfilm-Verwaltung.
00:05:05: Ich finde das total gut.
00:05:06: Will
00:05:06: ich auch.
00:05:07: Warst Du mit dafür verantwortlich dass Sie in dieser Talkshow so einen guten Auftritt hingelegt hat?
00:05:12: Darüber darf ich natürlich gereden.
00:05:15: Nee, das war wirklich sehr beeindruckend.
00:05:17: Es war ein sehr guter Wahlkampferauftakt würde ich sagen...
00:05:20: Ja, Manuela Schwesig ist auch eine unfassbar gute Wahlkämpferin.
00:05:23: Das muss man dir wirklich lassen.
00:05:24: sie kann kommunizieren und sie weiß auf wie Wahlkampf geht und wie dieses Geschäft funktioniert.
00:05:28: das weißt ihr einfach.
00:05:29: Und es macht sehr viel Spaß mit der zu arbeiten.
00:05:33: Den Rest erzähle ich dir wenn das Mikro aus ist.
00:05:35: Okay
00:05:35: gut, ich werde dich fragen nachher.
00:05:40: Und jetzt kurz eine Werbung in eigener Sache.
00:05:43: Wenn du immer schon einmal bei deinem mit den guten Gewinnen live dabei sein wolltest hast du jetzt die Chance.
00:05:49: Am neunten Oktober wird es abends eine Live-Folge im Rahmen der Zoom-Podcast Week in Düsseldorf gehen.
00:05:55: Ich freue mich schon sehr auf diesen Abend mit vielen von euch im Publikum und ganz besonders freue ich mich auf meinen Gast, das wird kein geringerer sein als Michelle Friedmann!
00:06:05: Ich kenne Michelle Friedman schon viele Jahre und freue mich immer ihn zu treffen um mit ihm zu sprechen – ich bin mir sicher dass das ein sehr spannender Abend wird.
00:06:13: Wenn du Lust hast am neunsten Oktober in Düsteldorf dabei zu sein sind Karten ab sofort unter zon-podcast-week.de erhältlich.
00:06:23: Ich hoffe, wir sehen uns in Düsseldorf.
00:06:26: Also du kommst gebürtig aus der DDR vom Dorf in Mecklenburg.
00:06:29: Vorpaarmann Lebt jetzt im Berlin hast mehrere Jahre New York verbracht.
00:06:35: Wie prägt ein das diese zwei Systeme zu kennen und auch dieses sehr ländliche Und auch das urbanste was es eigentlich gibt kennengelernt zu haben?
00:06:44: dass Du kennst alle Extreme.
00:06:47: Ja, ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Extreme kenne.
00:06:49: Und... und ich finde es auch immer schwierig so, so pauschal von Prägung zu sprechen oder überhaupt so, also ich kann nicht sagen... Also wie hat mich das geprägt?
00:07:00: Wie haben wir diese Lebensphase geprägt?
00:07:02: Wie habt ihr die Lebensphase geprägt?
00:07:07: Aber ich würde vielleicht gerade im Kontext der heutigen politischen Entwicklung unter heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen sagen dass mich die Nachwändejahre, also die neunziger Jahre schon sehr geprägt haben.
00:07:22: Und zwar grundsätzlich dieser Erfahrung, das es eine Generation gab, die wirklich auf einer ganz grundsätzlichen Ebene orientierungslos war, weil sie damit beschäftigt war zu überleben sich in ein neue Welt einzuleben, einzurbeiten deren Regeln man nicht verstand, ihre Regel man nicht kannte deren die auch all die anderen Lebensweisen und Regeln in Frage stellte, die man sein ganzes Leben lang gelernt hatte.
00:07:55: Und als Folge dessen wie die nachfolgende Generation also meine Generation, die Jugendlichen damals ja, also wie sie auch orientierungslos waren und wie sehr sie auf sich gestellt waren.
00:08:09: Das hat sich zum einen in so einer großen Freiheit für viele Leute geäußert – also wie für mich Und zum anderen aber eben in dem, was man heute Baseballschlägerjahre nennt.
00:08:22: Das war tatsächlich eine extrem prägen Erfahrung zu wissen dass ganze Landstriche und ganze Dörfer von rechtsextremen Schlägertruppen quasi beherrscht wurden zu wissen, dass man an bestimmte Orte schlicht nicht gehen konnte.
00:08:43: Wenn man daran interessiert war, nicht verprügelt zu werden.
00:08:48: Zu wissen, das man auch zu bestimmten Zeiten an bestimmter Orte nicht gehen könnte.
00:08:52: und auch zu wissen ,dass einem letztlich niemanden helfen wird wenn man in die Fänge dieser Truppsgerät und also weder von Passanten noch von der Polizei, die da schon alles nicht gut fand aber Also die, denn doch den Schlägertrupp zum Bisse näher stand.
00:09:13: Da ist diesen komischen Leuten mit den langen oder blonden Haaren... ...oder den queeren oder den linken wie auch immer.
00:09:20: Aber dann kommt das doch eigentlich gerade?
00:09:22: Mit dreißig Jahren Verzug einfach nur gerade wieder wenn es Anfang der Neunziger auch schon so war.
00:09:26: Ja!
00:09:27: Mit der Wucht des Vertränkten sogar.
00:09:29: Und ich habe die vergangenen Jahre viel darüber nachgedacht warum ich geglaubt habe dass das dass das nicht mehr wieder kommt.
00:09:37: Warum ich geglaubt habe, dass die Zeit einfach vorbei ist und wir als Gesellschaft wirklich daraus gelernt haben?
00:09:47: Das war ziemlich naiv tatsächlich weil es auch keine Aufarbeitung dieser Zeit gibt.
00:09:52: Es gibt immer wieder Versuche, bestimmte Kommissionen, bestimmten Initiativen, es gibt inzwischen ein paar Romane über die Zeit noch tolle Romane aber Es gibt nicht wirklich einen Platz in unserer kollektiven Erinnerung für diese Jahre und dieses Phänomen.
00:10:09: Das gehört zu den Episoden unserer Geschichte, die wir gerne verdrängen.
00:10:16: Ich finde diesen ersten Jahren diese Orientierungslosigkeit nach der Wende steckt irgendein Urkern des ganzen Missverständnisses und nicht klarkommt.
00:10:28: zwischen einigen Bevölkerungsteilen ist ehemalige Ostdeutschlands und einigen vielen, vielen Bevölkerungsteilen Westdeutscherland.
00:10:35: Kurzes Beispiel wir haben eben kurz so geredet wie alt wir sind im Vorfeld.
00:10:39: ich war sieben als der Mauer gefallen ist aber wir hatten Verwandtschaft in Oranienburg Und ich habe das auch selber so erlebt von meiner Bestfarb-Milie sozusagen dass da eher sowas Wir müssen den helfen wir wollen denen auch helfen wir unterstützen die jetzt reinzukommen.
00:10:54: Aber es war schon immer klar die kommt zu uns ins System rein und nicht vergleichen uns an, oder wir gucken wer bringt was mit.
00:11:00: Und diese Erwartung die im Westen auf da war von ihr könnt doch jetzt happy sein nach vierzig Jahren hinterm Vorhang das ihr jetzt mal raus seid und irgendwie so sein dürfe wie wir ohne empathisch zu verstehen was da eigentlich auch mit Biografien passiert und einfach auch in einem Selbstbild auch passiert.
00:11:18: Da ist ein Riesenfehler passiert den ersten jahren dass man viel zu viel miteinander gesprochen hat wenn ich aufeinander gehört habe.
00:11:25: Ja
00:11:27: widerspricht mir
00:11:28: Nein, ich überlege gerade.
00:11:29: Ich denke gerade danach und ich denke also... ...ich habe so eine gewisse so... ...Ich zöge so ein bisschen... Also diese... Mich diese quasi so kollektiv-psychonalytischen Erzählungen anzuschließen ne?
00:11:46: Weil natürlich es gab so viele Menschen, so viele Biografien und so... So viele auch unterschiedliche Erfahrungen.
00:11:53: aber ich glaube Und vor allem ist gibt's einen So ein Teile mir da denkt, ja okay so ist es geschehen und das ist jetzt nur mal die Ausgangssituation mit der wir umgehen und leben müssen.
00:12:05: Und ich frage es eher wie wir heute aufeinander zu gehen?
00:12:10: Wie empathisch wir heute sein können?
00:12:13: Wie sehr wir heute im Stande sind Geschichten anderer Menschen zuzuhören auch andere Menschen aus anderen Regionen, anderen gesellschaftlichen Schichten und zwar diesen ihren Geschichten ohne Urteil, ohne Beschämung zuzuhören.
00:12:29: Und ich glaube das ist eher das worauf wir arbeiten können und wir können natürlich nichts an einer Vergangenheit ändern die vor dreißig Jahren passiert, dass es für die Menschen auch natürlich gute Gründe jeweils hatten.
00:12:46: Also aus einer ganz egoistischen persönlichen Perspektive bin ich sehr glücklich Also die Wände mit so einer Stringenz vollzogen wurde und dass dieses System Umstellung auch mit so ner Konsequenz geschah.
00:13:11: Und das sehen viele Leute anders, und auch viele Menschen aus meiner Generation, viele Leute in meiner Familie.
00:13:19: Aber es ist eine sehr subjektive Einstellung.
00:13:25: definitiv unterschreiben möchte und auch betonen möchte ist, dass es ein Gift für Gesellschaften ist wenn so etwas wie Anerkennung fehlt.
00:13:36: Wenn sowas wie Anerkennung unterschiedlicher Geschichten fehlt, wenn sowas wir Anerkennen unterschiedliche Lebensrealitäten fehlt... ...wenn es eine Abwertung ganzer Bevölkerungsgruppen gibt.
00:13:49: das recht sich für jede Gesellschaft und Gemeinschaft können so nicht funktionieren.
00:13:55: Hm.
00:13:56: New York, wir springen jetzt einmal hoch in die große Stadt.
00:14:01: Ich kenne dich erst seit zwanzig Minuten aber ich glaube New York hat mit dir ganz schön viel gemacht.
00:14:06: Ist das nicht eine riesige Überforderung in diese riesigen Stadt erstmal zu kommen?
00:14:10: und überall ist ständig alles an- und on- und ständig laut und das Leben pulsiert.
00:14:16: wie irre?
00:14:18: War es sich krass für dich?
00:14:19: Ich fand's ganz toll!
00:14:22: Nee, es war auch... Keine Beforderung tatsächlich.
00:14:25: Und ich habe mich sehr frei gefühlt in New York und das war so ein... Das ist eigentlich das, was von einer so prägen Erfahrung gefragt hat.
00:14:34: Ich glaube das war meine prägende Erfahrung dort, sich zum ersten Mal völlig frei bewegen zu können.
00:14:42: Und ... Ich bin im Jahr zwei Tausend Eins dort hingezogen.
00:14:47: und selbst in Berlin, wo ich die Jahre davor gewohnt habe hatte ich nicht das Gefühl, mich als Schulermann mit einer ganz großen Selbstverständlichkeit sicher und mich ohne Sorgen durch den öffentlichen Raum bewegen zu können.
00:15:03: Und das war damals auch noch nicht möglich.
00:15:05: Also nicht so wie es zehn Jahre oder fünfzehn Jahre später möglich waren... ...und wie es heute auch wieder nicht mehr möglich ist.
00:15:13: Und ja, und das war also New York hatte schon eine lange Geschichte von Queerness, von queeren Lebensentwürfen.
00:15:23: Eine lange Selbstverständlichkeit und das hat man dem Alltag in jeder Hinsicht angemerkt.
00:15:31: Da war es also wirklich volle Freiheit die man vielleicht heute in Teilen der US auch nicht mehr hat?
00:15:35: Ich glaube New York ist mal ne Ausnahme
00:15:37: aber... Definitiv!
00:15:38: Also und da auch damals hatte man das in den Teilenden US empfiehlt und im meisten Teilen des US auch noch nicht.
00:15:44: Das waren die Buschjahre Also der Vorlauf dessen eigentlich, was man so heute in Amerika verfolgen kann.
00:15:52: Und inzwischen gilt Josh W. Bush als ein großer Demokrat und ich glaube da gilt das natürlich vor allem weil wir jetzt den Vergleich haben zu einem ja einen Fascistuiden möchte gern Diktator und genau.
00:16:13: und aber so viele Kommunikationsstrategien, also die gesamte Polarisierungsstrategie, die wir heute in Amerika und den Vereinigten Staaten und Europa erleben.
00:16:28: Und auch in vielen anderen Teilen der Welt.
00:16:31: Die wurden damals erprobt.
00:16:39: breiten medialen Ebene erprobt und damals wurde festgestellt, wie erfolgreich diese Polarisierungsstrategien sind.
00:16:46: Wie einfach es ist Menschen davon zu überzeugen gegen ihre Interessen zu wählen wenn man ihnen bestimmte Feindbilder gibt?
00:16:56: Wie einfaches es so zu tun als wäre man gegen ein gesamtes System auch wenn sich dahinter nur also ganz kaum verhüllte Machtstrategien und einen kaum verhöhter Machtwählen, einen kaum Verhüllter persönlicher Bereicherungswählen verbirgt.
00:17:18: Die haben die Blaupause gelegt für alles was hier schon passiert ist.
00:17:22: Das System Orban, das wir lange hatten in der Familie Le Pen, der Brexit aufstieg der AfD.
00:17:28: Das ist ja genau das Labor dafür gewesen dass man auch in Europa gelernt hat wie man es bauen kann und funktionieren können.
00:17:34: Definitiv!
00:17:37: Bevor wir zu tief einsteigen schon in das Thema, ich wollte einmal kurz über deinen Erfolg der letzten Jahre reden.
00:17:42: Du bist ja als Essayist sehr viel besprochen worden.
00:17:45: die letzten Jahre.
00:17:46: Deine Bücher nüchtern Zuhause allein Zeit der Verluste über Libre reden wir gleich noch haben wirklich für Furore gesorgt und du suchst aber jedes mal so einen Ein-Themenfeld raus.
00:17:59: Wie suchst du dir diese Themen raus wie deine Bücher?
00:18:03: Also es sind immer Themen die mich beschäftigen müssen Also ungelöste Fragen in meinem Leben.
00:18:11: Und es ist für mich gar nicht so einfach drüber zu sprechen, obwohl ich sie ganze Zeit muss.
00:18:24: häufig, dass ich über Themen schreiben sollt oder möchte.
00:18:27: Oder dass sich bestimmte Fragen bewegen und dann stelle ich so ein paar Monate später fest, nee das ist gar nicht das Thema oder die Frage.
00:18:35: und hinter dieser Frage verbirgt sich noch eine andere Frage, der ich mich eigentlich wirklich nicht stellen konnte.
00:18:41: Und also diese Lebensucht gestaltet sich immer sehr schwierig und es muss irgendwann passieren... Ich auf so einer tieferen Ebene verstehe, das ist wirklich das Thema.
00:18:55: Und es geht meist damit her, dass es selten ein wirklich angenehmes Gefühl ist.
00:19:04: und ich glaube, es passiert häufig wenn man sich bestimmte Dinge in seinem Leben stellt, bestimmten Gespenstern, bestimmte Facetten über die man auch nicht viel redet.
00:19:17: vielleicht deshalb, wenn man allgemein nicht viel drüber redet.
00:19:19: Vielleicht deshalb, weil man glaubt, dass man darüber nicht redet und darüber nicht reden sollte?
00:19:26: Dann ist das selten ein wirklich angenehmer Prozess!
00:19:30: Und viele diese Bücher decken auch den langen Zeitraum ab – einen langenzeitraum meines Lebens.
00:19:39: Und unter anderem deshalb, ich glaube gerade bei diesen schwierigen Fragen die Entwicklung, die man durchmacht.
00:19:47: Die Schritte die man macht also von außen nicht so groß wirken und von Außen häufig so wirken als wären das so minutiöse Verschiebungen.
00:20:01: aber um auch diese kleinen Verschriebung zu erreichen muss man innerlich gigantische Schritte machen.
00:20:07: Muss man sich innerlich unfassbar großen Herausforderungen stellen?
00:20:15: muss man innerlich bereit sein gegen bestimmte Mauern zu rennen, die man seien halbes Leben lang, gegen die man ein halbes leben da schon gerannt ist.
00:20:24: Muss man bereit sein, viele seine Frage zu stellen?
00:20:27: Ich habe mir genau diese Frage gestellt.
00:20:28: beim Lesen Ist das für dich eigentlich ein schmerzhafter Prozess?
00:20:31: Man merkt ja es sind wundepunkte für dich Dinge, die dich wirklich stören oder ärgern oder wirklich dich einfach persönlich sehr betreffen ist dass das schreiben über Monate so einen Schmerz auf der Prozess und es ist eher die Lösung eines Problems für Dich
00:20:43: wieder noch tatsächlich.
00:20:45: Also es ist kein schmerzhafter Prozess und ich glaube, dass so innere Arbeit immer schmerzerhaft sein kann aber auch nicht dauernd.
00:21:02: Schmerzhaft ist nicht das richtige Wort.
00:21:05: Aber es ist herausfordernd und die Herausforderungen haben ja was Gutes und was Schlechtes weil man natürlich Möchte man lieber nicht herausgefordert werden und in Ruhe sein Leben nehmen und sein Ding machen oder seine Pflanzen auf der Terrasse gehst du hier auch immer.
00:21:21: Und genau, aber es gibt bestimmte Herausforderungen, die man sich stellen muss.
00:21:29: Hast Du Vorbilder?
00:21:31: Ganz viele tatsächlich!
00:21:33: Also das sind die Wechseln auch... Es gibt vor allem Autorinnern die mich so geprägt haben und also, die ich auch schon sehr lange so grundsätzlich verähre.
00:21:50: Also jemand wie Christa Wolff zum Beispiel oder Joan Didion sind Autorinnen von denen ich alles gelesen habe und teilweise mehrmals und an die ich häufig denke und partiere ich auch immer wieder feststelle ah sie haben meinen Schreiben und meine Arbeit und wie ich an das Schreiben herangehe ja so grundsetzig geprägte Tatsächlich Vorbilder für mich sind.
00:22:13: Ich habe das für mich vor Jahren mal verstanden, weil ich mir dachte, mein Gott wie viele Leute findest du eigentlich toll?
00:22:18: und irgendwie haben die alle so was Vorbildhaftes bis ich irgendwann verstanden hab?
00:22:21: Das ist für Miesen nur so ein facettenhaftes Vorbild des... Also ich greife immer von Personen Facetten raus ihrer Lebenssicht oder ihrer Verhalten zu reisen Und das gibt dann irgendwann so'n Bild dass das mich da auch wirklich ehrlich prägt Ohne dass sich eine einzelnen Person so total hinterher laufe.
00:22:37: Aber es klang für mich jetzt gerade ganz ähnlich
00:22:40: Ja, obwohl ich schon bin als ich glaube.
00:22:43: Also bei Christa Wolff und Schunter Dieren ist es auch das Gesamtpaket glaub'
00:22:47: ich.
00:22:48: Da nehme ich alles!
00:22:49: Ich finde die beide tatsächlich so extrem beeindruckend.
00:22:52: Und ja... Ich mach die Erfahrung immer wieder wenn ich die Bücher wieder zur Hand nehme bin ich also extrem beeinflusst und begeistert und wünsche mir dass ich auch sowas schreiben könnte.
00:23:09: Was war der beste Rat, den du jemals bekommen
00:23:11: hast?
00:23:14: Ja es ist ein Rat tatsächlich, die ich mehrmals so kommen habe und zwar in einem Selbsthilfekontext.
00:23:24: Und das ist die Anregung
00:23:29: zu schauen
00:23:30: bei Problemen, bei Konflikten was man selbst dazu beigetragen hat.
00:23:38: Es ist interessant weil es sehr menschlich das nicht wirklich sehen zu können, was man selbst so bestimmten Konflikten, selbst so bestimmten Problemen beigetragen hat.
00:23:50: Und weil das natürlich die Sachen sind, die wir als erstes vor uns selbst verschleiern, die wird erstes vergessen.
00:23:57: und vor allem wenn es auch auf der anderen Seite des Konflikte oder des Problems zur ja unguten Handlung gekommen ist, also auch wenn es zu Momenten gekommen ist, indem man gut die andere Seite beschuldigen kann und demgegenüber gut die alleinige Verantwortung für das Problem oder den Konflikt rüberschieben kann.
00:24:22: Das ist leider nie so.
00:24:25: Es ist sehr schwer zu sehen und es ist mir viele Jahre extrem schwer gefallen.
00:24:29: Es fällt mal heute auch noch schwer um hier zu sein!
00:24:35: braucht dann häufig so einen bewussten Blick darauf, was passiert ist irgendwie ein zwei drei Schritte zurückzugehen und zu schauen.
00:24:43: Ah ja okay, was habe ich dazu beigetragen?
00:24:48: Ist das nicht sowas typisch menschliches in eigenem Beitrag im guten Sehen zu wollen aber beim schlechten eher vorbeizuschauen?
00:24:55: Ja aber es ist auch etwas typisch Menschliches sich das anzuschauen und sich demzustellen wirklich bereit zu sein konflikte zu lösen.
00:25:06: und ja also das.
00:25:09: Also beides ist menschlich.
00:25:13: Konflikte lösen.
00:25:13: da kommen wir gleich zu deinem aktuellen werk liebe.
00:25:15: ein aufruf Ist im herbst letzten jahres erschien?
00:25:19: Ich habe das zitat von dir mitgenommen.
00:25:22: mir war die fähigkeit abhandengekommen die welt zu lieben.
00:25:26: wie meinst du das?
00:25:32: Ich versuche gerade so eine gute Antwort in ein, zwei Sätzen darüber zu finden.
00:25:35: Dafür zu finden, weil ich natürlich ein ganzes Buch darüber geschrieben habe und nicht auch immer... Also ich bin mir sehr bewusst dessen, dass ich glaube ich ein besserer Autor als ein Redner bin.
00:25:47: Ich hab sehr viele Podcasts mit dir gehört!
00:25:48: Du machst das schon ganz gut.
00:25:50: Ja
00:25:50: du machst das ja schon
00:25:51: sehr gut.
00:25:51: Trotzdem also Ich habe festgestellt, dass ich so eine grundlegende Lähmung zu einer grundlegenden Ohrmacht gespürt habe.
00:26:01: Und ich war immer ein politischer Mensch und hatte dann den Eindruck... ...ich war es eigentlich nicht mehr!
00:26:09: Also ich hab immer weniger Nachrichten gelesen, hat mich immer versucht, immer mehr der Welt zu entziehen aufgrund dieser Lähmonk.
00:26:17: Was damit einher ging, war so'n grundsätzlich fehlender Glaube an die Gesellschaft in der wir leben, an das Land, in dem wir leben.
00:26:28: An die Menschen in diesem Land und Regierungen in diesem land.
00:26:34: An eine Möglichkeit von Zukunft.
00:26:39: Und das ist ein grundsätzlicher Verlust der Liebe.
00:26:44: Ein Verluste der Liebe zum Leben, einen Verlusterliebe zur Welt.
00:26:49: Das ist auch etwas was glaube ich sehr schwer zu ertragen ist persönlich.
00:26:54: Und auch wenn viele von uns gerade diesen Weg gehen und gehen müssen angesichts der politischen Überforderung, angesichts einer medialen Überforderungen, angesicht dessen was ja alles schief geht angesichts eines ja manchmal großflächigen politischen Versagens?
00:27:16: Dann kommen wir auch die ersten sofort und sagen Was ist denn der Schreiber für ein Träumer?
00:27:20: wie kann man dann bei Politik und Gesellschaft von Liebe reden.
00:27:24: Liebe empfinde ich für die Familie, für Freunde aber doch nicht für die Politik.
00:27:29: Und wie soll ich denn damit dann das Ganze lösen?
00:27:33: Du gehst ja viel tiefer mit dem Begriff der Liebe im Buch.
00:27:36: Ja genau natürlich, mir ging es genauso.
00:27:39: Ich dachte immer also ich habe mich ganz grundsätzlich gefragt was wir diesem Hass... Also welche Kraft man diesen Hass, der so ein Grasiert im Moment sich wie ein Virus überall ausbreitet, was man dem entgegensetzen kann und das mir immer wieder die Liebe eingefallen als Kraft.
00:27:59: Weil offensichtlich helfen Vernunft nicht, offensichtlich.
00:28:04: Helfen Dinge auch weh, politischer macht nicht.
00:28:07: Offendächlich helfen Dinge wie gute Argumente nicht.
00:28:12: Und ja ich habe trotzdem trotz dieser intuitiven Antwort immer gedacht es ist so naiv Das klingt so nett und schön, das klingt danach.
00:28:23: Lass uns alle nett sein und dann wird alles wieder
00:28:25: gut.".
00:28:26: Und das ist es natürlich nicht!
00:28:29: Also wenn man sich die Denkenden schreibt in der letzten zwei drei viertausend Jahre anschaut In allen Kulturen der Welt All diese Leute haben immer wieder über Liebe gesprochen und zwar nicht in einem rein romantisch und mich in einem rein familiären, auch nicht im reinen freundschaftlichen Sinn.
00:28:52: So wie wir es in unserem Kulturkreis seit Ende des achtzehnten Jahrhunderts tun sondern in einem gemeinschaftlichem Sinn mit einem politischen Sinn wenn man so will.
00:29:05: Und was man damit meint war die grundsätzliche Frage also ja Wie können wir unsere Gemeinschaften organisieren?
00:29:23: Am nächsten sind uns sicherlich so christliche Konzepte wie die Nächsten und die Feindesliebe, die unseren Kulturkreis sehr bestimmt haben.
00:29:32: Und die auch sehr bedeutend sind, an denen ich persönlich immer festhalten möchte.
00:29:45: andere Denkende anschaut, dann entsteht schnell ein Begriff von Liebe der eben eine Liebe zur Welt ist.
00:29:56: Eine Liebe zu den Menschen mit denen man lebt.
00:30:01: und damit gehen Dinge einher wie Fürsorge für die Schwächeren einer Gemeinschaft?
00:30:07: Wie Verantwortung für unsere Lebenswelt auch für die nachvollen Generationen Dinge wie Innergesellschaft, die Solidarität.
00:30:18: Dinge wie ein Fokus aufs Gemeinwohl.
00:30:22: Ja, Dinge wie eine Pflege des Gemeinsins und ich glaube es ist kein Zufall dass das die Dinge sind über die wir kaum noch sprechen.
00:30:35: die im politischen Diskurs, also so gut wie verschwunden sind und wenn dann nicht mehr in irgendeiner ernsthaften Weise gefordert werden oder Dinge, die in dem politischen Diskurs heute nicht mehr ernst genommen werden.
00:30:54: Und das sind aber genau die Dinge ,die unsere Gesellschaft zusammenhält.
00:30:58: Das sind genau die Dingen, die wir brauchen um eine Zukunft für unsere Gesellschaft zu haben.
00:31:05: Und du legst damit ja auch den Finger in eine Wunde einer offenen Lücke, die wir in der Gesellschaft und der Politik zurzeit haben.
00:31:12: Wir reden alle darüber das von der einen Seite der Hass kommt.
00:31:16: Es wird aber selten in der Politik zu Zeit definiert.
00:31:18: was ist eigentlich unser Gegenkonzept dazu?
00:31:20: Da herrscht relativ viel Sprachlosigkeit.
00:31:24: Ich kann mir jetzt auch noch nicht vorstellen für dich mehr als von Liebe reden zu hören Aber zumindest wäre erst mal die Idee Was ist unser Gegen Konzept gegen Hass?
00:31:29: Und zumindest im Begriff Opposition macht die Liebe da erstmal total
00:31:33: Sinn.
00:31:35: Wenn wir das Ding weiter denken, ist es Gemeinschaftsliebe?
00:31:42: Weil wir eiern ja gerade so ein bisschen darum diesen Begriff irgendwie zu finden.
00:31:45: Was ist eigentlich eine politische Ausdruck von diesem Begriff der Liebe?
00:31:51: Ist die Gemeinsschaft das was wir mögen wollen?
00:31:53: weil jeden einzelnen muss ich ja nicht lieben.
00:31:56: Ich denke es ist tatsächlich einen Ja, eine Mischung aus all diesen Facetten die ich eben genannt habe.
00:32:01: Also es geht um in der gesellschaftliche Solidarität Es geht um Verantwortung von unserer Lebenswelt nach vornigen Rationen.
00:32:07: Es geht auch um Fürsorge für die Schwächeren einer Gemeinschaft.
00:32:10: Das geht um Gemeinwohl und Gemeinsinn Und das sind sehr konkrete Sachen Auch wenn wir dazu tendieren dass eher als Abstraktion wahrzunehmen oder eher als Dinge Von denen es schön wäre sie zu haben.
00:32:25: aber ob dies eigentlich nicht geht in unsere Gesellschaft hat auch viel mit der Neoliberalisierung unserer Politik zu tun.
00:32:34: Es hat viel damit zu tun, dass wir uns seit dreißig Jahren abgewöhnt haben über solche Sachen zu sprechen und es hat viel dafür zu tun das man heute Dinge wie soziale Marktwirtschaft
00:32:47: anmahnt
00:32:48: kommunistisch oder linksradikal klingt.
00:32:54: Aber so, ich bin schon mal betonen.
00:32:55: Das sind Dinge die ohne die eine Gesellschaft nicht überleben kann.
00:33:00: Sind Dinge ohne die wir nicht wirklich in eine Zukunft steuern können und... Und ich nehme es so wahr dass es... Ich nehm's nicht nur wahr sondern ich weiß Es gibt heute So viele Teile unserer Gesellschaft die politisch nicht repräsentiert werden.
00:33:19: das heißt es gibt keine Partei die wirklich ernsthaft für die Interessen von arbeitenden Eintritts.
00:33:27: Es gibt keine Partei, die wirklich ernsthaft Für die Interesse von ärmeren Schichten vom migrantisierten schicht in der Gesellschaft eintritt.
00:33:36: es gibt keine partei die wirklich Ernsthaft Für eine mittelschicht Eintritte Die ja die Eine große angst vor einem status abfall hat weil sie erfährt wie Grundlegend die Umverteilung seit mehreren Jahrzehnten unserem Land funktioniert, also die Umverteilung von den Mittlerinnen zu den reichen und überreichen Schichten.
00:34:03: Und ich finde es ist so ein grundlegendes Problem als Antwort auf diese fehlende Repräsentation.
00:34:14: Immer wieder die gleichen Antworten zu bekommen, immer wieder die gleiche Neuliberialisierungsvorschläge – immer wieder zu hören.
00:34:20: wir müssen die Sozialsysteme weiter abbauen und immer wieder zur Hörn nie!
00:34:25: Wir müssen weiter die Steuern für die größten Unternehmen senken.
00:34:33: Ich bin immer noch nachhaltig schockiert davon, dass das erste große Projekt der zeitigen Bundesregierung darin bestand.
00:34:41: Dafür zu sorgen, dass es den ärmsten Menschen dieses Landes noch ein bisschen schlechter geht.
00:34:48: und das war das erste Große Ding was sie unbedingt machen wollen und haben sie geschafft.
00:34:55: Paar tausend Leuten in diesem Land, die schon so arm dran sind, dass sie überhaupt kein gutes Leben, es ist auch keine Chance, ob wir ein gutes Leben haben.
00:35:03: Dass das denen jetzt noch ein bisschen schlechter geht nur um davon abzulenken, dass eine neoliberale Steuer- und Wirtschaftspolitik in Gang ist, die immer da versorgen wird, dass die mittleren Schichten ärmer werden diese Schichten zu beruhigen und abzulenken, um diese vermeintlich faulen Leute als Sündenbock zu geben.
00:35:31: Und man hat geglaubt dass das funktioniert und es ist natürlich völlig naiv und ja also auf einer menschlichen Ebene für mich völlig schockiert.
00:35:43: Das müssen wir kurz nochmal diskutieren.
00:35:45: ich kenne ja viele Leute aus dem progressiven Spektrum im politischen Raum.
00:35:50: Ich habe nicht den Eindruck, wenn ich mit denen spreche dass die sagen nun jetzt mache mal was neoliberal ist das wird schon gut sein fürs land oder ich mach etwas was bestimmten schlechter gestellte Bevölkerungsschichten noch mehr schadet.
00:36:02: Ich glaube da ist so.
00:36:03: eine Absicht ist dann nicht unbedingt drin.
00:36:06: und ich frage mich gerade Was es eigentlich der Fehler der da passiert?
00:36:09: Dass die Wahrnehmung ist sie würden rein neoliberale politik machen.
00:36:13: Gerade überlegt ob so ist dass gerade im progressiven spektrum viele versuchen Gedanken-Politik-Konstrukt, das nicht mehr dem aktuellen entspricht sondern jahre Jahrzehnte alt ist versuchen mit dem heutigen gegenüber Politik zu machen.
00:36:28: Ob das der Fehler ist, der da passiert?
00:36:30: Weil ich glaube dass da keiner
00:36:32: absichtsvoll
00:36:32: morgens aufstehen sagt Ich mache heute mal neoliberale Politik.
00:36:36: Ich bin mir nicht sicher ob es stimmt.
00:36:38: also zumindest stimmt es nicht für die derzeitige Bundesregierung und Also Es ist sehr absichts voll ein Gesetz zu ändern und umzubenennen, dass eine Parteienregierung mitverantwortet hat und mit benannt hat.
00:36:54: Wir reden über das Bürgergeld?
00:36:55: Genau!
00:36:56: Und es ist sehr absichtsvoll zu verhandeln wie man diese Leute, denen's eh am schreckdissen geht noch weiter bestrafen kann.
00:37:06: Das ist eine sehr intendierte neoliberale Politik in der medialen Öffentlichkeit, in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit.
00:37:18: Es ist sehr klar!
00:37:22: Es gab genug Vorschläge wie man die fiskalische Schieflage erleben kann und es gab genug Verschlägen gegen Steuerhinterziehung zu kämpfen.
00:37:42: die Schlupflüchter bei der Erbschaftssteuer zu stopfen.
00:37:46: Es gab auch noch weitreichendere Vorschläge und das Wissen, dass all diese Dinge sehr viel besser funktionieren als die paar Tausend Euro, die man bei den Ärmsten des Landes holen kann – und das ist sehr bewusst!
00:38:01: Also die Entscheidung zu treffen, das erste Gesetz was wir machen, das betrifft alle Ärmesten regulär Steuern hinterziehen und die mit für das größte Loch in unserem Haushaltssorgen.
00:38:21: Sind wir als Gesellschaft faul geworden, dass wir immer die ärmer... Also ich meine nicht voll im Sinne von Arbeiten von Friedrich Merzen, sondern im Falle im Sinne davon, dass we ja immer die Ärmsten die Sündenböcke, die kleinsten Gruppen, die sie nicht verteidigen können eher zu Sünden böcken machen?
00:38:36: Und das wird Themen eben genau wie so Besteuerungsfragen.
00:38:38: Ich habe letzte Woche gerade gelesen BMW zahlt in Deutschland fünf Milliarden Steuer.
00:38:43: Google zahlt fünfzig Millionen, Shell zahlt zurzeit gar nichts weil sie noch Verlustvorträge haben.
00:38:51: Ich gehe mal davon aus die machen das sich illegal, die machen es auf legalem Wege alles.
00:38:54: aber trotzdem müsste man auch diese legalen Wege eben eben so einbremsen.
00:38:57: dass ist eben nicht denkbar.
00:38:57: ist dass man wie Starbucks seit dreißig Jahren in Deutschland Kaffee verkauft und nicht einen Euro Steuern bezahlt hat in diesem Land Starbucks.
00:39:04: Dass man genau an diese Dinge auch rangeht.
00:39:06: und Franz Müntelfiring hat es ja mal geschafft mit den Heuschrecken, der hat ja mal einen Sündenbock benannt, der sicherlich stärker war als er und größer war als Err.
00:39:13: Und heute wirkt's tatsächlich oft so sowohl aus dem rechten als auch aus dem linken Spektrum dass man sich eher die...nein nicht extremer, sondern die schwächeren eher manchmal als Sündenbok nimmt statt sich wirklich mit den Oberern anzulegen.
00:39:25: Machen wir uns zu einfach?
00:39:29: Okay ich belege gerade wie ich darauf gut antworten kann weil ich glaube das Also es sich die Politikmachenden tatsächlich zu einfach machen, diesbezüglich und tatsächlich den einfacheren Weg gehen.
00:39:43: Ich glaube nicht das ist Faulheit oder so, aber ich glaube dass es der Weg ist dem man einfacher gehen kann bei dem man auf weniger Widerstände also mit weniger Widerschänden rechnen kann.
00:39:59: Und eben weil die Schwächsten der Gesellschaft keine Lobby haben eben weil die Schwächen der Gesellschaft keine Vertreterinnen, keine Verbände haben.
00:40:10: Die Hintergrund mit dafür sorgen was Politik heute heißt und weil es eben auch bestimmte ja also Machtrealität, bestimmte politische und wirtschaftliche Realitäten gibt wie dafür sorgen das ist einfach sehr schweres Dinge wie Steuerhinterziehung zu bekämpfen, dass es einfach sehr schwer ist den einflussreichsten Menschen dieses Landes zu sagen, ihr müsst jetzt tatsächlich mal echt bisschen Erbschaftssteuer zahlen und nicht irgendwie diese ganzen halbligalen Schlupflöcher nutzen die es gibt.
00:40:49: Also ja also das ist der Weg, der einfacher ist.
00:40:55: aber es ist glaube ich nicht Faulheit sondern Es ist eine Wahrnehmung dessen, was man politisch heute machen kann.
00:41:03: Auch unter den mächtigsten Politikerinnen dieses Landes.
00:41:11: Lass uns mal kurz einen ganz kurzen Cut machen bevor wir da direkt wieder einsteigen.
00:41:15: Magst du mir kurz fünf Sätze vervollständigen?
00:41:18: Du hast mich jetzt zum Glück geschickt und ich habe mir die eben in der U-Bahn noch einmal an die durchgelesen und wusste nicht was ich gut darauf antworten soll.
00:41:24: Bin gespannt was jetzt spontan kommt.
00:41:26: Genau ich auch!
00:41:30: Wir haben auch für schnelles Vervollstände hier schon mal zehn Minuten gebraucht.
00:41:36: In der Öffentlichkeit beeindruckt mich derzeit.
00:41:42: Ich habe da als erstes gedacht, ich hab an Luisa Neubauer gedacht und ich bin so nachhaltig von ihr beeindruckend.
00:41:49: Und finde so irre mit welcher Intelligenz-Klugheit?
00:41:56: Mit welcher Weitsicht?
00:42:00: Sie aktivistisch tätig ist und wie viel sie ins Leben ruft, für wie viele zu wieviel Demonstrationen sie aufruft.
00:42:08: Wie sie auf öffentliche Debatten reagiert... Also ich kenne niemanden der mich so beeindruckt und nicht alle Leute sollten ihr auf Instagram folgen.
00:42:21: Und allein dann wird es schon eine bessere Welt wenn wir das alles machen würden.
00:42:28: Ich merke mir Luisa Neubau einladen Über Deutschland denke ich?
00:42:33: Ja, das war eine der Sachen wo ich mir gar nicht eingefallen ist.
00:42:36: Weil... Also es hätte jetzt auch nichts Gutes sein, mehr echt zu sein.
00:42:47: Ich denke nicht unbedingt pauschal über Deutschland das oder das.
00:42:50: Also ich denke bestimmte Sachen über das politische Personal oder ein bestimmtes politisches Personal über einzelne Politikerinnen Ich denke, bestimmte Sachen über bestimmte Schichten in diesem Land, über bestimmten Gruppen.
00:43:08: Und ich finde also Deutschland war schon immer und wirklich auch schon immer eine Sondermischung aus Schichten und Interessen und eine Mischung von verschiedenen kulturellen Einflüssen aus verschiedenen Gruppen, dass man da gar nicht so viel poschal drüber sagen oder denken kann.
00:43:30: Wir sollten mehr Wert legen auf!
00:43:33: Ich persönlich habe immer Schwierigkeiten damit mit diesem Sollten, mit dem Sollte und müssen.
00:43:43: Ich nicht glaube, dass Menschen so funktionieren.
00:43:47: Man macht sich es sehr einfach wenn man sagt ja also das muss jetzt geschehen und dann wird alles besser.
00:43:52: Und man macht sich in dem Sinne einfach, dass es vor allem eine selbst berühmte Aussage ist, ne?
00:43:58: Wenn man selbst weiß wie's geht und man kennt das Rezept von dem man schon ahnt, dass ohnehin nicht befolgt wird und man kann sich dann auf die Schulter klopfen und sagen Ja ich hab's ja gewusst.
00:44:08: und hätte man nur das gemacht, als ich gesagt habe dann wäre es schon alles gut gewesen.
00:44:14: Und dem sollten würde ich immer einen Versuchen gegensetzen, ich würde immer sagen ja... Ich versuche meinem Leben Wert darauf zu legen, ich versuche das in meinem Leben umzusetzen und ich versuch' freundlicher zu Menschen sein.
00:44:32: Ich versuch vielleicht auch Menschen mit denen ich politisch nicht so Auge zur Auge sehe Ihre Menschlichkeit zu sehen, ich versuche sie nicht als Gegnerin zu sehen.
00:44:46: Nicht als Feinde, sondern ja als Gegender schon aber nicht als Feindinnen.
00:44:52: und ja.
00:44:54: also ich glaube genau meine Antwort wäre wir sollten weniger
00:45:00: sollten mehr versuchen.
00:45:03: der nachfolgenden generation rate ich okay raten willst du den Leuten auch nix?
00:45:08: Also, der würde ich raten sich in Sicherheit zu kriegen vor uns.
00:45:14: Ich glaube, wenn dann kann die nachfolgende Generation uns was raten?
00:45:18: Wir gehen nicht kommen durch unsere Verantwortung nach für diese Generation.
00:45:23: Also wir kommen nicht dem ganz grundsätzlichen Generationenvertragten auch auf den alle Gesellschaften aufgebaut sind.
00:45:29: Dass wir die Welt für die Nachfolgenden Generation erhalten, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern einer eine Welt bieten, in denen sie noch gut leben können.
00:45:40: Das tun wir gerade nicht und es ist völlig verbremst zu glauben dass wir den Leuten, denen wir derzeit so massiv schaden, in deren Leben wird derzeit auf so ne grundsätzliche Weise, grundsätzlich negativeweise eingreifen irgendwas raten wollen.
00:45:56: also ja.
00:45:58: Es kommt ein Optimismus Teil morgen wird besser als heute weil
00:46:08: ich Ich kann das sehr nachvollziehen, diese Fragen.
00:46:11: Und ich bin auch schon eine journalistischen Perspektive für dich d'accord, dass man so fragen kann, so fragen sollte, so fragen muss und so fragt möchte.
00:46:21: Hier herrscht
00:46:21: Freiheit und Liege.
00:46:22: Du kannst damit machen was du willst!
00:46:23: Genau...
00:46:26: Also ich persönlich bin zuversichtlich.
00:46:29: Ich persönlich bin zufersichtlich, dass immer mehr Menschen verstehen, dass man auf Dinge wie Hass auf andere Menschen, auf Dingen wie einer Spaltung der Gesellschaft.
00:46:47: Auf Dinge wie der Umwertung unserer grundsätzlichen politischen Begriffe.
00:46:53: Auf Dingen wie der eskalierenden Neuliberalisierung keine Gesellschaft bauen kann und ich glaube auch das.
00:47:01: Also ich bin zuversichtlich, dass Menschen das verstehen.
00:47:04: Dass immer mehr Menschen das verstehen.
00:47:05: und ich bin zufersichtlich, dass immer mehr Leute tun was dagegen notwendig ist in die Gemeinschaft zu gehen sich zu engagieren versuchen in seinem Leben eben solche Ideen die man mit einer Kritik der Liebe beschreiben könnte umzusetzen.
00:47:27: aber heute zu sagen In zehn Jahren wird die Welt besser werden, weil das geschieht.
00:47:35: Also dazu bin ich nicht zuversichtlich genug und zur Zuversicht gehört ja auch ganz grundsätzlich, dass man die Sachen umsetzt, die dafür nötig sind, um die Welt besterzumachen.
00:47:45: Und ich glaube wir erleben immer wieder, dass es das Dinge wie Hoffnung und Zuversich gefordert... werden, aber ohne die Sachen umzusetzen.
00:47:58: Also wir erleben es zum Beispiel mit der zeitigen Klimapolitik auf die wir wissen welche Klimaschutzmaßnahmen effektiv sind.
00:48:08: das ist inzwischen so extrem gut und von so viel Menschen erforscht dass es inzwischen erprobt.
00:48:16: wir haben inzwischen Erfolgserlebnisse erzielt.
00:48:22: Wir haben so viel Fortschritt erzählt, also wir wissen welche Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden, um unsere Zuversicht unserer Hoffnung auf eine weiterhin lebenswerte Welt umzusetzen.
00:48:34: aber gesellschaftlich oder politisch werden diese Klimaschutzmaßnahme nicht mehr umgesetzt.
00:48:42: Daniel erst mal vielen Dank dass du trotz allem innerem Widerstand alle fünf Fragen beantwortet hast.
00:48:48: Ich danke das zu Beatschätzen, weil auch wenn ich das so auf so einer verquere und
00:48:51: absolut.
00:48:52: Absolut.
00:48:53: Ich mag es auch, wenn jedes Mal andere Antworten kommen und nicht immer das Gleiche.
00:48:56: Und ich finde es auch gut sich damit selbst mit der Frage schon kritisch auseinanderzusetzen.
00:49:02: Zu deiner letzten Antwort.
00:49:04: Warum handeln wir so wieder besseren Wissens gegen unsere eigenen Interessen?
00:49:10: Warum tun wir das?
00:49:12: Ich glaube nicht dass bestimmte Teile des Politischen Personals in Deutschland, die gerade dafür verantwortlich sind gegen ihre eigenen Interessen handeln.
00:49:24: Also das ist ganz eindeutig nicht so.
00:49:28: Aber siebenundzwanzig Komma fünf Prozent der Menschen haben letztes Mal Friedrich Merz gewählt bei CDU?
00:49:33: Ich meine jetzt tatsächlich... Die sind ja nicht mit dem Versprechen gestartet.
00:49:38: Wir hören erstmal den Klimaschutzmaßnahmen auf und stärken die Gaslobby entgegen allen geopolitischen Konflikten, den wir ausgesetzt sind.
00:49:48: Sondern sie haben Menschen eingesetzt, die das tun und die glaube ich nicht gegen ihre persönlichen Interessen, eigene Interessen handeln sondern im Gegenteil also sehr deutlich in Sinne ihrer eigenen Interessen und der ihrer Freundinnen, Freunde, Familienmitglieder in den Handeln.
00:50:10: Wir sprechen über Katarina Reiche richtig?
00:50:12: Ja, nicht nur aber auch teilweise auch über... Also es ist mir sehr wichtig.
00:50:18: Ich möchte keine Namen nennen.
00:50:21: Im Buch nenne ich auch keine Politikerinnamen und auch keine Parteinamen weil das immer unseren Blick auf das Wesentliche verstellt.
00:50:30: Wir sind alle parteilisch, wir haben alle unsere Affiliationen.
00:50:37: kein Geheimnis, dass ich kein großer Fan von Katharina Reiche bin.
00:50:40: Aber ich möchte sie auch nicht demonisieren und ich möchte ... Und ich möchte nicht über sie reden, sondern ich möchte über das Reden, wofür sie verantwortlich ist und was sie gerade zerstört und mit welcher Nachhaltigkeit sie schon mal dazu beigetragen hat, dass ein großer Bereich der neuerbaren Energien in Deutschland einen Boden gelegen hat.
00:51:04: Es wieder tut, aber ich möchte nicht über sie reden.
00:51:06: Ich möchte auch nicht Sie als einen schlechten Menschen darstellen oder sowas weil... Also ich glaube nicht dass Menschen so funktionieren und ich kenne sie nicht persönlich aber ich kann trotzdem dagegen sein was sie gerade tut und was die gerade anrichtet bezüglich des Klimaschutzes.
00:51:27: Fast jede politische Strömung benutzt für sich den Begriff der Freiheit und die wird von jedem anders definiert und anders genutzt.
00:51:37: Ich halte das für ein riesiges Problem in der aktuellen Zeit, dass jeder für sich die Freiheit beansprucht aber jeder Anspruch ist ja komplett anders und behauptet auf was jeder anderen in mir gerade die Freiheit weg.
00:51:47: Hast du für dich diesen Begriff mal durchdefiniert?
00:51:52: Das ist eine gute Frage und ich belege gerade weil ich versuche sie ernsthaft zu beantworten.
00:51:59: Also ich glaube, dass mein Freiheitsverständnis so von der Erfahrung des Lebens entweder eher der Erfahrung der Nachwinde Jahre geprägt ist.
00:52:15: So davon geprägtes wie es heißt was es heisst sich persönlich frei und sicher in der Öffentlichkeit bewegen zu können, auch wenn man zu Winterheiten gehört.
00:52:26: Wenn man so dreizionell benachteiligen Gruppen der Gesellschaft gehört, dass ich gar nicht dahinter treten kann und ich glaube das ist Freiheit grundsätzlich nur dann geben kann, wenn man also dieses Konzept mit aller Großzügigkeit auf andere Menschen überträgt auch für andere Menschen gelten machen kann.
00:52:58: Was eben auch bedeutet, dass man immer gucken muss ob es wirklich stimmt, ob anderen Menschen die eigene Freiheit beschneiden oder nicht?
00:53:11: Ich bin im Verfechter der Theorie das meine Freiheit nur so groß sein kann, dass sie niemand anderem schadet weil sonst beschneide ich jemand anderes Freihalte und dann habe ich eine Dispannung ist da drin.
00:53:22: Es ist definitiv... also ich bin auch dabei.
00:53:27: Gut, ich stimme dir zu.
00:53:28: Schön!
00:53:32: Du hast geschrieben Ohnmacht ist zum politischen Grundgefühl unserer Zeit geworden.
00:53:37: Lass uns das mal positiv versuchen aufzulösen.
00:53:39: wie werden wir diese Ohhnmacht wieder los?
00:53:42: Ich glaube in denen will die Gemeinschaft gehen.
00:53:44: also ein Grund warum ich dieses Buch unbedingt schreiben wollte war nicht nur dass sich mich aus meiner eigenen so Verzweiflungsappartie herausholen wollte.
00:53:54: Nicht nur, dass ich mich aus meiner eigenen so permanenten Dissoziation herauskicken wollte sondern den Lesenden auch die Möglichkeit geben wollte das für sich zu tun und auch wenn es vielleicht der schwierigere Weg ist in die Gemeinschaft zu gehen anzugucken was passiert sich zu engagieren als sich zurückzuziehen als sich zu dissoziieren als teilweise zu ignorieren was?
00:54:20: was passiert der Zeit.
00:54:22: Also auch wenn es das schwierigere Weg ist, ist es der Weg, der dafür sorgt dass also nicht nur es ist der Welt und der Gesellschaft, der Gemeinschaft besser geht sondern auch dass einem selbst besser geht.
00:54:35: Und ich wollte Menschen das Gefühl geben die Lesenden also wirklich vermitteln ihr habt eine Handlungsfähigkeit und wenn ihr diese Handungsfähigkeit wahrnehmt dann wird sich das in jedem Fall besser anfühlen als er glaubt Und Dinge, die wir machen können.
00:54:53: Ich habe vorhin schon gesagt, ja einfach mit einer großeren Freundlichkeit des Lebens zu gehen.
00:54:56: Das hört sich so simpel und banal an ist aber so grundlegend weil wir alle glauben dass sie das Ding für uns entschieden werden müssen, es Entscheidungen im Großen getroffen werden müssten und teilweise müssten sie im großen Getroffen werden.
00:55:10: Aber eben zum ganz großen Teil bestimmen wir im Kleinen wie die Welt aussieht und wenn wir eine freundliche Respekt von der Welt wollen dann müssen wir selbst dafür sorgen.
00:55:21: Dinge, die wir tun können ist das Gespräch zu anderen Menschen sucht und Dinge, um die wir tun können sind eben das politische Gegenüber und die politischen Gegnerinnen und Gegner nicht als Feindinnen und Feinde zu betrachten.
00:55:36: Dingen, die Wir tun können uns auch von so einem Politikmachenden zu verlangen dass sie diese Retour der Feinschaft davon ablassen vor allem in dem großen Lager derjenigen, die an der Demokratie interessiert sind und die An der Erhaltung unseres gesellschaftlichen Getriebes interessiert ist.
00:55:59: Also Dinge wie sich in Gemeinschaften zu engagieren, Dinge wie die ganzen zivilgesellschaftlichen Möglichkeiten wahrzunehmen, die man hat – Dinge wie Demonstrationen sind wieder ungehörsam.
00:56:13: Ein Eintreten dagegen, wenn man merkt andere Menschen werden verhöhnt.
00:56:16: Andere Menschen werden dämonisiert.
00:56:19: ein Widersprechen dagegen Wenn man merkte ja okay jetzt sind wieder Jetzt kommen wir die ganzen neoliberalen Lösungen Die die mit dafür gesorgt haben dass wir Es ist uns so geht wie es uns derzeit geht.
00:56:34: ein leidenschaftliches widersprechen wenn wir merken das gerade von Von den rechtsextremen Gruppen in der Bevölkerung ganz grundsätzliche politische Begriffe umgewertet werden.
00:56:47: Ein leidenschaftliches Widersprechen, wenn sich jemanden eine Talkshow setzt oder monatelang in Talkshows setzt und behauptet Hitler sei ein Kommunist gewesen.
00:56:59: Ein ja, ein leidenschaftliches Eintreten für die Gemeinschaft.
00:57:04: Ein Indie-Gemeinschaft gehen.
00:57:07: Ich finde es wurde uns viel zu lange suggeriert dass wir als einzelne Person damit nichts zu tun hätten.
00:57:13: Ich finde, jeder und jede von uns hat eine Verantwortung dafür und man kann die nicht delegieren.
00:57:19: Und deshalb muss jeder in irgendeiner Form etwas für diese Gesellschaft beitragen.
00:57:25: Das kann ich sagen, ich zahlsteuern das reicht!
00:57:28: Man muss seinen eigenen Weg finden wie man selber Beitrag leistet.
00:57:32: Die einen kandidieren fürs Kommunalparlament, die anderen schreiben leidenschaftliche Play-Doh Yes auf Facebook und die anderen wiederum schreiben Bücher darüber.
00:57:40: Da muss jeder für sich auch sein Gefühl finden, wo ist meine Stimme.
00:57:44: Ja genau ich stimme dem völlig zu außer eben den Muss.
00:57:47: Klar
00:57:48: dass du das musst nicht merkst.
00:57:50: Also weil ich glaube es auch falsch ist also wir...also es geht nicht darum Menschen sagen Du musst das und das machen und es geht auch nicht darum was man sich sagt und sie selbst sagt nie Ich muss, ich muss, Ich muss das machen dieses Müssen.
00:58:05: also Es ist selten erfolgreiches Selten effektiv und das führt sich selten auch gut an.
00:58:12: Und ich glaube der Punkt ist, der eben ja in Sicht die Bereitschaft zu finden, die Gesellschaft und die Welt ein bisschen besser machen zu wollen was bedeutet dass man sich von anderen Menschen nicht sagen lässt, dass es nicht möglich ist oder dass das naiv ist, dass man sie von anderen menschen nichts sagen lässt ,dass es eher alles nichts nützt sondern dass man in sich die Bereitigkeit findet das so tun Ja, versucht mit dieser Bereitschaft Raum zu geben.
00:58:43: Leute sucht eure Stimmen?
00:58:44: Ihr müsst aber nicht!
00:58:46: Ich möchte nicht so zusammengefasst werden Thomas.
00:58:52: Ah vollkommen okay... ich habe noch zwei Fragen an dich.
00:58:55: Was macht dir Mut?
00:58:59: Also mir persönlich macht Mut dass es in der gesamten Geschichte der Welt so viele tolle Menschen gegeben hat die sich immer wieder Gedanken gemacht haben über Probleme, die widerkehren.
00:59:12: Über scheinbar ausweglose Situationen und ja das ist immer Menschen gegeben hat, die geglaubt haben dann an die Gesellschaft geglaubte haben und die daran geglaubten haben dass wir es besser machen werden, dass wir die Welt zum besseren ändern können Und gerade wenn man sich so das zwanzigste Jahrhundert anschaut, die zweite Hälfte des zweizigsten Jahrhunders.
00:59:43: Dann kann da sehr viel Mut machen zu gucken was passiert?
00:59:49: Wenn eine Steuerpolitik in demokratischen Ländern umgesetzt wird, die dafür sorgt dass so etwas wie eine Mitchell Schicht entsteht.
00:59:58: Was passiert, wenn Gesellschaft wirklich an Konzepte wie eine soziale Marktwirtschaft glauben eine soziale Marktwirtschaft glauben, dann genau all diese Dinge das kann einen sehr viel Mut machen.
01:00:16: Ich habe gelogen.
01:00:16: ich hatte drei Fragen.
01:00:17: Jetzt kommt die vorletzte Frage.
01:00:18: Kennst du das Lied Liebe um der Freiheit Willen?
01:00:22: Das ist
01:00:23: absoluter Tipp!
01:00:24: Es gibt ja bei uns in der Agentur das Gerücht, ihr seid großer Roland Kaiser fändig, stimmt überhaupt nicht.
01:00:28: Ich bin nämlich großer Marius Müller-Western-Hagenfan und er hat vor zehn Jahren mal das Liet rausgebracht Liebe um.
01:00:36: Je irrer die Welt wird, je schlimmer sie das puten werden.
01:00:39: Also mehr müssen wir mit Liebe dagegen halten und zusammenhalten um dem entgegenzugehen.
01:00:43: Ich hab die ganze Zeit das ich dein Buch gelesen habe.
01:00:45: Das muss
01:00:45: sich unbedingt
01:00:46: hören!
01:00:47: Die ganze Zeit als ich dein buch gelesen hab, ich hab genau daran gedacht dass es von der Idee her auch genau auch der gleichen Logik entspricht und eigentlich könnte das das Soundtrack deines Buchs sein.
01:00:55: Okay, ich werde's in jedem Fall mir anhören und vielleicht werde ich jetzt ab und zu mal bei Lesungen spielen oder so als Info oder sowas.
01:01:02: Am Ende berühlt er etwas aber ist es eine schöne... Also es ist ein echter Aufbruch.
01:01:08: Echte letzte Frage jetzt!
01:01:10: Wir haben dir eben erzählt, dass sei ein ehemaliges Studio für Boxen und heute ein Podcast-Studio.
01:01:16: Das war alles gelogen, das ist eine Zeitkapsel.
01:01:19: Wir fliegen jetzt zum Brandenburger Tor im Jahr zwei Tausend Fünfzig und steigen da vorne aus der Tür wieder aus.
01:01:25: Was für ein Land sehen wir?
01:01:28: Ich habe keine Ahnung.
01:01:31: Du darfst ja auch einen Land wünschen.
01:01:32: Ja also ich... Ich bin immer wahnsinnig skeptisch, wenn man so Zukunftspognosen gestellt bekommt.
01:01:41: Man kann sich eine lange Geschichte von Zukunftspognosen anschauen und alles was man an diesen Zukunftspagnosen feststellt ist ein Kommentar auf die eigene Lebenswelt.
01:01:54: Ein Kommentar für die Gegenwart.
01:01:58: Unsere Zukunft ist nicht festgeschrieben auch wenn es derzeit so aussieht.
01:02:04: Unsere Zukunft ist nicht fest, die ist nicht vorgeschrieben und wir haben wirklich ganz grundsätzlich die Möglichkeit unsere Zukunft mitzugestalten.
01:02:20: Und das hört sich so banal an und es ist aber so grundlegend weil wie die ganze Zeit gesagt bekommen, so wird die Zukunft sein.
01:02:29: Das wird
01:02:30: geschehen.".
01:02:30: Es gibt eine ganze Industrie medial und politisch, die davon ausgeht, dass Menschen das glauben... ...dass die Zukunft vorgeschrieben ist und dass Leute wissen wie die Zukunft aussieht.
01:02:41: Niemand weiß das!
01:02:42: Und wir alle können tatsächlich daran was ändern?
01:02:46: Das war ne gute Botschaft für Künder und Mitschreiben.
01:02:49: Weil es hätte so viel mehr sein können, was wir noch hätten besprechen können.
01:02:52: Unsere Zeit für heute ist um, vielleicht finden wir noch einmal eine Zukunftgelegenheit weiter zu gehen.
01:02:58: Es hat mich riesig gefreut, dass du heute da warst.
01:02:59: Vielen Dank für deinen Besuch und all diese Impulse!
01:03:01: Mich auch Danke für die Einladung, danke!
01:03:04: Das war damit Die Guten Gewinn der Interview Podcast von ASK.
01:03:08: Wenn dir die Folge gefallen hat abonniere den podcast und teile ihr mit Menschen, die sich ebenfalls für das gute interessieren.
01:03:15: Hast du Feedback Fragen oder Themenwünsche?
01:03:17: Dann melde dich gerne bei uns.
01:03:18: alle Infos und Kontaktmöglichkeiten findest Du in den Show Notes.
01:03:22: Danke fürs Einschalten.
01:03:23: Bis bald, damit die Guten gewinnen!
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